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Ergänzende Informationen für alle Kolleginnen und Kollegen, die an der gestrigen Pressekonferenz nicht teilnehmen konnten.

In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich viel getan in der Offenbacher Innenstadt, beispielsweise wurde mit dem S-Bahn-Bau aus einer vierspurigen Berliner Straße ein zweispuriger Boulevard, die Straßenbahn verschwand aus der Frankfurter Straße, der Wilhelmsplatz ist seit seinem Umbau noch schöner und mit dem Bau von KOMM und GMO (Geschäftshaus Marktplatz Offenbach) wurden wichtige Akzente für den Einzelhandel gesetzt. „Wer Offenbach aus dem Kern heraus zukunftsfähig machen will, kommt um die Neugestaltung des Marktplatzes nicht herum“, so Oberbürgermeister und Planungsdezernent Horst Schneider bei der Vorstellung des Verkehrsmanagementplans. „Wir wissen um die Defizite des Bereiches in puncto Aufenthaltsqualität und Gesamteindruck als Eingangstor in die Innenstadt“, so Schneider weiter, „ und haben deshalb im vergangenen Jahr die Bürger nach ihren Wünschen an den Platz gefragt.“

Im Rahmen des Marktplatz-Forums wurden unter der Federführung des Amtes für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement erste Ideen entwickelt, die nun in die Ausschreibung des städtebaulichen Wettbewerbs einfließen. Vordringliche formulierte Wünsche vieler Bürger waren ein Mehr an Aufenthaltsqualität und weniger Verkehr, während der Einzelhandel für eine gute Erreichbarkeit mit dem Auto und ausreichend gute Parkmöglichkeiten plädiert. Dies wünschen sich auch Marktbeschicker und Gastronomen rund um den Wilhelmsplatz. Diese unterschiedlichen Anforderungen sollen im Rahmen des Städtebaulichen Wettbewerbs in Einklang gebracht werden. Von einer verkehrsplanerischen „Quadratur des Kreises“ spricht Sigrid Pietzsch, Referatskoordinatorin für Stadtgestaltung und Stadtgrün: „Dabei werden sicher auch Kompromisse erforderlich.“ Trotzdem sollen Autofahrer und Fußgänger zukünftig gleichberechtigt und möglichst auf einer Ebene, das heißt ohne Bürgersteige oder sonstige Barrieren, auf dem Marktplatz und der anliegenden Bieberer Straße unterwegs sein können. Diese Anforderungen trägt das jetzt für diesen Bereich beschlossene Verkehrskonzept bereits insofern Rechnung, als dass Durchfahrtsverkehre, die dort immerhin rund 70 Prozent des Verkehrs ausmachen, unterbunden werden. Rund 7.500 Fahrzeuge passieren den Marktplatz täglich von der Schlossstraße Richtung Waldstraße und „bringen außer Verkehr nichts“, erläutert Horst-Ingo Kupfer aus dem Referat Verkehrsplanung, Stadtgestaltung und Straßenverkehrsbehörde, „lediglich 2.500 KFZ bleiben am beziehungsweise rund um den Marktplatz.“ Dem motorisierten Verkehr stehen aktuell rund 3.600 Fußgänger in der Stunde gegenüber, die die Straße über den Marktplatz überqueren, zum Bus oder zur S-Bahn eilen, vom Markt kommen und in die Innenstadt wollen. Die gewünschte Gleichberechtigung von Fußgängern und Fahrradfahrern müssen die Entwürfe der teilnehmenden Büros über die Gestaltung des Areals klarmachen, denn auch auf die Ampelanlagen will man in dem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich verzichten. 20 KM/H pro Stunde gilt dann am Marktplatz, rund um den Wilhelmsplatz sowie dem Bereich der angrenzenden Bieberer Straße. Deren zukünftige Verkehrsführung sieht Verkehr in beiden Richtungen vor. „Dies wird“, weiß Oberbürgermeister Horst Schneider, „vor allem die Marktbeschicker freuen, die dann von der Mathildenstraße zum Marktplatz fahren können.“

Im Zuge der Planungen werden auch die Bushaltestellen neu geordnet. So sollen dann auch im Bereich der Berliner Straße Haltezonen geschaffen werden, um den Marktplatz zu entlasten. Insgesamt 4.3 Millionen EURO sind für den Umbau des Marktplatzes und der Bieberer Straße bis zum Großen Biergrund vorgesehen, der 2015 bei laufendem Betrieb vorgenommen werden soll. Ende 2014 soll dann ein Projektbeschluss über den zu realisierenden Entwurf vorliegen. Bis dahin ist die Mitsprache der Bürger unbedingt erwünscht, diese können sich in einem Internet-Forum zum Marktplatz über den Fortgang des Verfahrens informieren und beteiligen.