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Die Luftqualität in Offenbach soll besser werden. Um diesem Ziel, das die Stadt schon seit Jahren verfolgt, näherzukommen, wurde am 1. November eine neue Luftmessstation in der Unteren Grenzstraße eröffnet. Kontinuierlich laufende Messungen erfassen nun, in welchem Maße der Straßenverkehr an solch einem „Hot Spot“ mit seinen Emissionen die Luft verunreinigt.

„Wir möchten aktiv dazu beitragen, unser Umfeld im Ballungsraum Rhein-Main lebenswert zu gestalten“, sagte Bürgermeister Peter Schneider bei der Eröffnung. Er verwies darauf, dass die Offenbacher Stadtverordnetenversammlung schon 2010 einen Luftreinhalteplan beschlossen hatte, der unter anderem eine Umweltzone (grüne Plakette), mehr Tempo 30-Zonen und Lkw-Fahrverbote beinhaltete. Doch aufgrund „unterschiedlicher Auffassungen“ habe das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung diesen Plan bis heute nicht genehmigt. Mit den Messdaten will die Stadt nun neue Argumente für die geplanten Maßnahmen sammeln.

„Die Stickstoffdioxide NO2 sind im Straßenverkehr das Thema, das uns am meisten unter den Nägeln brennt“, betonte Prof. Dr. Stefan Jacobi vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie, das die Station betreibt. Bisherige einfache Messungen mit Passivsammlern in Offenbach belegten hier eine deutliche Überschreitung der EU-weit zulässigen Grenzwerte von 40 μg/m3. „Und bis 2015 müssen laut EU-Frist alle Maßnahmen ergriffen sein, um diese Werte zu senken“, ergänzte Heike Hollerbach, Leiterin des Amts für Umwelt, Energie und Klimaschutz.

Die Luftmessstation wird nun für mindestens fünf Jahre die Stickstoffdioxide NO2, Feinstaub PM10, Benzol und Kohlenmonoxid kontinuierlich erfassen. Die Daten liefern Hinweise über den täglichen oder wöchentlichen Verlauf der Luftbelastung in Abhängigkeit vom Verkehrsfluss. Zudem organisiert die Stadtplanung bis Ende 2013 Querschnittszählungen auf der hoch frequentierten Straße. Dann soll es 2014 erneut an die Maßnahmenplanung für bessere Luftqualität gehen. „Wir hoffen, dass die Zusammenarbeit mit der neuen Landesregierung dann besser klappt“, sagte Hollerbach. „Denn die schlechte Luft ist, vor allem angesichts der sehr nahen Wohnbebauung, nicht zu akzeptieren.“

Das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) betreibt landesweit 33 Messstationen, doch sind laut Prof. Jacobi nur wenige so schön wie der Container in Offenbach. Die Rückseite gestaltete die Agentur artmos4, und auf der Vorderseite prangt ein buntes Motiv der siebenjährigen Alichia. Ihr Blumenbild hatte bei einem Wettbewerb im Sommercamp der Offenbacher Kinder- und Jugendfarm gesiegt und macht die Station nun zum echten Hingucker.

Die Messdaten aus Offenbach können regelmäßig eingesehen werden unter http://www.hlug.de.