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Ergänzende Informationen für alle Kolleginnen und Kollegen, die am Pressetermin vom 20. August nicht teilnehmen konnten.

Keinen zurücklassen, individuelles lernen ermöglichen: seit langem ist es ein zentrales Anliegen der Stadt, Schulabbrüche zu verhindern und Schulverweigerer ins Regelsystem zurückzuführen. Dafür wurde im Jahr 2010 die Fachstelle „Jugendhilfe – Schule“ ins Leben gerufen, die Projekte wie „Kooperative und schülerzentrierte Intensivförderung für die Förderstufen in Offenbach“ (KUS) sowie die beiden Projekte des Modellprogramms „Jugend stärken: Aktiv in der Region“, nämlich „Subjektorientierte Begleitung und Integration in Schule und Übergang“ (SOBI) und SCOUT koordinierte und konzeptionell weiterentwickelte. Am 20. August stellten Bürgermeister Peter Schneider, Jugendamtsleiter Hermann Dorenburg, Schulamtsleiter Dr. Peter Bieniußa und Roberto Priore, Leiter der Fachstelle, das neue Konzept „Jugendhilfe an Schulen“ vor.

Dabei zeigte bereits die gemeinsame Vorstellung des Projektes, dass im Bereich Ausbildung und Schule in den vergangenen Jahren viel in Bewegung gekommen ist: „Im Zentrum der Bemühungen steht die Begleitung von Kindern und Jugendlichen, die mit besonderen Herausforderungen zu kämpfen haben. Dabei haben wir in Offenbach schon früh auf interdisziplinäre Kooperationen gesetzt“, so Bürgermeister Peter Schneider. Als ehemaliger Lehrer weiß er um die Schwierigkeiten, Kinder und Jugendliche, die sich einmal aus dem System Schule verabschiedet haben, zurückzuholen. Mit den gemeinsamen Projekten KUS, SOBI und SCOUT wurde seit 2010 der Weg geebnet, der ab 2014 als „Jugendhilfe an Schulen“ die bestehenden Kooperationen und Projekte des Jugendamtes mit den Offenbacher Schulen und dem Schulamt verstetigt.
Eigentlich sei der Auftrag des Jugendamtes ein anderer, erläutert Dorenburg: „Bei uns geht es nicht um Wissensvermittlung, sondern darum, wie Kinder im Regelsystem Schule gehalten werden können. Im Zusammenspiel mit den Lehrern haben auch wir in den vergangenen Jahren sehr, sehr viel gelernt.“ Und auch in den beteiligten Schulen hat sich einiges getan und wurden Strukturen aufgebaut, an denen Schulsozialarbeit andocken kann. Herzstück des Konzeptes „Jugendhilfe an Schulen“ ist daher auch die enge Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Jugendamtes und den Lehrkräften der Schulen mit Interventionsteams, Förderplanarbeit und individueller Fallarbeit. „Es braucht oftmals viel Geduld, bis es bei den Jugendlichen `Klick´ macht“, weiß Priore aus der Praxis, daher sei intensive Einzelfall- und Beziehungsarbeit unerlässlich. Mit dem neuen Konzept sollen an der Bachschule, der Ernst-Reuter-Schule und der Mathildenschule ungefähr 50 Jugendliche pro Schuljahr systematisch gefördert werden, hinzu kommen weitere 30 an der Edith-Stein-Schule sowie jeweils 15 an der Geschwister-Scholl- und der Schillerschule. Neben der Arbeit mit den Jugendlichen suchen die insgesamt 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes den Austausch mit den Eltern und dem sozialen Umfeld der Jugendlichen. Langfristig sollen die Jugendlichen lernen, Verantwortung für sich selbst, ihre Lernbiografie und ihre Zukunftsperspektive zu übernehmen.