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Der Aufsichtsrat der städtischen Gemeinnützigen Offenbacher Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft (GOAB) mbH hat in der Sitzung vom 13. August 2013 Herrn Christoph Nufer, Leiter Controlling der Stadtwerke Offenbach Holding GmbH (SOH) mit sofortiger Wirkung zum zweiten Geschäftsführer der GOAB bestellt.

Der 47-jährige Diplom-Kaufmann wird den kaufmännischen Bereich, Geschäftsführer Jürgen Schomburg den operativen Bereich des Unternehmens verantworten. Der Aufsichtsrat folgt mit diesem Beschluss dem Rat des Wirtschaftsprüfers. Zwischenergebnisse des Sanierungskonzeptes, welches er derzeit erarbeitet, hat er dem Aufsichtsrat bereits am 5. August 2013 vorgestellt.

Eine Empfehlung dieses Berichtes ist der Einsatz eines „Chief Restructuring Officers“. Diese Funktion wird Christoph Nufer parallel zu seiner Aufgabe bei der SOH wahrnehmen. Er soll in der wirtschaftlich angeschlagenen GOAB geeignete Restrukturierungsmaßnahmen einleiten und umsetzen. Ziel ist die wirtschaftliche Stabilisierung des Unternehmens.

Die Bundesebene hat die Leistungen zur Eingliederung nach dem Sozialgesetzbuch – Zweites Buch (SGB II) seit 2010 (€ 6,35 Milliarden in 2010 auf € 3,326 Milliarden in 2013) halbiert. Damit sind die Spielräume und finanziellen Mittel für die Förderung von Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt massiv eingeschränkt worden. Vorgabe der Bundesregierung ist, die Budgets für öffentlich geförderte Beschäftigung zu kürzen. Die Einnahmen aus Maßnahmen der Beschäftigungsförderung, eines der ursprünglich tragenden Standbeine und Zweck der GOAB, sind so deutlich reduziert. Auf der Kostenseite, besonders beim Personal konnte die GOAB ihre Strukturen nicht an die geänderte Einnahmesituation anpassen, da viele Arbeitsverhältnisse bei der GOAB unkündbar sind.

Der zuständige Dezernent und Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Felix Schwenke hat seit seinem Amtsantritt vor elf Monaten ein Sanierungskonzept eingefordert. Seine Vorgabe ist, nur diejenigen Abteilungen des Unternehmens zu behalten, die einen positiven Ergebnisbeitrag leisten. Alle anderen Abteilungen sind mit betriebsbedingten Kündigungen zu schließen. „Ob dies jetzt mit dem harten Restrukturierungsplan unter erheblicher Beteiligung der Mitarbeiter gelingt oder nur auf dem Weg einer Insolvenz in Eigenverantwortung wird sich weisen. Die Stadt Offenbach als Gesellschafter hat jedenfalls das ausdrückliche Ziel, den unter den genannten Vorgaben überlebensfähigen Teil der GOAB fortzuführen“ so Schwenke.

Bei der GOAB stehen daher in den kommenden Wochen und Monaten umfangreiche und einschneidende Restrukturierungsmaßnahmen an, an deren Ende die Anzahl der Beschäftigten deutlich reduziert werden muss. Die Mitarbeiter wurden auf einer Dienstversammlung am 12. August bereits über die anstehenden Schritte informiert.

In den kommenden Tagen wird das endgültige Sanierungskonzept des Gutachters der Geschäftsführung vorgelegt. Ebenfalls wird ein Angebot für die Übernahme des E-Recyclingzentrums erwartet. Hier bestehen realistische Chancen, dass dieses von einem anderen Eigentümer fortgeführt werden kann.

Die Stadt Offenbach wird voraussichtlich Mitte kommender Woche auf einer Pressekonferenz über das Sanierungskonzept informieren. Dieses Konzept ist derzeit in der Endabstimmung.