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Ergänzende Informationen für alle Kolleginnen und Kollegen, die am Pressetermin, 02. Dezember, nicht teilnehmen konnten.

Das Ende der Offenbacher Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft mbH ist nunmehr offiziell: pünktlich zum 1. Dezember wurde der Insolvenzantrag gestellt, am darauffolgenden Montag stimmten der Betriebsrat und im Anschluss auch die Beschäftigten dem Transfersozialplan zu. „Spannend bis zum Schluss“ seien die Gespräche gewesen, erklärte Insolvenzverwalterin Petra Heidenfelder, die gemeinsam mit Stadtrat Dr. Felix Schwenke, Aufsichtsratsvorsitzender der GOAB, über die Konsequenzen des Insolvenzantrags informierte: „Mit der Entscheidung sind die Voraussetzungen für die Fortführung von Teilen des Betriebes vorerst gegeben und ist auch die Zahlung der Gehälter für die 205 Mitarbeiter sichergestellt.“
Durch den Insolvenzantrag bleibt die Stadt vor weiteren finanziellen Einbußen verschont, denn die GOAB hatte bereits das Geschäftsjahr 2012 mit einem Verlust von 800.000 EURO abgeschlossen, ergänzt der Aufsichtsratsvorsitzende.

Das weitere Szenario hängt jetzt vom Ausgang der weiteren Gespräche ab: so ist die Zukunft von mehr als 100 Mitarbeitern in den Unternehmensbereichen Recycling, Garten- und Landschaftsbau sowie beim Wohnservice zwar bereits gesichert, unklar ist derzeit allerdings die Perspektive der Ausbildungswerkstatt sowie den weiteren Teilbereichen der GOAB über den 31. Dezember 2013 hinaus. Für den Bereich Aus- und Weiterbildung in der Pflege und der Schwerbehindertenvermittlung gibt es bereits viele Interessenten und entsprechende Gespräche, Heidenfelder strebt eine Übernahme der Mitarbeiter durch einen neuen Träger an.
Von den 66 jungen Menschen, die aktuell ihre Ausbildung bei der GOAB machen, werden zehn diese im Februar 2014 abschließen. Für die verbleibenden Azubis sowie den in der Region anerkannten Ausbildungsbetrieb sucht die Insolvenzverwalterin noch nach einem neuen Eigentümer. Bis dahin wird der Betrieb mit 9 Mitarbeitern in Eigenregie weitergeführt.

Beschlossen ist die Schließung der Produktionsschule, des Reinigungsservice, der Kantine sowie des Möbelgeschäftes Zebra im Odenwaldring. Auch die Verwaltung werde nun geordnet abgewickelt, so Heidenfelder: „Die Mitarbeiter in diesen Bereichen erhalten ein Angebot zum Übergang in die Transfergesellschaft PRM. Diese hat bereits die Beschäftigten der Druckerei MAN Roland mit personenbezogenen Gesprächen, Profiling und Bewerbungshilfe beim Wiedereinstieg unterstützt.“ Die Ausstattung der Transfergesellschaft liegt zwischen 420.000 und 470.000 EURO, der genaue Betrag hängt von der Anzahl der Mitarbeiter ab, die sich zum Übergang in diese entscheiden, erläutert die Insolvenzverwalterin. Längstens bis Ende 2014 können die Mitarbeiter der GOAB dann in der Transfergesellschaft verbleiben.
„Bis Ende Dezember ist noch Zeit einige Weichen zu stellen“: Daher hofft Heidenfelder auch für die 12 Mitarbeiter des Aktivierungszentrums noch auf eine gute Lösung. Rund 150 Langzeitarbeitslose werden von diesen motiviert und qualifiziert.

Neben der Tatsache, dass sich die beteiligten Partner und Organisationen neue Ansprechpartner in allen Fragen um Weiterbeschäftigung und Qualifizierung suchen müssten, bestehe Konsens, dass die GOAB eine wichtige soziale wie gesellschaftliche Rolle in der Region übernimmt, ergänzte Dr. Schwenke: „Ich bin froh, dass es bereits jetzt gelungen ist, eine Fortführung für weite Teile des Unternehmens zu sichern oder in Aussicht zu stellen.“