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Mit dem von der Offenbacher Stadtverordnetenversammlung im Sommer beschlossenen Forderungspapier zur Fluglärmreduzierung wird sich in Kürze auch die Kommission zur Abwehr des Fluglärms befassen. Wie Bürgermeister und Flughafendezernent Peter Schneider mitteilt, hat er das zehn Punkte umfassende Forderungspapier aus Offenbach zur Beratung in das Gremium eingebracht, in dem Vertreter aus über 30 Anrainerkommunen des Frankfurter Flughafens Maßnahmen zum Schutz gegen Fluglärm diskutieren.

Da die Vorschläge der Fluglärmkommission gemäß Luftverkehrsgesetz als Beratungs- und Handlungsgrundlage direkt in das hessische Verkehrsministerium, die Deutsche Flugsicherung und in das Bundesamt für Flugsicherung einfließen, erhofft sich Schneider, „dass die Offenbacher Forderungen in den Maßnahmenkatalog der Kommission aufgenommen werden und dann auf Bundes- und Landesebene bald eine größere Rolle spielen“.

Denn Schneider ist sich sicher, dass von den Offenbacher Forderungen viele lärmgeplagte Städte in der Region profitieren können: „Wir fordern kurzfristig vor allem eine deutliche Reduzierung der Lärmbelastung durch die Einführung einer Lärmobergrenze, eine Deckelung der Anzahl von Flugbewegungen und ein echtes Nachtflugverbot in der gesetzlichen Nacht von 22.00 bis 6:00 Uhr“. Außerdem, so der Bürgermeister weiter, „sehen wir Lärmschutzpotenzial bei der Ausnutzung technischer Möglichkeiten, etwa durch Veränderungen des Anflugwinkels“. Ergänzend zur Beratung bei der Flugroutenfestsetzung, die zum festen Aufgabengebiet der Fluglärmkommission gehört, sollten derartige technische Aspekte Schneider zufolge zukünftig stärker mitberücksichtigt werden, um für die Anrainerkommunen des Flughafens unter dem Lärmschutzaspekt die besten Lösungen zu erarbeiten.

Daneben erwartet Schneider, dass sich die Kommission auch mit den politischen Forderungen auseinandersetzt, die von den Offenbacher Stadtverordneten beschlossen wurden: „Unser Wunsch nach stärkerer Bürgerbeteiligung in Sachen Lärmschutz ist für die gesamte Region eine wichtige Forderung, schließlich geht es dabei um kein geringeres Gut als den Gesundheitsschutz der Bevölkerung. Hier müssen die Betroffenen selbst stärker Gehör finden und mitentscheiden können“.

Wenn dann noch der Offenbacher Anregung gefolgt wird, eine Luftverkehrsprognose zu erstellen, die das stagnierende Luftverkehrsaufkommen am Frankfurter Flughafen berücksichtigt, „könnten sich die weiteren Ausbaupläne für den Flughafen schnell relativieren und zu der realistischen Betrachtung führen, dass statt eines weiteren Ausbaus zunächst einmal die Einschränkung des vorhandenen Fluglärms auf der Prioritätenliste der Fraport ganz nach oben gehört“, ist sich Schneider sicher.

Die Fluglärmkommission tagt erneut im Februar 2014. Das Offenbacher Forderungspapier zur Reduzierung des Fluglärms soll dann auf der Tagesordnung stehen.