Sprungmarken
Suche
Suche

Anlässlich einer neunjährigen, erfolgreichen Zusammenarbeit warfen Bürgermeister Peter Schneider, Dr. Michael Koch (Jugendamt), Frank Weber (Ordnungsamt) und Wilhelm Uhl vom Förderverein „Sicheres Offenbach“ einen Blick auf die Anfänge des erfolgreichen Rahmenkonzepts und Methodenkoffer „Gewaltprävention an Schulen“.

Während andere pädagogische Programme den Umgang mit Gewalt thematisieren, geht es dem Offenbacher Modell um das frühzeitige Erkennen und Vermeiden. „Wenn wir Fehlentwicklungen verhindern wollen, müssen wir präventiv arbeiten“, fasst es Bürgermeister und Jugenddezernent Peter Schneider auf der Pressekonferenz am Donnerstag, 22. August 2013, zusammen. „Jugendliche müssen gestärkt und ihre psychosozialen Kompetenzen gefördert werden, sodass sie lernen, konstruktiv mit Konflikten umzugehen.“

Von Anfang an hat sich der Förderverein „Sicheres Offenbach“ für die Entwicklung und den Einsatz des Konzepts für Gewaltprävention eingesetzt. 25.000 Euro spendet der Verein jedes Jahr allein für den Methodenkoffer. 194.000 Euro sind so mittlerweile zusammengekommen, die die Umsetzung der Maßnahmen Jahr für Jahr am Leben erhalten. Seit neun Jahren sind die Projekte rund um das Thema Gewaltprävention an 13 Offenbacher Schulen nicht mehr wegzudenken. Doch das Konzept sei bis heute kein Selbstläufer, versichert Wilhelm Uhl, erster Vorsitzender des Fördervereins. „Jedes Jahr werden neue Lehrer und Schüler im Umgang mit den Maßnahmen geschult.“

In Dr. Michael Koch, Sachgebietsleiter Kinder- und Jugendarbeit und Koordinationsstelle Gewaltprävention & Kulturelle Bildung, und dem Jugendamt Offenbach fand der Förderverein „Sicheres Offenbach“ einen kompetenten Partner, der sich der Idee, Gewalt unter Jugendlichen vorbeugend etwas entgegenzusetzen, annahm.
„Was brauchen junge Menschen?“ war eine der zentralen Fragen, die Dr. Michael Koch vor etwa neun Jahren bewegte als er das Rahmenkonzept zur Gewaltprävention entwickelte. Er wollte verstehen, welche Bedeutung hinter der Gewalt von Jugendlichen steckt, die damals in Schulen, auf Pausenhöfen und auf dem Weg zum Unterricht vor kam. Sein entwickelter Methodenkoffer setzt sich aus einer Vielzahl von Programmen, Maßnahmen und Methoden zusammen, die den Jugendlichen eine Alternative bieten sollen, durch die sie Anerkennung und Bestätigung erhalten. „Die Grundidee setzt bei den Schülern an“, erklärt Dr. Michael Koch. „Nicht nur bei ihren Schwächen, sondern vor allem bei ihren Stärken.“ So werden Schüler beispielsweise zu Streitschlichtern ausgebildet und durch Partizipationsprojekte stärker in den Schulalltag eingebunden. Ergänzt werden solche Maßnahmen durch Sport-, Musik- und Kulturprojekte, die die Schüler herausfordern, stärken und ihnen Erfolgserlebnisse verschaffen. Flankierende Angebote steuert außerdem die Jugendhilfe bei. Zusätzlich findet am Montag, 30. September 2013, der mittlerweile 8. Fachtag „Gewalt & Gewaltprävention“ in Offenbach statt.

Frank Weber, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes und zuständig für Kommunale Prävention, versicherte, dass die Vielzahl an Maßnahmen ohne die Unterstützung des Fördervereins nicht möglich wäre. Alleine 2013 wurden 46.880 Euro für die Präventionsangebote ausgegeben. 25.000 Euro davon stammen vom Verein.

Am Ende profitieren nicht nur die Opfer und die Täter, sondern die gesamte Gesellschaft.
Das Maßnahmenprogramm haben sich in den vergangenen Jahren andere Kommunen abgeschaut: Bis heute ist es Vorbild und als „Best-Practice-Projekt“ ausgezeichnet.