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Ergänzende Informationen für alle Kolleginnen und Kollegen, die am Pressetermin (10. Juli) nicht teilnehmen konnten.

Mit der Goldmünze des römischen Soldatenkaisers Pertinax ist die Beckersche Sammlung im Haus der Stadtgeschichte seit Kurzem um eine weitere Münze dieses Edelmetalls reicher. Alle weiteren der rund 600 Münzen umfassenden Sammlung sind aus Silber oder einer Zinn-Bleilegierung. Carl Wilhelm Becker lebte von 1815 bis 1827 in Offenbach und ging als „Münzen-Becker“ in die Offenbacher Stadtgeschichte ein. Zu den Kunden des Medailleurs, Münzkopisten und Kunst- und Münzhändlers gehörten Johann Wolfgang Goethe und Mayer Amsel Rothschild.

Der Offenbacher Carl Nathan Mayer legte mit seiner Schenkung um 1920 den Grundstein für die Münzsammlung im Haus der Stadtgeschichte, die in den folgenden Jahren mit Schenkungen und Ankäufen wuchs. Der passionierte Numismatiker Hans Möller hat die Sammlung lange ehrenamtlich betreut und sich mit der Provenienz der römischen Münze beschäftigt: „Pertinax Regentschaft währte nur wenige Wochen, nämlich von Januar bis März 193 n.Chr., dann wurde er wegen nicht erfüllter Soldversprechungen ermordet. Entsprechend wenig Münzen wurden seinerzeit von ihm geprägt.“
Aber auch die Beckersche Nachprägung ist durchaus eine Rarität, denn Gold verwendete der Kopist, dessen Stempel heute im Berliner Münzkabinett zu sehen sind, selten. Umso höher schätzt Museumsleiter Dr. Jürgen Eichenauer den Neuzugang in der Sammlung. Möglich wurde der Ankauf auch mit Mitteln der Kulturstiftung der Städtischen Sparkasse, die mit 1.500 EURO die Hälfte des Kaufpreises übernahm.

BU: Museumsleiter Dr. Jürgen Eichenauer, Werner Schwind, Vorstandsmitglied der Sparkasse Offenbach, und Hans Möller mit der Münze
Fotos: Stadt Offenbach