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Es ist wieder lauter am Offenbacher Himmel geworden. Diese gefühlte Lärmbelastung vieler Bürgerinnen und Bürger bestätigt nun auch Schwarz auf Weiß der aktuelle halbjährliche Fluglärmbericht, den die Flughafenbetreiberin Fraport AG für den Winterflugplan 2013/14 erstellt und kürzlich vorgestellt hat.

„Das derzeitige Lärmniveau lag im Winter 2013/2014 deutlich unter den vorhergesagten Werten des Ausbaufalls.“ Unter anderem mit diesen Worten werden die Ergebnisse des 3. Halbjahresberichts der Fraport AG zur Fluglärmsituation zusammengefasst, der Ende Juni veröffentlicht worden ist. Diese vermeintlich gute Meldung ist nach Ansicht des Offenbacher Bürgermeisters und Flughafendezernenten Peter Schneider „fast schon belustigend“, da die Zahl der Flugbewegungen weit hinter den Prognosen im Planfeststellungsbeschluss zurückgeblieben sind. Dass dann auch die erwarteten Lärmwerte niedriger sind – die für Offenbach eine Höchstbelastung bedeutet hätten – dürfte kaum überraschen.

Grundsätzlich positiv für Offenbach bewertet Schneider zunächst, dass die Anzahl der Flugbewegungen weiterhin stagniert. „Allerdings wurde im Winter 2013/2014 wesentlich mehr die Betriebsrichtung 25 genutzt mit entsprechenden Landeanflügen über Offenbach“, so Schneider, „was die Lärmbelastung an den beiden Fraport-Messstellen in Bieber und Lauterborn auch ausweist.“ So ist es dort laut Fluglärmbericht 1 db(A) lauter geworden gegenüber dem Winterflugplan 2012/2013. „Wir als Stadt Offenbach fordern daher weiterhin die Abschaffung der sogenannten Rückenwindkomponente.“ Diese ermöglicht Landeanflüge auch bei Wetterlagen, die nach allen internationalen Regeln zu einer Änderung der Betriebsrichtung anhalten. Der vermehrte Westbetrieb im vergangenen Winter sei keineswegs „vom Wettergott gegeben“, sondern hänge vielmehr mit der Festsetzung der Betriebsrichtung durch die Fraport und die Deutsche Flugsicherung zusammen. „Der Bericht erweckt den Eindruck, als sei Offenbach Opfer ungünstiger Wetterlagen geworden. Dem ist mitnichten so!“

Für Bürgermeister Schneider zeigt der aktuelle Report weiterhin: „Unsere Forderung, dass die Prognosen im Planfeststellungsbeschluss zur künftigen Flugverkehrssituation dringend der Realität angepasst werden müssen, hat mehr denn je Gültigkeit.“ In ihrem Zehn-Punkte-Programm fordert die Stadt Offenbach eine Neuorientierung. „Es kann nicht sein, dass das Horrorszenario von 701.000 Flugbewegungen weiterhin als Grundlage genommen wird, um zu sagen: ,Seht her, ist doch gar nicht so schlimm wie erwartet‘". Vielmehr müssten realistische Annahmen gemacht werden und auf Grundlage dieser alle Anstrengungen, den Fluglärm zu reduzieren, gemessen werden. Dann werde auch klar, dass etwa ein Terminal 3 fernab jeglicher Notwendigkeit ist. „Und die Bewertung von Schallschutzmaßnahmen fände endlich eine realistische Grundlage“, so Schneider abschließend.