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Ergänzende Informationen für alle Kolleginnen und Kollegen, die am Pressetermin, 31. März 2014, nicht teilnehmen konnten.

Nachteilsausgleich und die Attraktivität Offenbachs als Lernstandort stärken: alle zwei Jahre veröffentlichen der Magistrat der Stadt Offenbach, das Staatliche Schulamt für Stadt und Kreis und die Stadt Offenbach den „Erziehungs- und Bildungsbericht“ (EBO), der alle Bildungsangebote „von der Wiege bis zur Bahre“, so Bildungsdezernent Dr. Felix Schwenke, erfasst und einordnet. 2014 erscheint der EBO bereits zum achten Mal und schreibt unter anderem die 2012 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Datengrundlage des „Orientierungsrahmen für Bildungsentwicklung“ fort. Konkret bedeutet dies die kontinuierliche Evaluation und weitere Entwicklung des lebenslangen Lernens in Offenbach. Zentrales Ergebnis des aktuellen Berichtes sind die Integrationsleistungen der Stadt auf der einen und die Hinweise auf Bildungsarmut auf der anderen Seite.

Offenbach ist eine junge Stadt und hat eine große Integrationsleistung zu tragen, über 50 Prozent der 124.261 (2012) Bewohner haben einen Migrationshintergrund. Sprachförderung sei daher eines der zentralen Themen in den Kindertagesstätten und der Politik in Offenbach, so Bürgermeister Peter Schneider: „Der Bericht ist eine gute Basis für die weitere Arbeit“. Denn die Bevölkerung wächst, so ist beispielsweise der Deckungsgrad bei Kindergartenplätzen in 2012 um 2,6 Prozentpunkte auf 92,8 Prozent zurückgegangen. Obwohl der Anteil der Betreuungsplätze zugenommen hat: 1.237 Krabbelstubenplätze (+ 237 Plätze im Vergleich zu 2010) und 4.140 Kindergartenplätze gab es im Jahr 2012. „Wir werden den Ausbau der qualifizierten Angebote für die Kinder und Eltern in der Stadt Offenbach weiter gewährleisten und gerade auch im Bereich der unter 3-jährigen stärken.“
Rund 2 Millionen Euro habe der Eigenbetrieb Kindertagesstätten Offenbach (EKO) für Sprachförderung ausgegeben und 2.112 Kinder besonders beschult, ergänzt Hermann Dorenburg, Leiter des EKO und des Jugendamtes. Denn: „Je länger Kinder mit Migrationshintergrund eine Kindertagesstätte besuchen, desto besser sind ihre Deutschkenntnisse.“

Insgesamt 13.152 Schülerinnen und Schüler besuchten im Schuljahr 2011/12 allgemeinbildende Schulen in Offenbach, von denen 44 Prozent keinen Migrationshintergrund haben. Auch hier zeigte sich das Bevölkerungswachstum an der gestiegenen Zahl der Seiteneinsteiger, also Schülerinnen und Schülern, die neu in das deutsche Bildungssystem kommen: Im Jahr 2012 waren es 174 Seiteneinsteiger aus rund 26 Ländern, von denen die meisten Schüler aus Bulgarien (35), Rumänien (30) und Griechenland (29) kamen. Nicht erfasst werden übrigens die Seiteneinsteiger in der Grundschule, in der 62 Prozent der Schülerschaft einen Migrationshintergrund haben.
Obwohl sich bereits in den Grundschulbezirken zeige, „was alle Grundschulen in der Stadt Offenbach leisten, um bildungsferne Schüler und Schülerinnen bei den Herausforderungen des schulischen Alltags zu unterstützen“, so Birgitta Hedde, stellvertretende Leiterin des staatlichen Schulamtes für den Landkreis Offenbach und die Stadt Offenbach mit Verweis auf den Index sozialer Belastung für Grundschulbezirke, der hoch mit dem Hessischen Sozialindex korreliert. Dieser Index identifiziert die Anteile bildungsferner Haushalt in belasteten Wohnsituationen in den Offenbacher Grundschulbezirken, um zusätzliche pädagogische Ressourcen bereit zustellen.

Besonderen Personalbedarf gibt es demzufolge in den innerstädtischen Bezirken Eichendorffschule, Mathildenschule, aber auch der Lauterbornschule. Schon jetzt unternimmt die Stadt große Anstrengungen, um Bildungsqualität und Sprachförderung zu gewährleisten und Bedarfe abzudecken: in einer Vielzahl von Kooperationen und unterschiedlichen Finanzierungsformen wird am Ausbau der Ganztagsbetreuung in Schule und Hort gearbeitet.

Immerhin verließ der Großteil der Schülerinnen und Schüler die allgemeinbildende Schule mit dem mittleren Abschluss (+ 8,5 Prozent) oder mit der Hochschulreife (+2,3 Prozent). 124 beendeten das Schuljahr ohne Hauptschulabschluss (+1,4 Prozent). Im Vergleich der hessischen Großstädte hat Offenbach mit 10,7 Prozent den höchsten Anteil am durchschnittlichen Altersjahrgang, der die Schule ohne Hauptschulabschluss verlässt.
„Die Lehrerzuweisung an die Struktur der Schülerschaft zu koppeln, sei eine gute Entscheidung der Landesregierung gewesen, so Stadtrat und Bildungsdezernent Dr. Felix Schwenke, allerdings: „Wir brauchen eine höhere Zuweisung von Lehrkräften nach dem Sozialindex“