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11. Februar 2015: Interessante Zahlen, wichtige Daten und Erkenntnisse offenbart der Datenbericht Bildung 2014, den die Stadt Offenbach am Dienstag vorgestellt hat. Er schreibt zentrale Daten des Erziehungs- und Bildungsberichts Offenbach (EBO) fort und bereitet sie in kompakter Form auf. Berichtsjahr ist das Schuljahr 2012/13 beziehungsweise das Kalenderjahr 2013. Der Datenbericht ergänzt damit den ausführlicheren EBO, der alle zwei Jahre erscheint.

Frühkindliche Bildung

Ende 2013 stehen für die unter Dreijährigen 1.330 Plätze in Einrichtungen und Tagespflege zur Verfügung (+93 Plätze im Vergleich zu 2012). 2013 wurde per Stadtverordnetenbeschluss zur Schaffung eines bedarfsgerechten Angebots die Bedarfsdefinition erweitert (von 35 % auf 45 % der bis unter Dreijährigen). Das heißt, mit dem Ausbau des Betreuungsangebots im Berichtsjahr kann die rechnerische Nachfrage (45 % der Alterspopulation) zu 76,2 % abgedeckt werden.

Ende 2013 sind 4.163 Kindergartenplätze vorhanden (+23 Plätze im Vergleich zu 2012). Damit wird die rechnerische Nachfrage (98 % der Alterspopulation) zu 93,6% abgedeckt (+0,8 Prozentpunkte im Vergleich zu 2012).

37,4 % der Eltern (+1 Prozentpunkt) tragen in 2013 die Kitagebühren in voller Höhe selbst. Gleichzeitig werden auch mehr Kita-Eltern voll bezuschusst. Der Anteil der Vollbezuschussten ist um knapp drei Prozentpunkte auf 61,5 % gestiegen. Nur noch 1,1 % (Vorjahr: 4,8 %) der Kita-Eltern werden teilbezuschusst.

Die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchung des Stadtgesundheitsamts zeigen, wie in den Vorjahren, eine deutliche Tendenz: Je länger Kinder mit Migrationshintergrund eine Kita besuchen, desto eher sprechen sie fehlerfrei Deutsch: Bei einer Kitabesuchsdauer von mehr als drei Jahren sind es 49%, bei einer Besuchsdauer von 18 Monaten bis drei Jahren sprechen 38% und bei einer Besuchsdauer von weniger als 18 Monate sprechen 15 % der Kinder mit Migrationshintergrund fehlerfrei Deutsch.


Bildung im Schulalter

Im Schuljahr 2012/13 befinden sich 13.192 Schüler/-innen an allgemeinbildenden Schulen in der Stadt Offenbach. Der Anteil der Schüler/-innen mit Migrationshinter-grund beträgt 57,9 % (+1,9 Prozentpunkte). Der Anteil der Kinder mit Migrationshin-tergrund in der Grundschule liegt mittlerweile bei 64,5 % (+2,5 Prozentpunkte). Wie im Vorjahr besuchen mehr männliche als weibliche Schüler die Förderschule und Hauptschule. Der Anteil der Schülerinnen ist in der Realschule und im Gymnasium größer. In der Förderstufe und integrierten Gesamtschule ist das Geschlechterverhältnis nahezu ausgeglichen.

Der Mittelwert des Sozialindex für Grundschuleinzugsbezirke, der von der Jugend-hilfeplanung entwickelt wurde, ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen (+1,6 Punkte). Das bedeutet, dass der durchschnittliche Anteil armutsgefährdeter Familien in den Grundschuleinzugsbezirken gestiegen ist.

Übergang 4/5: In der Stadt Offenbach gibt es nach der Grundschule die Möglichkeit, an eine Förderstufe, Integrierte Gesamtschule oder an ein Gymnasium zu wechseln. Im Berichtsjahr wechselten 24 % (+2,8 Prozentpunkte) an eine Förderstufe, 34,8 % (+2,2 Prozentpunkte) an eine IGS und 41,2 % (-5 Prozentpunkte) an ein Gymnasium. Während bei den Schüler/-innen ohne Migrationshintergrund fast die Hälfte an ein Gymnasium wechselte, betrug der Anteil bei den Schüler/-innen mit Migrationshinter-grund 37,4 %. Damit bleibt auch bei den Schüler/-innen mit Migrationshintergrund das Gymnasium die beliebteste Schulform.

Insgesamt wiederholten 364 Schüler/-innen im Berichtsjahr eine Klasse. Die Quote der Klassenwiederholungen ist mit 2,9 % leicht rückläufig (Vorjahr: 3,2%). Die höchste Wiederholerquote hat das Gymnasium. Die Wiederholerquoten von Schüler/-innen mit Migrationshintergrund sind niedriger als die der Schüler/-innen ohne Migrationshintergrund (außer an der Grundschule und Gymnasium).

Schulabschlüsse: Die Zahl der Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss ist zurückgegangen und hat den tiefsten Stand seit dem Schuljahr 2008/09 erreicht. 94 Schüler/-innen (Vorjahr: 124) verlassen am Ende des Schuljahres 2012/13 die allgemeinbildenden Schulen ohne Hauptschulabschluss (in der Zahl enthalten sind 40 förderschulspezifische Abschlüsse). Die Schulabgangsquote „ohne Hauptschulabschluss“ beträgt 8,1 % (Hessen: 4,8 %). Sie ist um 2,6 Prozentpunkte gesunken.
Während die Schulabgangsquote „mit Hauptschulabschluss“ nahezu gleich geblieben ist (26,5 %), ist sie für den mittleren Abschluss (40,6 %, +1,8 Prozentpunkte) und für die Hochschulreife (46 %, +15,7 Prozentpunkte) gestiegen.

2.887 Schüler/-innen besuchen im Schuljahr 2012/13 ganztägige Angebote an Grund- und Förderschulen (das entspricht ca. 60 % der Schülerschaft der beiden Schulformen). Die Angebote werden von Fördervereinen, Kommune oder Land finanziert. An weiterführenden Schulen (ohne Berufliche Schulen) nehmen 3.554 Schüler/-innen ganztägige Angebote in Anspruch (entspricht ca. 43 % der Schülerschaft).

Die Zahl an Hortplätzen ist zum Dezember 2013 gegenüber dem Vorjahr um 198 Plätze gestiegen und beträgt nun 1.353. Entsprechend des eingangs genannten Be-schlusses der Stadtverordnetenversammlung tritt auch für die Schaffung eines bedarfsgerechten Angebots an Hortplätzen in 2014 eine erweiterte Bedarfsdefinition (35 % anstatt 25 % der Grundschulkinder) in Kraft. Nach dieser erweiterten Bedarfsdefinition werden 78,6 % der Nachfrage nach Hortplätzen gedeckt. 

Die Verteilung der Schüler/-innen nach den Teilbereichen des beruflichen Ausbildungssystems an den beruflichen Schulen der Stadt (duale Ausbil-dung/Schulberufssystem/Übergang Schule-Beruf) hat sich nur leicht verändert: Der Anteil von Schüler/-innen im Schulberufssystem ist um 2,3 Prozentpunkte gestiegen. Damit werden Rückgänge in der dualen Ausbildung (-1,4 Prozentpunkte) und im Übergangssystem (-0,9 Prozentpunkte) kompensiert. Insgesamt befinden sich 61 % der Schüler/-innen an den beruflichen Schulen in dualer Ausbildung, 15 % im Schulberufssystem (u.a. in vollschulischen Ausbildungsgänge) und 24 % im Übergangssystem (u.a. in Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung).

An den beruflichen Schulen haben am Ende des Schuljahrs 2012/13 98 Schüler/-innen den Hauptschulabschluss nachgeholt (Ende 2011/12: 73).


Weiterbildung

Im Jahr 2013 erreichte die Volkshochschule 11.061 Belegungen (-42 im Vergleich zum Vorjahr) durch Teilnehmende. Wie in den Vorjahren spielt der Sprachenbereich eine zentrale Rolle, 54 % der Belegungen entfallen auf ihn. Innerhalb des Sprachen-bereichs entfallen mehr als ein Drittel der Belegungen auf die Angebote Deutsch als Fremdsprache.

Die Stadtbibliothek (Bibliothek, Bücherbus) wurde von knapp 270.000 Besucher/-innen aufgesucht (-16.700 im Vergleich zum Vorjahr). Als aktive Entleiher/-innen sind rund 9.500 Personen registriert, davon sind ein Drittel Kinder bis zwölf Jahre.