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13. April 2015: Wie Ordnungsdezernent Dr. Felix Schwenke mitteilt, hat die Gewerbeabteilung des Offenbacher Ordnungsamtes in der Nacht von Freitag auf Samstag (10./11. April) gemeinsam mit Kräften der Polizei Gaststätten in Offenbach umfangreich kontrolliert, in denen das Rauchen von Wasserpfeifen (Shishas) angeboten wird. Es kam zu zahlreichen Beanstandungen.

Bei der knapp neunstündigen Aktion, die bis in die frühen Morgenstunden andauerte, stellten die Einsatzkräfte in jeder zweiten Gaststätte Ordnungsverstöße und Mängel fest. Sie überprüften insbesondere, ob eine ordnungsgemäße Be- und Entlüftung des Gastraums sowie eine ausreichende Anzahl funktionierender Kohlenmonoxid-Warnmelder vorhanden waren. Ferner kontrollierten die Ordnungshüter mittels eines speziellen Messgerätes die Kohlenmonoxid-Konzentration in der Umluft der Gasträume.

In einigen Lokalen fehlten die geforderten Kohlenmonoxid-Warngeräte, in anderen war die Leistung der Lüftungsanlagen unzureichend, was zu einer erhöhten Belastung mit Kohlenmonoxid insbesondere in den Zubereitungsräumen der Gaststätten führte. In einem Fall war die Konzentration so hoch, dass die Feuerwehr alarmiert werden musste. Unter schwerem Atemschutz räumte sie die Shisha-Kohle aus dem Anzündeofen aus. Nach einer intensiven Lüftung konnte der Kohlenmonoxidwert wieder auf ein gesundheitsunschädliches Maß gesenkt werden. Der bei dem Großeinsatz mitalarmierte Notarzt überprüfte den Gesundheitszustand des Gastwirtes und seines Mitarbeiters, konnte aber nach einer kurzen Untersuchung Entwarnung geben.

Im Zuge dieser nächtlichen Kontrolle, die in enger Absprache mit Kräften des Polizeipräsidiums Südosthessen erfolgte, wurden darüber hinaus insgesamt 18 Verstöße gegen Gaststätten-Auflagen, des Jugendschutzgesetzes als auch der Spielverordnung (illegales Geldspielgerät) festgestellt. Die Polizei kontrollierte ihrerseits etwa 132 Personen und wurde bei zwei Gästen unter Heranziehung des Betäubungsmittelgesetzes und des Aufenthaltsrechts fündig.

Die durch den Sachgebietsleiter der Gewerbeabteilung des Ordnungsamtes festgestellten Gaststättenmängel sind nun durch die jeweiligen Betreiber umgehend zu beheben. In einem Fall wurde die Zubereitung von Shishas mit sofortiger Wirkung untersagt. Laut Angaben des Ordnungsamtes haben die Gastwirte mit empfindlichen Bußgeldern zu rechnen. Bei Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz sind 500 Euro fällig, das Aufstellen und Betreiben illegaler Spielgeräte kostet zwischen 500 und 1000 Euro, das Fehlen von Kohlenmonoxid-Warnmeldern beziehungsweise die Gefährdung von Personal und Gästen wird mit einem Bußgeld in Höhe von 500 Euro geahndet.

Ordnungsdezernent Schwenke bedankte sich bei den Einsatzkräften für die gute Zusammenarbeit und kündigte weitere Kontrollen an: „Die Stadt Offenbach wird ähnliche Aktionen auch in Zukunft immer wieder vornehmen, damit eine Gefährdung von Gästen und Personal durch das Einatmen von Kohlenmonoxid in sogenannten Shisha-Cafés ausgeschlossen ist.“


Hintergrund:

Wasserpfeifen, auch Shishas genannt, haben ihren Ursprung im türkisch-arabischen Raum und gelten vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen immer noch als vergleichsweise unschädliche Alternative zur Zigarette. Im Gegensatz zur Zigarette wird der Tabak in der Wasserpfeife nicht direkt verbrannt, sondern bei niedrigen Temperaturen verschwelt. Zur Erhitzung des Tabaks wird meist gepresste Kokoskohle verwendet. Bei der Verbrennung der Kohle entsteht eine erhebliche Menge an Kohlenmonoxid.

Bereits in der Vergangenheit kam es in verschiedenen deutschen Städten wie auch in Offenbach zu lebensbedrohlichen Vorfällen durch dieses farb-, geschmacks- und geruchsneutrale Gas. Besonders gefährlich ist, dass es für eine Kohlenmonoxidvergiftung nicht zwingend vorzeitige Anzeichen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit gibt. Es ist inzwischen unbestritten, dass der Konsum von Wasserpfeifen gesundheitliche Risiken mit sich bringt. Nichtsdestotrotz boomt das Geschäft: Alleine im Stadtgebiet Offenbach eröffneten im vergangenen Jahr fünf Gaststätten mit Shisha-Angebot.