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23. November 2015: Mit einer kleinen Feier hat sich Matthias Müller, der Leiter des Amtes für Öffentlichkeitsarbeit, am vergangenen Freitag, 20. November, im City-Tower in den Ruhestand verabschiedet. Er hatte in den vergangenen Jahrzehnten vieles angestoßen und bewegt. Müller gilt als „Vater“ des Mainuferfestes, das jedes Jahr tausende Besucher in das Kulturkaree und an den Main lockt. Auch das Offenbacher Lichterfest geht auf seine Idee und sein Engagement zurück.

1978 kam der gebürtige Fuldaer nach Offenbach, vorher hatte er in Würzburg Volkswirtschaft studiert. Es folgte ein Aufbaustudium Verwaltungswissenschaften an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer. Mit Diplom und Magister ausgestattet wurde Müller zunächst Fraktionsassistent bei der SPD Offenbach, im Dezember 1984 dann Geschäftsführer bis Februar 1987. Oberbürgermeister Wolfgang Reuter holte ihn anschließend ins Presse- und Informationsamt, das heute Amt für Öffentlichkeitsarbeit heißt.

Die Zweifel, die die Opposition seinerzeit an der Neutralität des neuen Amtsleiters äußerten, stellten sich schnell als unbegründet heraus. Als ebenso haltlos erwies sich der Vorwurf, Müller mangle es an einer journalistischen Ausbildung. Beides habe sich, so Oberbürgermeister Horst Schneider in seiner Rede anlässlich der Verabschiedung, schnell als unbegründet erwiesen. Denn ganz im Gegenteil habe der Quereinstieg Müller unkonventionelle Denkweisen und ein Bewusstsein für Trennschärfe erlaubt: „Beides passte auch zu einer Stadt, in der der Umbruch längst dramatische Züge angenommen hatte, viele politische Akteure dies aber erst zu realisieren begannen. Matthias Müller hat vielleicht schneller und präziser verstanden, was auf Offenbach noch zukommt.“

Eine Konsequenz daraus war die Entwicklung unterschiedlicher Formate, die die positiven Seiten der Stadt in Szene setzten. Das Mainuferfest ist beispiellos, kaum eine andere Stadt hat eine vergleichbare lebendige Vereinslandschaft und Matthias Müller wusste diesen Schatz zu heben. Anfangs musste noch Überzeugungsarbeit geleistet werden, aber heute ist das zweitägige Fest am Mainufer nicht mehr aus dem Kalender wegzudenken.

Ein ähnlicher Coup ist auch das Lichterfest, das alljährlich rund 8000 Bürger zu den Klängen der Neuen Philharmonie Frankfurt an das Büsingpalais und den umliegenden Park lockt. Anlässlich der S-Bahn-Eröffnung ersann Müller gemeinsam mit dem Gewerbeverein die Offenbacher Woche, die seitdem jedes Jahr mehrere tausend Menschen nach Offenbach lockt. So wie der Wetterpark, den Müller von der Idee bis zum Bau des Besucherzentrums beharrlich vorantrieb und ausbaute.

„Was wollen die Leute?“ Der direkte Austausch mit den Bürgern, deren Einschätzung und Meinung waren dem Presseamtsleiter wichtig, ob bei Festen oder auf der Straße. Und mit zusätzlichen technischen Möglichkeiten auch im Internet. Für die Diskussion städtebaulicher Projekt wie den Umbau des Wilhelmsplatzes und des Maindamms schaffte er beispielsweise moderierte Blogs. „Auch, um zu agieren anstatt zu reagieren“, so Schneider.

Dafür, dass die Stadt und ihre Gesellschaften als Ganzes wahrgenommen werden, sorgt auch der gemeinsame Internetauftritt, der im Sommer diesen Jahres rundumerneuert wurde und nun mit zeitgemäßen Funktionalitäten überzeugt. Müller hat den Prozess gemeinsam mit seiner OSG-Geschäftsführungskollegin Regina Preis gesteuert.

Das und vieles andere bleibt auch über den Tag hinaus. Es darf als gesichert gelten, dass Müller, auch in Zukunft, ob im Wohnzimmer zuhause in Mühlheim oder draußen in der Welt, immer erst einen Blick auf www.offenbach.de werfen wird. Die nächsten Monate hat der Pensionär bereits mit zahlreichen Reisen verplant – sein bisheriges Team ist auf die zu erwartenden Reiseberichte sehr gespannt.