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Fassade Beethovenschule/ Blick vom Schulhof
© georg-foto.de / Stadt Offenbach

Nachdem die Stadt im Juli 2012 den Neubau der Beethovenschule fertiggestellt und die betreffenden Flächen des Schulgeländes von Kampfmitteln geräumt hat, steht nun die Sondierung der übrig gebliebenen, südlichen Teilfläche des Grundstückes bevor. In seiner Sitzung am 16. September hat der Magistrat der Stadt Offenbach am Main grünes Licht für die Herstellung des Nachweises der Kampfmittelfreiheit gegeben. Das 2000 Quadratmeter große Gelände soll anschließend in einfacher Form, das heißt mit eingesätem Rasen, dem übrigen Schulgelände zugeschlagen werden.

Wie Oberbürgermeister Horst Schneider mit Verweis auf die Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs mitteilte, werde auf dem noch nicht sondierten Gelände „alles auf den Kopf gestellt, da Mutter Erde nichts vergisst“. Das Gelände liegt in einem Quartier, auf das im Krieg zahlreiche Bomben fielen. Während und nach dem Krieg wurde das Gelände mit Trümmerschutt verfüllt, der zum Teil mit Bombenresten durchsetzt ist. Mehrfach wurden während der Arbeiten für den Neubau der Beethovenschule Sprengkörper, unter anderem mit intaktem Zünder, gefunden. Einige der Sprengkörper entzündeten sich nach dem Abtransport von selbst.

Die Fläche wird nach Beseitigung der vermuteten Bombenreste gemäß „dem Wunsch eines Teils der Nachbarschaft“ zu einer öffentlich zugänglichen Grünfläche umgestaltet, teilte Schneider mit: „Jetzt haben wir das Geld dafür, um das mit einfachen Mitteln zu machen.“ Der Zugang erfolge künftig über die vorhandenen Schulhoftore während des Schulbetriebs.

Die Maßnahme soll vorbehaltlich des Projektbeschlusses durch die Stadtverordnetenversammlung noch vor der nächsten Vogelbrutzeit stattfinden. Im Haushalt sind hierfür Mittel in Höhe von 300.000 Euro vorgesehen. Die Abwicklung wird der OPG – Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH treuhänderisch übertragen. Ziel der Stadt ist es, alle 16 vorhandenen Bäume auf der Verdachtsfläche zu erhalten. „Das aber hängt davon ab, ob wir Kampfmittelreste im Wurzelwerk der Bäume finden oder nicht“, erläuterte Anna Heep vom Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement während einer Pressekonferenz im Rathaus. Im schlechtesten Falle müssten sämtliche Bäume gefällt und später durch Ausgleichsmaßnahmen ersetzt werden.

Drei mögliche Szenarien sind für den Projektbeschluss erarbeitet worden. Im unwahrscheinlichen Fall, dass nur die oberen 20 Zentimeter des Erdreichs gegen unbelasteten Oberboden ausgetauscht werden und keine Bäume gefällt werden müssen, könnte die Maßnahme mit 126.000 Euro deutlich günstiger ausfallen. Wahrscheinlicher sei jedoch, so Anna Heep, dass wesentlich mehr Aushub erforderlich sein wird und man mit bis zu acht Baumfällungen und entsprechenden Neupflanzungen rechnen müsse. In diesem Szenario würden die voraussichtlichen Kosten 226.000 Euro betragen. Die mit 300.000 Euro teuerste Variante (Szenario 3) geht davon aus, dass sämtliche Auffüllungen entfernt und fachmännisch entsorgt sowie alle Bäume gefällt werden müssen. Welches Szenario am Ende eintritt, wird sich jedoch erst baubegleitend, also während der begonnenen Sondierung, herausstellen.