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08. Dezember 2015: Mehr als 20 Landkreise, Städte und Gemeinden haben den Arbeitskreis „Kommunaler Klimaschutz“ gegründet, der sich vornehmlich aus Preisträgern des Bundeswettbewerbes des Kommunalen Klimaschutzpreises zusammensetzt. Für die Stadt Offenbach ist Heike Hollerbach, seit 2006 Leiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz, in den neuen bundesweiten Arbeitskreis berufen worden. Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) betreut das Netzwerk im Zuge des Projektes „KlimaPraxis – Klimaschutz in der kommunalen Praxis: Information, Motivation, Vernetzung“. Das Projekt wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative vom Bundesumweltministerium gefördert und läuft bis März 2018.

Der Arbeitskreis „Kommunaler Klimaschutz“ bietet seinen Mitgliedern Raum für einen Fach- und Erfahrungsaustausch, um wertvolle Anregungen für die eigene Arbeit in der Gemeinde zu erhalten. Er bündelt Know-how, reflektiert Erfahrungen und identifiziert neue Herausforderungen im kommunalen KIimaschutz. Dabei werden Fragen gestellt wie: „Welche Klimaschutzmaßnahmen sind wirtschaftlich für die Kommunen? Wie groß ist ihr Potenzial zur Minderung von Treibhausgasen?“ „Wie können Potenziale – auch in bisher weniger erfolgreichen Kommunen – erschlossen werden?“. Aufgezeigt werden außerdem Synergieeffekte zwischen Klimaschutzmaßnahmen und anderen kommunalen Handlungsfeldern wie Stadtplanung oder Wirtschaftsförderung.

Gewonnene Erkenntnisse können dann nicht nur selbst genutzt werden, aus dem Arbeitskreis heraus werden auch wichtige Impulse für Klimaschutzaktivitäten anderer Kommunen gegeben. Die „Vorbildfunktion“ der aktiven Städte werde damit noch stärker als bisher wahrgenommen, gleichzeitig sind sie Motivatoren für andere Kommunen. Die in den Sitzungen erarbeiteten Inhalte geben wertvolle Anregungen für die Kommunalpolitik und für die Weiterentwicklung von Klimaschutzstrategien für andere Kommunen. Um zur Meinungsbildung beizutragen, werden entsprechende Papiere erarbeitet. Geplant sind ebenfalls politische Stellungnahmen, etwa bei Gesetzesvorhaben.

Bürgermeister und Umweltdezernent Peter Schneider: „Klimaschutz und Klimaanpassung sind entscheidende Themen für unsere Zukunftsentwicklung, sowohl in der Stadt als auch in der Region. In einem bundesweiten Netzwerk tauschen sich Kommunen und Kreise konkurrenzfrei aus. Alle haben die gleichen Herausforderungen zu bewältigen, gerade auch in angespannten finanziellen Situationen. Teil eines solchen, fachkompetenten Netzwerks zu sein, ist auch besonders dann hilfreich, wenn es darum geht, zum Beispiel gesetzgebende oder politische Entwicklungen zu beobachten und gemeinsam über mögliche Reaktionen nachzudenken.“

Heike Hollerbach: „Für mich persönlich bedeutet die Teilnahme eine Ehre, meine Heimatstadt auch in der Bundesebene mit ihren erfolgreichen Aktivitäten in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken und gleichzeitig die Chance zu nutzen, von anderen zu lernen um uns auch in der Zukunft inhaltlich gut aufzustellen, um die richtigen Entscheidungen voran zu bringen.“

2012 und 2015 hat die Stadt Offenbach am Main mit zwei Projekten, der Haus-zu-Haus- Energieberatung und der Energieeffizienzberatung für Unternehmen, beim Bundeswettbewerb „Kommunaler Klimaschutz“ gewonnen. Die ersten 20.000 Euro Preisgeld hat die Kommune bereits für einen Fensteraustausch im Else-Hermann-Haus genutzt, die jüngst gewonnenen 25.000 Euro werden in eine Fenstersanierung der Albert-Schweitzer-Schule investiert, damit ist der Nutzen für die Stadt sehr praktisch sichtbar. Mit der Auszeichnung ist Offenbach Vorreiterkommune beim Klimaschutz im Bundesgebiet. Dieses Know-how ist jetzt auch in der Expertenrunde gefragt.

Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI). Mit der NKI initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Vorhaben, um Energie effizienter zu nutzen und Emissionen zu mindern. Ziel der Bundesregierung ist es, bis zum Jahr 2020 die Treibhausgasemissionen in Deutschland um mindestens 40 Prozent und bis 2050 sogar um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.

Informationen zum Projekt gibt es unter www.difu.de/projekte/2015/klimapraxis.html