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13. November 2015: Eine Grundschule ohne Turnhalle ist keine Lösung, auch wenn es nur eine Außenstelle ist: Die Notwendigkeit die im vergangenen Sommer eingeweihte Außenstelle der Grundschule Bieber in Waldhof mit einer Turnhalle zu ergänzen, liege auf der Hand, so Bürgermeister und Bildungsdezernent Peter Schneider bei der Vorstellung der Pläne am vergangenen Dienstag: „Alles andere ist weder zeitgemäß noch sinnvoll.“

Bisher müssen die Schüler zum Hauptstandort fahren, damit geht viel Unterrichtszeit verloren, die mit dem Neubau effektiv für Sport und die Nahmittagsbetreuung genutzt werden kann. Außerdem soll die geplante Ein-Feld-Turnhalle in der unterrichtsfreien Zeit den ortsansässigen Vereinen zur Verfügung stehen.

Seit Sommer 2014 besuchen 200 Kinder die Grundschule in Bieber-Waldhof, die als Außenstelle der Grundschule Bieber betrieben wird. Die geplante Turnhalle vervollständigt das 2014 fertig gestellte Gebäudeensemble aus Schulgebäude und Jugendhaus an der Ottersfuhrstraße. Das 750 Quadratmetergroße Gebäude greift soll im „low-tec“ Standard errichtet werden, außerdem komme mit einem Pelletkessel eine bedarfsorientierte Anlagentechnik zur Anwendung, erläutert Anna Heep, Leitung Hochbau beim Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement: „Die geplante Ausführung entspricht nicht nur der EnEV 2014, sondern unterschreitet diese sogar um 50 Prozent.“

In Anlehnung an das Hauptgebäude greift die Architektur der Turnhalle nicht nur die Klinkerfassade im Frontbereich wieder auf, sondern korrespondiert auch mit dessen Struktur: In einem flacheren Teil sind Eingang, Umkleideräume und Geräteraum untergebracht, ein Nebentrakt beherbergt die beiden geschlechtergetrennten Umkleideräume mit Sanitär- und Duschräumen. Für die Vereinsnutzung ist zusätzlich ein separater Zugang über den Nebenweg Kleewasem geplant. Im hinteren Bereich des Geländes schließt sich ein Biotop an, in das nun erneut geringfügig eingegriffen werde, so Heep weiter. Die Baukosten liegen bei rund 2,6 Millionen Euro, rund 800.000 Euro sollen aus dem Regionalfonds Fluglärmschutz beantragt werden. Dieser im Zuge des Ausbaus des Frankfurter Flughafens aufgelegte Fonds der Hessischen Landesregierung stellt Mittel für eine nachhaltige Kommunalentwicklung bereit. Kommunen können außerdem Fördermittel beantragen, um mögliche lärmbedingte soziokulturelle Nachteile auszugleichen. „Das ist eine Art Trostpflaster für lärmbelastete Gemeinden im Umfeld des Flughafens“, erklärt Schneider.

Sofern die Stadtverordneten am 19. November grünes Licht geben, soll im April kommenden Jahres mit dem Bau begonnen werden. Die Inbetriebnahme ist zum Schuljahresbeginn 2017/18 geplant.