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Offenbach am Main, 17.02.16 – Mit dem Masterplan ist der Startschuss für den Umbau der Stadt gefallen, als wichtiger Baustein gilt in dem zehn Punkte umfassenden Maßnahmenpaket die Gesamtentwicklung des 32 Hektar großen Geländes des ehemaligen Farbwerkes „zum Gewerbegebiet mit Strahlkraft.“ Dieses soll unter anderem auch mit Mitteln aus dem Stadtförderungsprogramm „Stadtumbau in Hessen“ passieren, ein entsprechender Antrag ist in der Vorbereitung.

Damit auf dem 2010 aufgegebenen Produktionsstandort zwischen Mühlheimer- und Mainstraße langfristig der geplante „Innovationscampus“ mit Inkubatoren, Gründerzentrum und Gewerbepark entstehen kann, ist eine Reihe von vorbereitenden Maßnahmen nötig: Neben der Neutrassierung der Mainstraße sollen auf dem Gelände neue Wege geschaffen werden sowie Rad- und Fußwege zur besseren Anbindung Richtung Laskabrücke entstehen. „Alles eine Reihe unrentabler Maßnahmen“, erklärt Markus Eichberger, Leiter des Amts für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement, „ohne die jedoch das Gelände nicht vollends entwickelt werden kann.“ So kann beispielsweise die vollständige Renaturierung des Kuhmühlgrabens nur nach dem Erwerb der Flächen vom derzeitigen Eigentürmer Clariant gelingen. Ohnehin ist die Realisierung der auf dem Werksgelände verfolgten Planungsziele nur in Kooperation mit der Firma Clariant SE möglich, eine entsprechende Kostenteilung wurde bereits im Nachgang der Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 634 im März 2010 vereinbart. Zusätzlich sollen Fördermittel akquiriert werden, das Städtebauförderungsprogramm „Stadtumbau in Hessen“ bietet hier den geeigneten Rahmen und „passt gut zu unserem Vorhaben“, so Eichberger weiter. Dazu passt auch, dass das Förderprogramm nicht länger beim Wirtschaftsministerium, sondern beim Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in der Abteilung Klimaschutz, nachhaltige Stadtentwicklung und biologische Vielfalt angesiedelt ist und somit auch eine inhaltliche Neuausrichtung erfahren hat: So werden nun Projekte gefördert, die grüne und blaue Infrastruktur stärken, Brachen revitalisieren oder Klimaschutz fördern. Anforderungen, die der geplante Umbau des Clariant-Areals erfüllt, entsprechend zuversichtlich ist Eichberger, dass der vorbereitete Antrag überzeugt. Nicht zuletzt kann die Stadt Offenbach mit der Entwicklung des Senefelder Quartiers auf Best-Practice verweisen, so wurde auch der Umbau des MAN-Areals mit einem Zuschuss von 3,76 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Stadtumbau in Hessen“ realisiert. Dieses in 2004 beantragte Projekt startete 2005 und hatte eine zehnjährige Laufzeit mit einjähriger Verlängerung, erst 2021 werden die letzten Maßnahmen abgerechnet.

Für den geplanten Umbau des Clariant-Areals hat die Stadt Offenbach bereits im April vergangenen Jahres ihr Interesse an der zweiten Fördertranche des Landes bekundet und mit Programmstart im Herbst die Bewerbungsunterlagen vorbereitet. Darin werden erste grobe Planungsziele, potenzielle Maßnahmen und der maximale finanzielle Rahmen umrissen. Nachdem der Magistrat in seiner Sitzung am 10. Februar grünes Licht gegeben hat, können die Unterlagen nun fristgerecht zum 29. Februar eingereicht werden. Mit einer Entscheidung des Landes Hessen rechnet Eichberger im Herbst 2016, dann erfolgt die Erarbeitung eines umfassenden integrierten Handlungskonzeptes, das dann den Stadtverordneten erneut zur Beschlussfassung vorgelegt wird.