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Offenbach am Main, 02.05.2016 – Rauch, schwere Ausrüstung, große Höhen, viel Technik – zwanzig Schülerinnen stellten sich beim Girls‘Day den Herausforderungen einer Feuerwehrfrau. In der Feuer- und Rettungswache der Feuerwehr Offenbach erwarteten die 11-15 Jahre alten Mädchen dabei Informationen zum Beruf der Brandmeisterin und realitätsnahe Übungen.

Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen durch Dr. Felix Schwenke, Dezernent für die Feuerwehr, Uwe Sauer, Leiter der Feuerwehr, und Ina Sittmann, Frauenbeauftragte der Feuerwehr. „Unsere Wache organisiert und betreut seit 14 Jahren den Girls’Day. Wohl kaum ein Beruf ist so männerdominiert wie der des Feuerwehrmannes. Die Feuerwehr Offenbach hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, den Anteil der Frauen im Feuerwehrtechnischen Dienst zu erhöhen und öffnet ihre Türen für Mädchen, um ihnen zukunftsorientierte Berufe bei der Feuerwehr vorzustellen“, berichtet Dr. Schwenke. Uwe Sauer ergänzt: „Unsere Strategie scheint aufzugehen. In den letzten Jahren interessieren sich vermehrt junge Frauen für einen Beruf bei der Feuerwehr. Aktuell liegt die Zahl der eingestellten Feuerwehrfrauen einschließlich der Auszubildenden bei drei Frauen.“

Einsatzleiter Timo Schmutz stellte den Schülerinnen das Berufsbild der Feuerwehrfrau – offizieller Titel Brandmeisterin – vor und erläuterte welche Anforderungen gestellt werden, um den Ausbildungsberuf zu erlernen. „Wir Feuerwehrleute leisten schnelle technische und medizinische Hilfe in Not und Gefahr für Mensch und Tier“, so Schmutz.

Außer den spannenden Aufgaben des Löschens und Bergens besteht der Arbeitsalltag auch aus Aufgaben des vorbeugenden und abwehrenden Brandschutzes. Die dafür notwendige Technik wurde praktisch vorgeführt. Brandmeister Christoph Viehmann begleitete den potenziellen Nachwuchs einen Tag lang durch den abwechslungsreichen und mitunter brandgefährlichen Alltag. Viehmann erläuterte dabei auch die Aufgaben der Leitstelle und des Rettungsdienstes. Dass Technik Mädchen begeistern kann, bewiesen die Schülerinnen bei der Demonstration des Löschfahrzeuges und der Einsatzleitwagen in der Fahrzeughalle. Auf dem Hof warteten seine Kollegen Denny Nellessen und Roger Neuhäusel mit der Drehleiter auf die Mädchen. Etwas verhalten aber dann voller Begeisterung stiegen die Schülerinnen in den Korb der Drehleiter und wurden auf fast 30 Meter in die Höhe gefahren. Alle erwiesen sich als schwindelfrei und genossen die Aussicht über die Stadt Offenbach.

Zum Schluss blieb noch Zeit für eine Übung in der „Atemschutzstrecke“. Hier erlebten die Schülerinnen, welche Wege Feuerwehrleute während eines Brandeinsatzes zur Rettung und Brandbekämpfung bewältigen müssen. Beweglichkeit, Ausdauer und vor allem cool bleiben ist bei dieser Übung gefragt, aber auch das ist für die sportlichen Schülerinnen kein Thema.

Die Schülerinnen fühlten sich sichtlich wohl in der – etwas zu großen – Feuerwehrkluft und waren nicht wenig erstaunt darüber was Feuerwehrleute zu ihrem eigenen Schutz während eines Einsatzes alles tragen.

Bei der Abschlussbewertung gaben sie Bestnoten. Ob sie dauerhaft für diesen Beruf „Feuer gefangen“ haben, wird die Zukunft zeigen. „Ein Besuch in der Wache ist auch immer eine Möglichkeit, die Mädchen für die Jugendfeuerwehr oder für die Freiwillige Feuerwehr zu begeistern“, weiß Feuerwehrmann Alexander Habicht.

Hintergrund:

Am bundesweiten Mädchen-Zukunftstag öffnen Unternehmen, Betriebe und Behörden ihre Türen für Mädchen ab Klasse 5, um ihnen Einblick in den vermeintlich männlichen Teil der Arbeitswelt zu geben. Mädchen lernen Ausbildungsberufe und Studiengänge in Technik, IT, Handwerk und Naturwissenschaften kennen. Ziel dieses Schnuppertages ist es, dass Mädchen ihre Berufsmöglichkeiten voll ausschöpfen und sich nicht nur auf die typisch weiblichen Berufsfelder oder Studienfächer konzentrieren.

Der Girls´Day steht für Vielfalt und Chancengleichheit im Beruf. Der Zukunftstag eröffnet Aussichten - ganz individuell nach Talent und Neigung. Das Ziel des Girls’Day ist es, den Schülerinnen jenseits von Rollenklischees eine Vielfalt von Berufsmöglichkeiten aufzuzeigen. Für die Stadtverwaltung Offenbach öffnete unter anderem die Feuerwehr als Dienststelle mit überwiegend technischen Berufen ihre Türen für Schülerinnen ab der 5. Klasse.

Bildinformation:

Auf dem Foto ist ganz links zu sehen: Dr. Felix Schwenke, Dezernent der Feuerwehr, daneben Ina Sittmann, Frauenbeauftragte der Feuerwehr, und (ganz rechts im Bild) Uwe Sauer, Leiter der Feuerwehr, im Kreise der Schülerinnen.