Sprungmarken
Suche
Suche

Offenbach am Main, 12.02.2016 – Die 250 Jahre alte Kaiserstraße wird schrittweise grüner, barrierefrei und mit breiteren Gehwegen ausgestattet. Nachdem die Stadt 2007 den ersten Abschnitt zwischen Bismarckstraße und Geleitsstraße umgestaltet hat, wird in diesem Jahr der zweite Bauabschnitt von der Geleitsstraße bis zur Großen Marktstraße angegangen. „Der Umbau der Kaiserstraße ist ein sehr konkretes Projekt zur Aufwertung der Innenstadt“, freut sich Oberbürgermeister Horst Schneider. Die Kaiserstraße befinde sich in einem schlechten baulichen Zustand und repräsentiere in keiner Weise den Gestaltungsanspruch einer attraktiven Haupterschließungsstraße mit vielfältigen Einzelhandelsnutzungen und höherwertigen Büronutzungen im innerstädtischen Kern.

Der Umbau ist in fünf Bauabschnitten vorgesehen. Am 10. Februar hat der Magistrat beschlossen, noch in diesem Jahr mit dem zweiten Bauabschnitt zwischen Geleitsstraße und Große Marktstraße anzufangen. Die Stadtverordneten werden am 25. Februar darüber abstimmen. Die Umbaukosten betragen 1,12 Millionen Euro. Etwa ein Drittel wird über das Städtebauförderungsprogramm „aktive Kernbereiche“ finanziert, weitere 40 Prozent über Straßenbeiträge. Den restlichen Betrag bezahlt die Stadt. Der Abschnitt von der Großen Marktstraße bis zur Frankfurter Straße und der weitere Verlauf der Kaiserstraße bis zur Mainstraße soll in Abhängigkeit von den finanziellen Möglichkeiten der Stadt in den nächsten Jahren schrittweise umgestaltet werden.

„Die Kaiserstraße ist eine wichtige Achse vom Hauptbahnhof bis zum Main“, unterstreicht Sigrid Pietzsch, stellvertretende Leiterin des Amtes für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement, die Bedeutung der Kaiserstraße. Und sie erklärt, was konkret geplant ist: Analog zum ersten Abschnitt werden die Gehwege auf beiden Straßenseiten von derzeit 2,20 Meter auf 2,60 bis 3,10 Meter verbreitert. Hinzu kommen 1,90 Meter breite Parkstreifen, zur Begrünung werden Ahornbäume gepflanzt. Die Fahrbahn wird wie bisher im Zwei-Richtungs-Verkehr befahrbar sein. Nur während der Bauzeit werde es voraussichtlich einen Ein-Richtungs-Verkehr geben, erläutert Pietzsch den aktuellen Stand der Überlegungen. Angedacht sei auch, die Leitungen zu erneuern.

Die Kaiserstraße ist eine der wenigen Stadtstraßen Offenbachs, die noch heute in ihrem historischen Verlauf und Querschnitt erhalten sind. Die Straße besteht aus zwei Teilen: Der Abschnitt zwischen Carl-Ulrich-Brücke und Frankfurter Straße ist mit einer doppelten Baumreihe als Allee charakterisiert und etwa 29 Meter breit. Der südliche Teil, von der Geleitsstraße nach Süden (ehemals Darmstädter Straße genannt), wurde erst mit der Ansiedlung des Hauptbahnhofes 1873 in ihrem heutigen Verlauf hergestellt. Mehr als ein Drittel der angrenzenden Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Wichtige Institutionen wie Messe, Justizzentrum, Banken, Hotels, große Firmen und das Capitol verleihen der Straße einen besonderen Stellenwert. Hinzu kommen die zentrale Lage am Rande der Fußgängerzone, die Anbindung an die Nachbarstadt Frankfurt über die Carl-Ulrich-Brücke und der Offenbacher Hauptbahnhof.