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Offenbach am Main, 14.07.2016 – Für 27 Offenbacher Jugendliche war dieser Tag ein besonderer: Oberbürgermeister Horst Schneider persönlich würdigte ihr Engagement im Projekt „Paten für KindergartenKinder“ der Lokalen Agenda 21. „Eure Arbeit ist ein wichtiger Mosaikstein für Offenbach, auch für das Image als ,Arrival City‘“, sagte Schneider und überreichte den Teilnehmern im Klingspor Museum eine Urkunde. Seine besondere Freude galt der Tatsache, dass sich Schülerinnen und Schüler in Offenbach bereits seit 15 Jahren an diesem Projekt beteiligen. „Es ist bemerkenswert, dass sich die Jugendlichen neben ihrer Schule auch für die Gemeinschaft einbringen.“

Den Termin nutzte Schneider, um sich aus erster Hand über die Eindrücke der Paten zu informieren. „Ich habe vorher nicht geahnt, dass es mich so zufrieden und stolz macht, dass mein Patenkind jetzt fröhlich ist“, sagte einer der Paten. „Es war am Anfang schüchtern und hat kaum ein Wort gesagt. Aber nach und nach hat es Vertrauen gefasst. Nur weil ich gekommen bin und mit ihm gesprochen oder gespielt habe.“ Ein anderer Pate ergänzte: „Es ist ja eigentlich ganz einfach, ich mache mit dem Kind alles wie mit meiner kleinen Schwester.“

Als zusätzliche Anerkennung erhielten die Paten in diesem Jahr von Verantwortlichen der Lokalen Agenda ein Federmäppchen aus recycelten Fahrradschläuchen des Münchner Gemeinschaftsprojekts „PULPO – abgefahren in München“, das zum Ziel hat, Arbeitsplätze für ehemalige Langzeitarbeitslose und benachteiligte Menschen zu schaffen.

Das Projekt „Paten für Kindergartenkinder“ wurde im Jahr 2001 durch eine Initiative der Lokalen Agenda 21 Offenbach ins Leben gerufen. Die Besonderheit: Jugendliche aus Offenbacher Schulen engagieren sich für Kinder mit Migrationshintergrund, um sie in ihrer Entwicklung zu fördern. Die jeweiligen Kitas, Lehrkräfte der beteiligten Schulen und die Lokale Agenda 21 unterstützen die Paten bei inhaltlichen Fragen und organisatorischen Aufgaben. Die Erzieherinnen und Lehrkräfte wiederum begleiten das Projekt pädagogisch und fachlich.

Im Zuge des Projekts besuchen Jugendliche ab 14 Jahren während eines ganzen Schuljahres einmal wöchentlich an ihrem freien Nachmittag eine Kindertagesstätte und verbringen mit einem Kita-Kind intensiv einige Stunden Zeit. Es wird gespielt, gelacht, aber vor allem viel gesprochen, denn Ziel ist es, Kindern die deutsche Sprache spielerisch nahe zu bringen. Der nachhaltige Effekt: Die Jugendlichen setzen ihr Wissen und Können für die „kleinen Geschwister“ ein, diese wiederum fassen „nebenbei“ Vertrauen und steigern ihr Selbstwertgefühl – auch die Paten selbst. Am Ende steht ein Klima von gegenseitiger Akzeptanz und Wertschätzung, einem wirklichen Aufeinanderzugehen, Kompetenzen wahrnehmen, Einbeziehen und Fördern. Die Jugendlichen lernen Verantwortung zu übernehmen.

„Die Kinder genießen es sehr, eine Bezugsperson für sich alleine zu haben und schnell stellt sich eine emotionale Bindung zwischen beiden her“, berichtet Barbara Levi-Wach von der Lokalen Agenda 21. „Die Jugendlichen verpflichten sich für je ein Jahr. Ihre ehrenamtliche Arbeit wird in den Zeugnissen vermerkt und sie erhalten eine Würdigung der Stadt und des Landes Hessen.“ Für die Lokale Agenda stellt das Projekt einen Schwerpunkt der eigenen Arbeit dar: „Es ist aufgrund seines Selbsthilfecharakters und der intensiven Beziehung zwischen Kind und Pate einzigartig und stellt die spielerische Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache in den Vordergrund. Das Projekt unterstützt das Sprachverständnis der Kinder“, so Levi-Wach.

Auch im kommenden Schul- und Kindergartenjahr werden sich wieder viele Kita-Kinder auf Besuche ihrer Paten freuen können. Die Übernahme eines Ehrenamts ist der beste Beweis für Einsatzwillen und soziale Kompetenz – Eigenschaften, die später bei jeder Bewerbung Pluspunkte einbringen.

Beteiligte Kindertagesstätten und Schulen waren im Patenjahr 2015/ 2016: Die städtischen Kitas 3, 4, 5, 8, 16, 17, 20 und 21, die Evangelische Luthergemeinde, die Evangelische Paul-Gerhard-Gemeinde, die Evangelische Schlosskirchengemeinde, die Frei-religiöse Gemeinde, das Kinderhaus Mathilde und das Kinderhaus Wirbelwind, die Albert-Schweitzer-, die Leibniz-, die Rudolf-Koch- und die Mathildenschule.

 

Pressekontakt:

Barbara Levi-Wach
Lokale Agenda 21
Telefon: 069 8065-2152
Mobil: 0175-5746298
E-Mail: agendabuerooffenbachde 


Foto: Lokale Agenda 21/Stadt Offenbach