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Offenbach am Main, 29.06.2016 – Der Neubau der Fröbelschule auf dem städtischen Grundstück in der Mühlheimer Straße/Im Eschig dürfte einen Quantensprung hinsichtlich der Lern- und Raumsituation der Förderschüler darstellen. Derzeit werden sie in dem mehrstöckigen und schon länger sanierungsbedürftigen Gebäude in der Goethestraße unterrichtet. Der Neubau soll zwei Geschosse, eine Sporthalle und Lehrschwimmbecken erhalten, das auch andere Offenbacher Schulen nutzen können: Ein europaweit ausgeschriebener Architekturwettbewerb soll Ideen für Kubatur und Raumprogramm liefern.

„Es gibt gute Gründe für einen solchen Wettbewerb“, erklärt Anna Heep vom Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement: „Ein Wettbewerb liefert nicht nur Entwürfe, sondern auch auf Wirtschaftlichkeit geprüfte Ideen. Nicht zuletzt haben wir bereits bei der Hafenschule gute Erfahrungen gemacht, bei der eine von 23 unterschiedlichen Baulösungen die Verantwortlichen überzeugen konnte.“ Die Preisgelder wiederum seien als eine vorgezogene Honorierung in der Ausarbeitung verrechnet worden, weshalb ein Wettbewerb weder teurer noch aufwändiger als die gezielte Beauftragung eines Büros sei. Aber mehr Ideen liefert, wie das 185 Meter lange und zwischen 49 und 62 Meter tiefe Gelände gestaltet werden kann. Die Stadtplaner haben zwar schon einen Massennachweis (Welcher Bedarf passt auf welche Fläche?) erarbeitet, der aber nichts über die finale Ausgestaltung der Schule aussagt. Neben behindertengerecht erreichbaren Schulräumen müssen die teilnehmenden Büros eine Turnhalle und ein Lehrschwimmbecken auf dem 10.100 Quadratmeter großen städtischen Grundstück unterbringen. „Die Stadt Offenbach nutzt derzeit das Becken der Marienschule als Ausweichquartier. In Zukunft können Regelschüler zum Schulsport an die Fröbelschule kommen“, so Heep weiter.

Dass sich das Bestandsgebäude der Fröbelschule in der Goethestraße nur mit großem Aufwand behindertengerecht sanieren lässt, ist schon länger bekannt. Derzeit besuchen 115 Schüler im Alter zwischen fünf und 21 Jahren die Ganztagsschule mit Förderschwerpunkt für geistige und körperlich-motorische Entwicklung, es fehlt an Räumen und einem weiteren Aufzug für Schüler, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Der jetzt beschlossene Neubau ist für Oberbürgermeister Horst Schneider mehr als eine „große Leistung“, zumal die Finanzierung des rund 24,5 Millionen Euro teuren Neubaus aus Umschichtungen im städtischen Haushalt möglich wird. „Die Fröbelschule ist etwas ganz Besonderes“, so Schneider weiter, „und ich bin froh, dass die Sanierung auch im politischen Prozess vom Tisch ist.“ Damit der Neubau nun schnell Fahrt aufnehmen kann, haben die Dezernenten und die Kämmerei zur Verkürzung der Planungsphase bereits auf den Vorbeschluss des Magistrats verzichtet, so dass der Grundsatzbeschluss bereits am 7. Juli getroffen werden kann. Dann könnten nach Ausschreibung des Architektenwettbewerbs schon im Frühjahr/Sommer kommenden Jahres über die Entwürfe entschiedenen und im August 2018 auf Basis des Projektbeschlusses mit den Ausführungsvorbereitungen um Bau begonnen werden. Sofern auf dem Gelände Kampfmittel gefunden werden – eine Sondierung lieferte lediglich Verdachtsmomente - können diese bis dahin geräumt sein, so dass der Neubau bis 2022 bezugsfertig sein kann. Die genaue Bauzeit hängt von dem realisierten Entwurf ab, rund 24 Monate haben die Stadtplaner eingeplant. Der Umzug der Schule kann also durchaus früher sein.