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Offenbach am Main, 24.08.2016 – In Fachkreisen gilt das Offenbacher Rathaus als einer der besten Bauten der 70er Jahre. Das Gebäude mit dem rechteckigen Flachbau und dem fünfzehngeschossigen Hochhaustrakt in Dreiecksform galt lange als Repräsentationsbau einer aufstrebenden Stadt und wurde 2006 als Kulturdenkmal ausgewiesen. Bereits 2004 hatte die Stadtverordnetenversammlung die brandschutz- und gebäudetechnische Sanierung des Hauses beschlossen, in insgesamt elf Bauabschnitten wurde und wird das inzwischen innen und außen unter Denkmalschutz stehende Gebäude saniert. Der letzte Bauabschnitt umfasst den Sockel des Gebäudes, den sogenannten Breitfuß, ein zwei- und dreigeschossiger Flachbau. Dieser Bauabschnitt 8b soll in den nächsten Monaten fertig gestellt werden. „Wir sind absolut im Zeitplan“, erklärt Ute Listmann, Fachreferentin Technik und Energie bei Hochbaumanagement des Stadtplanungsamtes. Zumindest wenn man von den beiden Unterbrechungen absieht, in denen wegen der finanziellen Situation der Stadt nicht weitergebaut werden konnte – ursprünglich sollte die komplette Baumaßnahme bereits 2016 umgesetzt sein. Insgesamt 21,7 Millionen Euro kostet die Sanierung des Gebäudes mit seinen 12.000 Quadratmetern Nutzfläche, die „eng mit dem Denkmalschutz abgestimmt wurde.“ 7,45 Millionen Euro sind für die Arbeiten im Breitfuß veranschlagt. Neben der Dämmung von innen wurden teilweise Kabel neu verlegt, Türen versetzt und ausgetauscht, werden Teeküchen und Toiletten erneuert. Größer und besucherfreundlicher präsentiert sich nach Abschluss der Arbeiten dann auch die Besuchertoilette im Erdgeschoss: diese befindet sich dann direkt am barrierefreien Westeingang des Gebäudes und erhält zudem eine Schließanlage für den Euroschlüssel, mit dem Behinderte immer Zugang haben. Eine weitere behindertengerechte Toilette befindet sich im 14. Obergeschoss.

In den nächsten Monaten sollen die Büros der hauptamtlichen Dezernenten, des Hauptamtes, das Stadtverordnetenbüro und die Räume für die ehrenamtlichen Magistratsmitglieder wieder bezogen werden, der Stadtverordnetensitzungssaal ist ab Sommer 2017 wieder nutzbar. Dann endet auch der Vertrag mit dem TV Bieber, in dessen Räumen die Sitzungen derzeit übergangsweise stattfinden. Die Poststelle und das Kopierzentrum kehren ebenfalls wieder in die ursprünglichen Räume zurück, ob der Eko (Eigenbetrieb Kindertagesstätten Offenbach) oder das Jugendamt in die ehemaligen Flächen des Bürgerbüros einziehen, wird noch geprüft. Das Bürgerbüro ist im November 2014 in den Bernardbau gezogen. „Es war von Anfang an klar, dass das keine Interimslösung sein wird, hier war einfach zu wenig Platz“, erläutert Projektleiterin Listmann.

Mit der Sanierung der Pförtnerloge und der zwei Windfänge sind die Maßnahmen dann eigentlich abgeschlossen und die Beschäftigen könnten wieder in Ruhe arbeiten. Denn für die Rathaussanierung galten für Säge- und Bohrarbeiten Zeitfenster für die Zeit vor acht und nach siebzehn Uhr. Allerdings wurden unlängst Gelder aus dem kommunalen Investitionsprogramm bewilligt, so dass schon 2018 mit dem Austausch der Fenster begonnen werden kann. „Haben Sie ein Haus?“, fragt Diplom-Ingenieurin Listmann lächelnd, „dann wissen Sie, dass immer was zu tun ist.“ Bildinformation: Dipl.-Ing. Ute Listmann in einem der Fraktionsbüros. Neben dem Sichtbeton stehen auch die Holzvertäfelungen unter Denkmalschutz und dürfen nach Abschluss der Arbeiten nur behutsam gereinigt werden.

Projektleiterin Ute Listmann erläutert die Isolierung der Fensterbrüstung.

Fotos: Stadt Offenbach

Mehr Informationen und Bildergalerie unter:

http://www.offenbach.de/rathaus/rathaus-aktuell/archiv/jahr_2015/sanierung-desoffenbacher-rathauses-geht-in-die-schlussphase.php