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Offenbach am Main, 08.12.2016 – Eine farbenfrohe Ode an die Arbeit des Schreibers von Hand von Christine Hartmann (datiert 2005) hat der Ehrenbürger Herrmann Schoppe dem Klingspor Museum für Buch- und Schriftkunst geschenkt. Das in Glas gefasste Werk bereichert den Bestand an Kalligraphien und „ist ein seltenes und sehenswertes Stück“, wie Dr. Stefan Soltek, der Leiter des Museums, erklärt.

Die Arbeit ist vorder- und rückseitig beschrieben. Vorderseitig steht unter dem Bild eines schreibenden Mönchs (der Autor Beatus könnte gemeint sein), die Schilderung der Mühen, die ein Schreiber an seinen diversen Körperstellen hinzunehmen hat. „Sie macht die Augen trübe, beugt den Rücken, quetscht Rippen und Bauch, bringt den Nieren Qual.“ Was der frühmittelalterliche Mönch geltend macht, mag heute einen weitgehend zum Erliegen kommenden Schreibtrieb nicht eben fördern; es verdeutlicht indes umgekehrt, wieviel Energie das Schreiben von Hand fordert, zumal in der Ausführungsqualität, mit der Christine Hartmann sich einen weit über Offenbach hinaus klangvollen Namen in der Welt der Kalligraphie erschrieben hat. 2014 verstarb die 1938 geborene Künstlerin, ihr Ruf bleibt bestehen, ebenso die Werke ihres Schaffens in der Sammlung des Museums. Ein facettenreicher Mensch war die Schreiberin. Dazu passt der Text der Rückseite, eine Betrachtung aus den Bekenntnissen des Augustinus, in der er den Menschen im Zentrum der Schöpfung thematisiert (Buch 10.6). Das Museum freut sich, Besucherinnen und Besuchern die kostbare Skriptur vorlegen zu dürfen. Anfragen sind erwünscht: 069 8065-2164 oder -2066. 

Bildinformation:

Skriptur von Christine Hartmann.

Foto: Stadt Offenbach