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Offenbach am Main, 02.08.2016 – Das Gesundheitsamt Offenbach appelliert als Ergebnis der 1. Offenbacher Gesundheitsspiele an Eltern, mehr auf die Ernährung ihrer Kinder und auf Bewegungsangebote zu achten. Bei den Spielen im Juni in der Edith-Stein-Schule wurden an acht Messstationen mit Waagen und Längenmaßen auch Körpergewicht und Größe der Schülerinnen und Schülern der 4. Klassen in Offenbach und im Kreis gemessen und anonymisiert der Bodymaß-Index (BMI) ausgerechnet. Freiwillig nahmen 524 Viertklässlerinnen und Viertklässler an diesem Workshop unter der Leitung des Stadtgesundheitsamtes und mit der aktiven Unterstützung von Schülerinnen und Schülern der Edith-Stein Schule teil.

Rund ein Viertel der Kinder (27 Prozent) überschritt die Werte für Normalgewichtige. Im bundesdeutschen Durchschnitt überschreiten nur ein Fünftel (21 Prozent) der Kinder das Normalgewicht. Die untersuchten Kinder der 4. Klassen aus Offenbach und aus dem Kreis sind im Vergleich zum bundesdeutschen Durchschnitt also schwerer. Der Anteil der Kinder mit starkem Übergewicht ist in Offenbach und im Kreis etwa doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt (siehe Grafiken). „Wir müssen davon ausgehen, dass die Werte sogar noch höher sind, da einige stark übergewichtige Kinder an den Gesundheitsspielen nicht teilgenommen und andere die freiwillige Mess-Station ausgelassen haben“, erläutert Bernhard Bornhofen, Amtsleiter im Stadtgesundheitsamt. Der Amtsarzt warnt: „Übergewicht kann für die Kinder negative Folgen haben: Es besteht das Risiko, dass der Blutdruck zu hoch steigt und der Fett- und Zuckerstoffwechsel gestört werden. Übergewichtige Kinder sind weniger fit. Die Gelenke müssen mehr Gewicht tragen und verschleißen früher. Auch die seelische Gesundheit der Kinder kann leiden, weil übergewichtige Kinder oft gehänselt werden.“

Er verweist auf die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA), die rät: „Von Anfang an entscheidet die Ernährung über das Gewicht eines Kindes. Die gesündeste Nahrung zum Start ins Leben heißt: Muttermilch. Säuglinge, die vier bis sechs Monate gestillt werden, werden nicht so häufig übergewichtig! Mit der Ernährung wird Energie aufgenommen, über Bewegung und Sport wird sie verbraucht. Wird mehr Energie aufgenommen als verbraucht, kann leicht Übergewicht entstehen. Ob Kinder und Jugendliche durch ihre Ernährung dicker werden, hängt davon ab, was und wie viel sie essen und trinken. Süße Getränke wie Cola, Limo oder Säfte schlagen aufs Gewicht. Auch Fast Food (Burger, Pizza, Pommes und Co.) und vor allem Süßigkeiten und Snacks zwischendurch sorgen für zusätzliche Pfunde. Das gilt insbesondere, wenn sie in großen Portionen gegessen werden.“

„Kinder essen das, was sie aus der Familie kennen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Eltern auf eine gesunde Ernährung achten“, sagt Bornhofen. Eltern sind dabei nicht nur Vorbilder, sondern können selbst Übergewicht fördern, zum Beispiel durch Rauchen. „Kinder von rauchenden Eltern, insbesondere von werdenden Müttern, werden häufiger übergewichtig. Wer nicht raucht beziehungsweise das Rauchen aufgibt, wenn sich Nachwuchs ankündigt, tut auf jeden Fall sich und seinen Kindern etwas Gutes“, erläutert Bornhofen.

Bildinformation Grafik zum Geschlechtervergleich Grafik zur statistischen Verteilung der Messdaten Grafiken: Stadt Offenbach

Hintergrund

Bodymaß-Index (BMI): Die Formelberechnung lautet: BMI = Körpergewicht in Kilogramm / (Körpergröße in Metern)²

Als Referenzbereiche wurden die standardisierten BMI Werte der entsprechenden Altersklassen verwendet.

Bei 10-12-jährigen Jungen liegt ein starkes Untergewicht bei einem BMI < 14,2, ein Untergewicht zwischen 14,2-14,5, Normalgewicht zwischen 14,6 und 21,4, ein Übergewicht zwischen 21,5 und 24, 2 und ein starkes Übergewicht bei einem BMI > 24,3 kg/m² vor.

Bei 10-12-jährigen Mädchen liegt ein starkes Untergewicht bei einem BMI <14 vor, Untergewicht zwischen 14,1 und 14,6, Normalgewicht zwischen 14,7 und 20,9, Übergewicht zwischen 21 und 23,1 und starkes Übergewicht bei einem BMI > 23,2 kg/m² vor.