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Offenbach am Main, 27.05.2016 – Aufmerksame Offenbacherinnen meldeten kürzlich Hunderte von Wildbienen in der Grünanlage am Friedrichsweiher. „Diese Tiere sind absolut harmlose, nützliche Blütenbesucher, die auf Grund der Zerstörung ihrer natürlichen Lebensräume mit Hilfe erstaunlicher Anpassungsfähigkeit neue Niststätten in der Stadt suchen und hoffentlich auch finden“, erklärt Heike Hollerbach, Leiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz. Nah über dem Boden fliegend sind die Wildbienen auf Partnersuche - oder nach erfolgreicher Paarung auf der Suche nach Nistplätzen und verschwinden dann in einer der vielen unterirdischen Brutröhren zur Eiablage.

Wildbienen sind inzwischen vom Aussterben bedroht. Wegen ihrer Bedeutung als Bestäuber vieler Pflanzenarten – die unter anderem von der Honigbiene gemieden werden – stehen alle einheimischen Bienenarten unter Naturschutz. Tiere zu töten oder ihre Niststätten zu zerstören ist demnach gesetzlich verboten. Obwohl sie äußerliche Ähnlichkeiten mit ihren Verwandten Honigbiene, Wespen und Hornissen zeigen, leben die Wildbienen alleine und bilden keine Staaten, die sie unter Einsatz ihres Lebens verteidigen müssen. Ganz im Gegenteil: sie flüchten eher, wenn sie sich bedroht fühlen und machen von ihrem Wehrstachel aller höchstens Gebrauch, wenn sie festgehalten werden. Bei vielen Wildbienen, wie der Sandbiene, ist der Stachel aber sogar zu schwach, um die menschliche Haut zu durchdringen.

Den kleinen Nützlingen kann jeder interessierte Bürger und Bürgerin bessere Lebensbedingungen durch künstliche Nistplätze anbieten. Das können zum Beispiel acht bis zehn Zentimeter dicke Holzscheite sein, in welche Löcher von sechs bis acht Millimeter Durchmesser gebohrt werden. An der Hauswand oder an Bäumen aufgehängt finden sie vielleicht schon bald neue Bewohner. Aber auch Bündel aus Holunder- oder Schilfzweige werden als Brutröhre angenommen. Selbst bei Nisthilfen in Terrassennähe sind keine Stechattacken zu befürchten, sondern es bieten sich ideale Möglichkeiten diesen interessanten Tieren bei der Arbeit zu zuschauen.

Dabei kommen für die Mauerbienen (Osmia spec.) kleine Öffnungen jeglicher Art in Frage, wie zum Beispiel Schlüssellöcher, Lüftungsöffnungen, kleine Löcher im Mauerwerk oder wurmstichige Balken. In diese Hohlräume werden Blütenpollen eingetragen um schließlich ein Ei darauf zu legen und anschließend die Öffnung mit Lehm zu verschließen. Auf diese Art und Weise können mehrere Brutzellen in einem Hohlraum angelegt werden. Hier entwickelt sich aus dem Ei eine Larve bis zur Puppe, die dann bis zum nächsten Frühjahr überdauert.

Die Sandbienen (Andrena spec.) bevorzugt unbefestigte Bodenoberflächen, gerne auf sandigen Spielplätzen oder unbefestigten Wegen an sonnigen, trockenen Standorten. Dabei fliegen sie dicht über dem Boden und die weiblichen Tiere legen ihre unterirdischen Nester an. Dabei lockern die Sandbienen mit ihren Beinen und Beißwerkzeugen den Boden und graben tiefe Gänge. Gut zu erkennen ist diese Bautätigkeit anhand kleiner Erdhäufchen an der Oberfläche. Ähnlich wie bei den Mauerbienen wird das Ei in einen mit Blütenpollen gefüllten Hohlraum gelegt und verschlossen.

Weitere Tipps und Beratungen bietet das Amt für Umwelt- Energie und Klimaschutz unter der Rufnummer 069 8065-2557 oder unter der Email-Adresse umweltamtoffenbachde an.

Weiterführende Informationen finden Sie auch im Internet unter www.deutschland-summt.de

 

Bildinformation:

Frühlings-Seidenbiene in der Grünanlage Friedrichsweiher am 21.04.2016. Foto: Stadt Offenbach