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Offenbach am Main, 31.05.2016 – Offenbach kann mit einem Konzept für die Anpassung an den Klimawandel loslegen: Das Bundesumweltministerium hat der Stadt Offenbach den Förderbescheid mit rund 50.000 Euro zugeschickt. Das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz entwickelt im Auftrag der Stadtverordnetenversammlung ein Konzept zur Anpassung Offenbachs an den Klimawandel (Stadtparlamentssitzung vom 16. Juli 2015 / (2011-16/DS-I(A)0733)). Das Konzept kostet insgesamt 65.403,35 Euro und die Stadt wird zu 70 Prozent gefördert.

„Obwohl es bislang noch keine eigenständige Klimaanpassungsstrategie gibt, wurden bereits einige Maßnahmen umgesetzt, welche die Folgen des Klimawandels aufzeigen und die Klimaanpassung unterstützen sollen. So hat Offenbach bereits eine Stadtklimakarte in Zusammenarbeit mit der Universität Kassel (LINK) erstellt“, erläutert Dr. Anna Sander, zuständige Projektleiterin im Umweltamt. In einer Kooperation zwischen der Stadt Offenbach und dem Deutschen Wetterdienst wurden mit einem Forschungsprojekt sommerliche Temperaturverhältnisse in Offenbach unter Annahme bestimmter Klimawandelszenarien untersucht. „Es wird eindeutig zu einem Anstieg von Hitzetagen kommen, sowie einer geringen nächtlichen Abkühlung in der Nacht im Stadtgebiet bei hohen sommerlichen Temperaturen“, so Sander.

Auch Extremwetterereignisse lassen sich bereits jetzt feststellen: der Hitzesommer 2003, der Winter in 2005 oder Orkan Kyrill 2007 sind nur einige Beispiele, bei denen die Stadt von solchen Extremereignissen betroffen war. Neben diesen Großschadensereignissen ist aber besonders die Häufung von Wetterextremen zu bemerken: während zum Beispiel das Frühjahr 2012 mit langanhaltender Trockenheit Probleme für die Luftqualität verursachte, zeichnete sich das Frühjahr 2013 durch anhaltende Niederschläge mit Hochwasser aus, gefolgt von großer Hitze und häufigem Starkregen im Sommer.

Offenbach muss sich für bevorstehende Gefahren wappnen und entsprechend vorsorgen – zum Beispiel auch für Unwetter wie in den vergangenen Tagen. „Der Arbeitsprozess sieht vor, besonders viele Akteure aus Stadt, Wirtschaft und Gesellschaft zu beteiligen, so werden nicht nur die IHK und der Einzelhandel eingebunden, sondern vor allem auch Kirchen, Vereine und Verbände. Auf Grundlage der abgestimmten Handlungsfelder wird dann eine Gesamtstrategie mit einem Maßnahmenkatalog zur Anpassung an den Klimawandel erarbeitet“, erklärt Heike Hollerbach, Leiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz.

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative startet und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen.

Die städtischen Systeme stehen vor großen Herausforderungen. Wie wirkt sich die Hitze zum Beispiel auf Wohn- und Geschäftshäuser, Krankenhäuser und Pflegeheime aus? Überhitzung geht einher mit erhöhtem Stress insbesondere für junge und alte Menschen. Die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt nimmt ab. Wenn es weniger regnet als bisher, muss auch das Abwassermanagement überprüft werden. Dies ist besonders dann relevant, wenn neue Bauvorhaben geplant und erschlossen werden. Starkregenereignisse erhöhen das Hochwasserrisiko sowie die Gefahr von Bodenerosion.

„Einige Handlungsfelder sind also schon bekannt, in denen Probleme weiter identifiziert und konkretisiert werden müssen. Wir sind dabei, eine Umfrage unter den Akteuren dieser Stadt durchzuführen, um weitere Handlungsfelder zu erkunden. Die Kompetenz vieler ist hier gefragt. Die zukünftige Entwicklung Offenbachs als attraktiver Wohn- und Arbeitsort im Zentrum des Rhein-Main-Gebietes erfordert, dass wir gemeinsam mit den Nachbarstädten eine klimaangepasste Entwicklung voranbringen. Dabei wird zusätzlich auf das Thema ‚Synergie zwischen lokalem Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel‘ ein besonderer Schwerpunkt gelegt. Das Teilkonzept Klimaanpassung soll die Handlungsfähigkeit der Stadt erhöhen.“

Bürgermeister Peter Schneider ergänzt: „Wir freuen uns, dass die Nationale Klimaschutzinitiative zur Verankerung des Klimaschutzes in unserer Stadt beiträgt. Davon profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen“.

Peter Schneider: „Verstärktes Engagement im Klimaschutz wie beispielsweise vorausschauendes Planen und Handeln in wichtigen städtischen Handlungsfeldern wird die Auswirkungen des Klimawandels abmildern. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit einzelner Ämter und Abteilungen sowie die Gründung einer Strategiegruppe sollen erreichen, dass Maßnahmen eine größtmögliche Wirkung in mehreren Bereichen (optimale Ausschöpfung von Synergien) entfalten können. Gleichzeitig soll die Verzahnung mit den städtischen Zielsetzungen des optimierten Ressourceneinsatzes an Bauflächen, der Neuansiedlung von Bürgern, die Bewahrung des stadtinternen Qualitätsbewusstseins erfolgen. Der Masterplan wird durch die Ergänzung in diesem Teilkonzept unterstützt.“