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Offenbach am Main, 21.01.2016 – Als zentrale Bildungseinrichtung der Stadt hält die Volkshochschule Offenbach (Vhs) ein umfassendes (Weiter-)Bildungsangebot vor, das sich an den gesellschaftlichen und individuellen Lebensbedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger orientiert. Aufgrund der stetig wachsenden Nachfrage nach bestimmten Kursen und Veranstaltungen in Offenbach benötigt die Volkshochschule in ihren Räumen an der Berliner Straße moderne Unterrichtsräume und flexible Nutzungsmöglichkeiten, um auch weiterhin die ausgezeichnete Qualität halten und ihr Angebot dem Bedarf anpassen zu können.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat der Magistrat der Stadt Offenbach am Main in seiner jüngsten Sitzung entschieden, in dem Gebäude der Volkshochschule (Berliner Straße 77) eine größere Fläche anzumieten. Darüber hinaus wurde mit dem Eigentümer – der Frankfurter Firma MMZ Real Estate GmbH – ein neuer, langfristiger Mietvertrag zu günstigeren Konditionen ausgehandelt, der Verpflichtungen des Eigentümers zu wichtigen Sanierungsmaßnahmen beinhaltet. Über den Magistratsbeschluss sollen die Stadtverordneten in ihrer ersten Sitzung des Jahres am 28. Januar abstimmen.

Der neu aufgesetzte Mietvertrag sieht die Anmietung von 5.095 Quadratmetern plus 267 Quadratmetern Kellerfläche vor. Bislang verfügte die Vhs über eine Fläche von 3.425 Quadratmetern (zuzüglich 27 Quadratmeter Keller). Der Vertrag beginnt am 01.07.2017 und hat eine Laufzeit von 20 Jahren mit einer einmaligen Verlängerungsoption von fünf Jahren. Bürgermeister Peter Schneider: „Durch den neuen Mietvertrag erhöht sich die Nutzfläche um insgesamt 1.910 Quadratmetern. Damit gewinnt die Volkshochschule den notwendigen Raum, um flexibler auf veränderte Nachfragen reagieren und moderne Angebote machen zu können.“ Schneider bezeichnete die Vhs bei einem Presserundgang durch das Gebäude „als sehr wichtige Institution für Menschen nicht nur aus Offenbach, sondern auch aus dem Umkreis – ein Haus der Bildung“.

„Als wir im Jahr 2000 hierher gezogen sind, war das ein enormer Quantensprung“, erinnert sich die Leiterin der Vhs, Dr. Gabriele Botte. Die zwei Standorte der Einrichtung wurden damals in einem Gebäude zusammengeführt. Zuvor war die Vhs „notdürftig“ mit vier Veranstaltungsräumen in der Kaiserstraße 7 untergebracht gewesen. Zusätzlich mussten Räume in der Kaiserstraße 40 angemietet werden, um Deutschkurse für Frauen mit Kinderbetreuung anbieten zu können.

Mittlerweile jedoch reicht auch die von der Stadt angemietete Fläche am Standort Berliner Straße für die Bedarfe der Vhs nicht mehr aus. Zwar hat sich die Anzahl der angebotenen Kursveranstaltungen nur geringfügig erhöht – von 1017 im Jahr 2000 auf 1031 im Jahr 2014. Die veränderten Anforderungen ergeben sich vielmehr aus der veränderten Kursnachfrage. Botte nennt ein Beispiel: So führte die Computerisierung aller Arbeitsbereiche in den 90er Jahren zu einer hohen Nachfrage an EDV-Kursen. „Die Volkshochschulen in Deutschland waren damals die EDV-Schulen der Nation im Sinne der Nachschulung“, erzählt sie. Doch die Nachfrage habe sich mittlerweile komplett verändert – weg von der EDV hin zu Deutschkursen. Während der Anteil der Deutschkurse an allen Vhs-Kursveranstaltungen im Jahr 2000 bei acht Prozent lag, stieg er im Jahr 2014 auf 27 Prozent an.

Die Deutschkurse haben eine höhere Teilnehmerzahl als herkömmliche Veranstaltungen. Bis zu 25 Personen pro Kurs sind vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge vorgesehen. Zudem sei die Stundenanzahl mit 100 Unterrichtsstunden viel höher als bei anderen Kursen. „Früher wurden kleine kurze Kurse nachgefragt, daher haben wir eine Vielzahl kleiner Räume gebraucht. Heute werden große Räume benötigt.“ Und aufgrund der höheren Verweildauer der Teilnehmer in der Vhs müssten Aufenthaltsräume, aber auch die Beratungsbereiche ausgebaut werden. „Viele Kursteilnehmer verbringen im Gebäude einen halben Tag“, weiß Botte.

Auch der wachsende Bereich Gesundheitsbildung – zum Beispiel Gymnastik- und Entspannungskurse – bringt neue Anforderungen an die Räume mit sich. „Zurzeit behelfen wir uns damit, dass wir in einigen Räumen tagsüber Deutschkurse abhalten und abends Matten für Gesundheitskurse auslegen.“ Das sei auf Dauer nicht zu handhaben.

Um auf die neuen Anforderungen reagieren zu können, hat der Magistrat im Januar beschlossen, auch die vierte und fünfte Etage sowie mehr Kellerfläche anzumieten. Neben der Vhs sind in dem Gebäude auch das Jugendbildungswerk sowie das START-Projekt untergebracht, die nach der Sanierung und dem Umbau des Gebäudes in die fünfte Etage ziehen sollen. Mit dem Eigentümer – der Frankfurter Firma MMZ Real Estate GmbH – wurde ein neuer Mietvertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren und einer einmaligen Verlängerungsoption von fünf Jahren ausgehandelt. Die Stadtverordneten werden in ihrer Sitzung am 28. Januar 2016 darüber abstimmen.

Geplante Sanierungen und Kostenreduzierungen

Der neue Vertrag verpflichtet den Eigentümer darüber hinaus zu kostenreduzierende Sanierungsmaßnahmen. „Das Gebäude wurde 1970 fertig gebaut und lässt heute natürlich in Bezug auf Bauphysik und Energie zu wünschen übrig“, erläutert der Architekt Raimund Maschita von der Firma MMZ GmbH. Daher habe das Unternehmen bereits mit dem Einbau moderner Isolierfenster sowie der Dämmung von Fassade und Dach begonnen. Außerdem soll eine Fernwärmeheizung eingebaut werden. Da das von dem Architektenbüro Novotny –Mähner - Assoziierte entworfene Gebäude unter Denkmalschutz stehe, müssten bei der Sanierung die Vorgaben der Landesdenkmalpflege eingehalten werden, erläutert der Architekt.

Die Mischung aus Gewerbe und Wohnen (ab der 6. Etage) bleibe erhalten, die zwei Bereiche würden allerdings voneinander getrennt. Künftig werden die Anwohner das Gebäude nur noch über den Eingang des Französischen Gässchens betreten können. Der Haupteingang der Vhs wird nach wie vor über die große Treppe an der Berliner Straße 77 erreichbar sein. Der derzeit rechte Zugang, von dem aus die Aufzüge erreichbar sind, wird zum Haupteingang. Vereinbart wurde auch der Einbau einer neuen zentralen Treppe im neuen Haupteingang, mit der alle Gewerbeetagen verbunden werden sollen. Derzeit führt eine schmale provisorische Treppe nur bis zum dritten Stock, die anderen Etagen sind nur per Aufzug oder Notausgang erreichbar.

Durch die Gebäudesanierung werden die Nebenkosten für die Stadt sinken, betont Bürgermeister Schneider. Und zwar von derzeit 5,50 Euro auf 3 Euro pro Quadratmeter. Die Kaltmiete wird mit 11 Euro pro Quadratmeter etwas günstiger als im aktuellen Mietvertrag. Die Gesamtkosten für Miete und Nebenkosten werden ab 2018 rund 875.184 Euro jährlich betragen.

Bildinformation:

Fotos: Stadt Offenbach

Das Gruppenfoto zeigt von links: Vanessa Ruck (Hauptamt, Stadt Offenbach), Raimund Maschita (MMZ Architekten), Dr. Gabriele Botte (Leiterin der Volkshochschule), Horst Maurer (Hauptamt, Stadt Offenbach), Claus Marzluf (MMZ Real Estate), Bürgermeister Peter Schneider und Claudia Rehe (Stellv. Leiterin der Volkshochschule)