Sprungmarken
Suche
Suche

Offenbach am Main, 09.06.2016 – Wenn die Stadtverordneten diesmal den Quartalsbericht über den Haushaltsvollzug erhalten, bekommen sie erstmals auch eine Prognose für den Stand zum Jahresende. Damit sollen sie in die Lage versetzt werden, frühzeitig auf wesentliche Mehreinnahmen oder -ausgaben zu reagieren. „Das ist eine wichtige Neuerung“, berichtete der Stadtrat und Kämmerer Dr. Felix Schwenke auf einer Pressekonferenz am 8. Juni 2016. Es sei gesetzlich vorgeschrieben, dass die Stadtverordneten über den Haushaltsvollzug unterrichtet werden müssten. Das bedeute aber lediglich, dass die Kämmerei ihnen die sogenannten Buchungen bis zum Berichtszeitpunkt vorlegen müsse. „Das kann jedoch zu stichtagsbedingten Verzerrungen führen“, erklärte Dr. Schwenke. „Denn die Stadt kann zum Beispiel zum Stichtag 15. April bereits diverse Einnahmen erhalten haben, die für das laufende Jahr geplanten Ausgaben sind aber nicht erfolgt.“ Aus diesem Grund lege die Kämmerei den Stadtverordneten künftig nicht nur die sogenannten Buchungen bis zum Berichtszeitpunkt vor, sondern erstelle darüber hinaus eine Prognose über das zu erwartende Jahresergebnis. "Eine solche Prognose ist als "Forecast" in Privatunternehmen gang und gäbe, bei den Kommunen eher nicht." so Schwenke. "Mir war wichtig, dass‎ dieser Standard jetzt auch für die Stadtverwaltung gilt."

Schwenke hatte die Kämmerei bereits Mitte letzten Jahres mit der Einführung dieses Systems beauftragt. Seit dem 3. Quartal 2015 wurde dieses zunächst verwaltungsintern getestet. Seit diesem Jahr wird der detaillierte Bericht jetzt auch den Stadtverordneten vorgelegt. „Damit werden die Stadtverordneten in Offenbach so transparent und gut wie nie zuvor informiert“, unterstrich der Kämmerer. Die Stadtverordneten könnten nun beispielsweise bei sehr guter Haushaltslage die Ausgaben anders planen. Was noch wichtiger ist: Der detaillierte Quartalsbericht biete aber auch die Möglichkeit, dass Stadtverordnete wirtschaftliche Probleme rechtzeitiger erkennen können und Informationen für Ihre Arbeit haben. 

Der aktuelle Bericht enthält inhaltlich positive Botschaften: Offenbach wird nach aktuellem Kenntnisstand die Schutzschirmvorgaben auch im Jahr 2016 einhalten. Erlaubt war eine Neuverschuldung in Höhe von 28,7 Millionen Euro, laut Prognose wird die Neuverschuldung bei rund 28,2 Millionen Euro liegen. Nach tagesaktuellem Kenntnisstand ist sogar davon auszugehen, dass die Gewerbeeinnahmen voraussichtlich höher ausfallen werden als zum Stichtag des Berichts.

Finanzbericht als Download:

http://pio.offenbach.de/index.php?docid=2016-00013288&dsnummer=2016-21/DS-I(A)0025