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Offenbach am Main, 06.10.2016 – Ausreichend Wohnraum bereitzustellen ist eine der größten Herausforderungen für die Kommunen im Ballungsraum Rhein-Main. Auch Offenbach benötigt mehr Wohnungen, da der lange unterschätzte Wohnstandort immer attraktiver wird und der Bevölkerungszuzug anhält. „Seit dem Zensus im Jahr 2011 stieg die Einwohnerzahl stärker als der Wohnungsbestand“, verweist Peter Freier, zuständiger Dezernent für das Amt für Arbeitsförderung, Statistik und Integration, auf den frisch veröffentlichten Statistischen Vierteljahresbericht (II/2016, siehe auch Grafik 1). „Das liegt zum einen an der verstärkten Zuwanderung, zum anderen an der im Vergleich zum Bedarf verhaltenen Bautätigkeit.“

Laut Statistik stieg die Zahl der Bevölkerung (Angaben gemäß Einwohnermelderegister) seit 2008 von 118.269 auf 132.404 zum 30. Juni 2016. Der Masterplan Offenbach rechnet bis 2030 mit weiteren 10.000 Menschen, die Wohnraum in der Stadt benötigen. So nennt der Masterplan als Zielvorgabe, bis dahin 8.700 neue Wohnungen zu schaffen.

Bereits in den vergangenen Jahren hat die Stadt zahlreiche eigene Grundstücke, insbesondere in der erweiterten Innenstadt und am Hafen, vermarktet. Auch künftig wird die Stadt auf die anhaltende Entwicklung mit der Ausweisung weiterer Baugebiete reagieren, berichtet Oberbürgermeister Horst Schneider: „Der Magistrat wird nun im Auftrag der Stadtverordnetenversammlung für Bürgel Nord-West und Waldhof II beschleunigt Baurecht schaffen“, so der Baudezernent. Diese Flächen sind bereits im Masterplan als Flächen mit Wohnbaupotenzial identifiziert worden und ohnehin schon im Regionalen Flächennutzungsplan für Wohnen vorgesehen. „Wir wollen aber auch für die nicht im Flächennutzungsplan enthaltene Teilfläche Bürgel Süd am ehemaligen Allessa-Gelände beschleunigt Baurecht schaffen“, sind sich Freier und Schneider einig.

Umgekehrt sieht der Auftrag an den Magistrat vor, die im Masterplan als Wohnbaupotenzial ausgewiesenen Flächen Rumpenheim Nord-West und Bürgel Süd-Ost (am Mainzer Ring / Kuhmühlgraben) als Ausgleichsflächen für andere Maßnahmen vorzuhalten, die im Zuge des Masterplans noch umgesetzt werden sollen. Eine Umwidmung dieser beiden Flächen im Regionalen Flächennutzungsplan in Grün/Naherholung ist vorgesehen.

„Der Wohnungsneubau bleibt auch in den nächsten Jahren eine der vordringlichsten Herausforderungen für die gesamte Region“, ergänzt Schneider. „Bei allem berechtigten Interesse der Stadt, kaufkräftige Neubürger für Offenbach zu gewinnen, müssen wir auch öffentlich geförderten Wohnraum schaffen, damit nicht nur Spitzenverdiener, sondern auch Menschen mit weniger hohem Einkommen versorgt werden.“ In Offenbach gab es zum Jahresende 2015 einen Bestand von 13.547 Wohngebäuden und 59.609 Wohnungen.

In Offenbach gab es zum Jahresende 2015 einen Bestand von 13.547 Wohngebäuden und 59.609 Wohnungen. Seit 2011 nahm die Zahl der Baugenehmigungen von Wohnungen deutlich zu und erreichte mit 950 Baugenehmigungen im Jahr 2014 einen Höchststand. „Im Vergleich mit den übrigen kreisfreien Städten Hessens gab es in Offenbach mit knapp 140 Prozent den höchsten Zuwachs bei den Baugenehmigungen für Wohnungen“, verdeutlicht Freier die herausragende Rolle, die Offenbach letztlich im Interesse der gesamten Region einnimmt (siehe Grafik 2). „Dabei dürfte die Erschließung neuer Wohngebiete, etwa im Hafen oder in Waldheim-Süd eine Rolle gespielt haben.“ Insgesamt wurden zwischen 2006 und 2015 in Offenbach 1.992 Wohnungen fertiggestellt.