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Offenbach am Main, 18. Oktober 2017 – Stadtentwicklung braucht einen langen Atem. Sagt Oberbürgerbürgermeister und Planungsdezernent Horst Schneider mit Verweis auf die Entwicklung des Wohngebiets Bieber-Nord, mit dem sich Offenbach weiter als attraktiver Wohnort in der Region positionieren wird. Seit 1985 wurde über das 12,4 Hektar große Neubaugebiet in Offenbach gerungen, während An den Eichen und in Bürgel-Ost schon gewohnt wird, stritten die Koalitionäre beispielsweise über eine Verpflichtung zur Dachbegrünung oder nicht. Diese Entscheidung obliegt nun den Bauherren, die Ende 2018 zwischen S-Bahn-Trasse, Dietesheimer Straße und der Bundesstraße B 448 ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen können. Insgesamt 920 Wohneinheiten für circa 2.100 Menschen sieht der auf Basis des Bauplans im Mai 2015 verabschiedete Projektbeschluss vor.

Zwischenzeitlich wurden Liegenschaften sortiert, um das Areal erschließen zu können: 212 der insgesamt 258 Flurstücke befinden sich in privatem Besitz, 46 nennt die Stadt Offenbach ihr eigen, von denen die größte Fläche für die geplante Parkanlage und die Schule mit Kita genutzt wird. Damit erwartet die neuen Bewohner eine gewachsene Infrastruktur, gute Verkehrsanbindung und eine hohe Freizeit- und Naherholungsqualität in zentraler Lage. Zwei- und dreigeschossige Gebäude mit Staffelgeschoss sieht der Bebauungsplan in dem neuen Stadtteil vor, bereits jetzt gehen die Planer um Schneider von Grundstückspreisen von 500 Euro pro Quadratmeter und mehr aus, dazu addieren sich Erschließungskosten in Höhe von etwa 150 Euro pro Quadratmeter. Ersteres ein Ergebnis des allgemeinen Siedlungsdrucks in der Region, letzteres bedingt durch Notwendigkeiten, wie dem Bau von circa 1 Kilometer Sammel- und 2.000 Meter Wohnstraßen. Außerdem muss auf einer Länge von 3 Kilometern in 6 Meter Tiefe ein rund 2 mal 2 Meter breiter Stauraumkanal für Regen- und Schmutzwasser verlegt werden, gehen 100 Beleuchtungsmasten am neu zu verlegenden Stromnetz in Betrieb und ebenfalls auf einer Länge von 3 Kilometern sind Versorgungsleitungen für Trinkwasser und Telekommunikation zu vergraben.

Investitionen in Lärmschutz

Eine Notwendigkeit ist der 6 Meter hohe Lärmschutz entlang der B 448 und punktuell an der S-Bahn-Linie, die – beruhigt Projektleiterin Birgit Mertens vom Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement – hinter einem Sichtschutz aus Bäumen verschwindet. Davor ist ein Fußweg zum Joggen und Spazierengehen geplant.

Insgesamt 12,3 Millionen Euro beträgt der städtische Anteil an den Erschließung – inklusive der Planungskosten. Davon, sich mit dem Verkauf einiger Grundstücke eine goldene Nase zu verdienen, ist die Stadt also weit entfernt: „Das ist eine ziemlich verschnupfte Nase“, kommentiert Schneider etwaige Annahmen.

EVO baut eigenes Kraftwerk

„Wir sind für Sie nah“: Der örtliche Energieversorger EVO investiert in ein 2.700 Meter langes Rohrleitungssystem über das die künftigen Bewohner mit Nahwärme aus dem ebenfalls neu gebauten Erdgas-Blockheizkraftwerk an der Dietesheimer Straße versorgt werden. Das Angebot ist optional, erklärt Technikvorstand Günther Weiß und ist sich sicher dass dieses alleine im Kostenvergleich überzeugt. Etwa garagengroß ist das Kraftwerk, das mit klimaneutralem Gas geheizt und den überschüssigen Strom in das öffentliche Netz einspeisen wird.

Spatenstich am 20. Oktober

Die Baustelleneinrichtung hat bereits begonnen, über eine europaweiten Ausschreibung konnte sich die Limburger Albert Weil AG für die Durchführung durchsetzen. Der Stadtschuss zum offiziellen Baubeginn fällt am Freitag, 20. Oktober, beim Spatenstich.