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Offenbach am Main, 13. September 2017 – „Vorhabenbezogener Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren“: Der etwas sperrig klingende Begriff ebnet den Weg für den Bau des Goethequartiers auf der Brache des Werkzeugmaschinenbauherstellers „Collet & Engelhard“ zwischen Berliner Straße und Bernardstraße. Seit dem die DB Real Estate die 3 Hektar große Gewerbefläche gekauft und während des S-Bahn-Baus in den neunziger Jahren als Lagerfläche genutzt hatte, war diese schlicht nicht mehr als solche zu vermarkten. Nach einem Aufstellungsbeschluss 2011 kam Bewegung in die Planungen, parallel dazu gab es bereits erste Gespräche mit Investoren über die Entwicklung des Areals zum Mischgebiet für Wohnen und Gewerbe. Jetzt wurde der der bestehende Bebauungsplan Nr. 528A aus dem Jahr 2001, der seinerzeit großen Bedarf an Büroflächen berücksichtigte, um Wohnen erweitert. Damit kann die zur Bremer Zech Group gehörende Wohnkompanie dort auf einer Fläche von 1,8 Hektar ein Wohnquartier nach Entwürfen der Frankfurter Architekten Landes & Partner realisieren.

Wohnkompanie baut für Nassauische Heimstätte

Dass das Baurecht zwischenzeitlich an die Nassauische Heimstätte veräußert wurde, hält Oberbürgermeister Horst Schneider stadtstrukturell für ein wichtiges Signal: „Mit der  Nassauische Heimstätte haben wir einen verlässlichen Eigentümer mit einem großen Bestand an Mietwohnungen.“  Das Unternehmen versteht sich als Partner von Mieter und Kommunen, daher geht Schneider bereits jetzt davon aus, dass der Anteil der Mietwohnungen im Goethequartier noch über dem verbindlichen Schlüssel von 30 Prozent ab 50 Wohnungen liegen wird. 327 Mietwohnungen sind derzeit im Goethequartier geplant, davon 53 sozialgeförderte.

Nahversorgung und Kinderbetreuung unter dem Grasdach

Eine umlaufende Blockrandbebauung mit fünf bis sechs Geschossen sieht der Entwurf von Landes & Partner auf dem Gelände vor, in dessen Mitte zusätzlich sechs fünfgeschossige Solitäre in luftiger Anordnung Platz finden. Sogar drei Kinderspielplätze haben die Architekten untergebracht. Den Herausforderungen von Siedlungsdruck und innerstädtischer Dichte begegnet der Entwurf mit ungewöhnlichen Außenflächen, insbesondere für die Kinder, die die geplante Kindertagesstätte besuchen, auf dem Dach. Grün auch das Dach des geplanten Nahversorgers, aber auch auf allen anderen Dächern ist eine Bepflanzung mit Gras vorgesehen.

Dazu passen die 773 Fahrradabstellplätze und das ebenfalls eingeplante Car-Sharing-Angebot. „Nur“ 164 Stellplätze gibt es für die Bewohner, wegen der Nähe zur S-Bahn und der bereits vorhandenen beengten Raumsituation kommt das Goethequartier auf einen Schlüssel von 0,5 Stellplätze pro Wohneinheit. An anderen Stellen liegt dieser bei 1,0. Dazu kommen 110 gewerbliche Stellplätze, von denen wiederum 80 als Quartiersgarage genutzt werden.

Großstädtisches Flair an der Berliner Straße

Zweigeschossige Arkaden, die Fassade mit einer wechselnden Formensprache und das dezente Werbeanlagenkonzept machen die Attraktivität des Goethequartiers aus. „Landes & Partner haben ein spannungsreiches Gebäude entworfen, das die Ecke Berliner Straße und Goethering zu einem interessanten Blickfang macht“, ist sich Schneider sicher und geht davon aus, dass die Stadtverordneten dem Satzungsbeschluss am 21. September zustimmen.