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Offenbach am Main, 24. März 2017 – Starkregen, Sturzfluten, Hochwasser, Hitzetage und anhaltende Trockenheit sind nur einige der Wetterphänomene, die aufgrund des Klimawandels zunehmen werden. Auch Offenbach muss sich darauf vorbereiten, denn schon heute wirkt sich der Klimawandel in der Stadt aus: Die Verdichtung einer Großstadt befördert lokale Hitzeentwicklung und durch die Bodenversiegelung kann Regenwasser nicht mehr versickern. „Diese Entwicklung ist kaum mehr rückgängig zu machen“, so die Einschätzung des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz. „Umso wichtiger ist es, die negativen Auswirkungen abzumildern und dort zu vermeiden, wo die Ursachen erkennbar sind“, sagt Amtsleiterin Heike Hollerbach. „Denn davon ist auch die zukünftige Entwicklung Offenbachs als attraktiver Wohn- und Arbeitsort im Zentrum des Ballungsraums Rhein-Main abhängig.“

Deshalb erarbeitet die Stadt mit Fördermitteln aus der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit seit Frühjahr 2016 ein Konzept zur Anpassung an den Klimawandel. Nach elfmonatiger Bearbeitungszeit fand am 14. März eine abschließende Informationsveranstaltung mit Akteursbeteiligung in den Räumen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) statt. Dort wurden die gemeinsam erarbeiteten gesamtstädtischen Leitlinien für eine klimaangepasste Entwicklung Offenbachs und ein Maßnahmenkatalog präsentiert. Klaus-Jürgen Schreiber, Direktor der Abteilung Klimaüberwachung des DWD, und Amtsleiterin Heike Hollerbach begrüßten an diesem Termin 35 Akteure aus Stadt und Region.

Zum besonderen Einstieg in das Thema „Auswirkungen von klimabedingten Extremwetterereignissen“ zeigten die Veranstalter eine Simulation des städtischen Vermessungsamtes, in der dargestellt wird, wie sich ein 200-jähriges Hochwasser auf die Innenstadt auswirkt, wenn der Hochwasserschutz am Main versagt. Die Vorstellung der animierten Extremsituation nutzte Thomas Kutschker, Sachgebietsleiter bei der Berufsfeuerwehr Offenbach, um den Anwesenden vor Augen zu führen, das die Folgen der Klimawandels eine besondere Herausforderung für die städtische Gefahrenabwehr darstellen.

Die bisherigen Ergebnisse des Projekts stellte Dr. Anna-Christine Sander, verantwortliche Projektleiterin im Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz, vor: In einem mehrmonatigen partizipativen Prozess wurden bislang der Handlungsbedarf in Offenbach identifiziert, eine Gesamtstrategie zur Anpassung an den Klimawandel entwickelt und prioritäre Maßnahmen zur zeitnahen Umsetzung ausgearbeitet. Im zweiten Teil der Veranstaltung diskutierten die Gäste im „Marktplatz zur Klimaanpassung“ die Ergebnisse der Betroffenheitsanalyse für Offenbach und „Steckbriefe“ zur Umsetzung prioritärer Maßnahmen. Es wurden Nachfragen gestellt, Anregungen eingebracht und Inhalte ergänzt. Die Präsentation der Ergebnisse und die partizipative Ausarbeitung des Maßnahmenkataloges und der Maßnahmensteckbriefe sind ein wichtiger Baustein in der Konzepterstellung. In dem gesamten Prozess waren bisher durch Beteiligung an einem Online-Fragebogen 154 Akteure und durch die Mitarbeiter in einer Strategiegruppe 40 Personen aktiv.

„Alle Ergebnisse des Abends werden in die abschließende Ausarbeitung der Anpassungsstrategie eingearbeitet“, kündigte Anna-Christine Sander an. Der Abschlussbericht des Projekts soll bis Ende März 2017 erarbeitet, danach mit den politischen Akteuren abgestimmt und daraufhin der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. „Mit dem Ende der Konzepterstellung sind die Grundlagen in der Strategie gelegt, diese gesamtkommunale Aufgabe in Offenbach gut und zukunftsweisend zu verankern“, so Sander. „Anpassung an den Klimawandel ist eine Querschnittsaufgabe, die viele verschiedene Bereiche des staatlichen und privaten Handelns betrifft. In den Kommunen treffen diese Bereiche direkt zusammen. Durch die Umsetzung der priorisierten Maßnahmen in den kommenden zwei Jahren werden wichtige Voraussetzungen geschaffen und Weichen gestellt, diese Aufgabe gemeinsam zu stemmen.“

Fragen zum Projekt beantwortet das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz unter 069 8065-2557 oder per E-Mail an umweltamtoffenbachde.

Bildinformation:

Fotos: Stadt Offenbach, Abdruck honorarfrei zum Zwecke der Berichterstattung über das Projekt Klimaanpassung.