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Offenbach am Main, 17.02.2017 – Um die festgestellten Mängel nach dem Umbau des Wilhelmsplatzes zeitnah zu beseitigen, hat der Magistrat der Stadt Offenbach am 15. Februar den Weg für eine außergerichtliche Einigung geebnet. Die seinerzeit von der Stadt beauftragte bauausführende Firma und das für die Bauüberwachung zuständige Planungsbüro teilen sich die Gesamtkosten von rund 137.000 Euro für die Mängelbeseitigung mit der Stadt. Die Sanierung soll nach dem Ende der gastronomischen Außensaison im Oktober/November beginnen. Es ist mit einer Bauzeit zwischen sechs und acht Wochen zu rechnen.

Der großangelegte Umbau des Wilhelmsplatzes war 2011 fertiggestellt worden. Im Februar 2014 stellte die Stadt erstmals Mängel an den beiden Seitenstraßen fest. An der östlichen Straße sind starke Setzungen und Verschiebungen eingetreten. Insbesondere zur Bleichstraße hin sind die Pflasterflächen beschädigt. An der westlichen Straße wurden ebenfalls Setzungen in den Pflasterflächen identifiziert.

Wie Oberbürgermeister Horst Schneider in einer Pressekonferenz mit Fachleuten des Amtes für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement berichtete, sei nach Bekanntwerden der Mängel ein Gutachten in Auftrag gegeben worden. Dieses sollte die Schadensursache und die Schuldfrage untersuchen. „Im Ergebnis zeigte sich“, erläuterte Amtsleiter Markus Eichberger, „dass es sowohl zu Mängeln in der Bauausführung gekommen ist als auch zu Nachlässigkeiten in der Bauüberwachung, für die ein externes Büro im Auftrag der Stadt verantwortlich war.“ Die Gegenseite habe die Ergebnisse des Gutachtens jedoch nicht anerkannt.  

Die Stadt stand danach vor der Frage, ob sie sich auf ein jahrelanges Rechtsverfahren einlässt mit sehr ungewissem Ausgang: „Häufig kann bei solchen Verfahren die Schuldfrage auch vor Gericht nicht eindeutig geklärt werden und es läuft am Ende auf eine Kostenteilung hinaus.“ Dieses zu erwartende Ergebnis habe man nun mit der außergerichtlichen Einigung vorweggenommen. Aus einem gewichtigen Grund: „Wir wollen den Schaden schnell behoben wissen und nicht noch jahrelang das Gerichtsverfahren abwarten müssen“, sagte Oberbürgermeister Schneider. „Zumal sich der Zustand dann noch verschlimmert hätte und damit die Kosten für deren Beseitigung noch höher ausfielen.“

Der Wilhelmsplatz im Herzen der Stadt gilt mit seinem Wochenmarkt und der umliegenden hochwertigen Gastronomie als Offenbachs beliebtester Ort. Auch regional wird ihm eine hohe Anziehungskraft zugesprochen.

Die reinen Baukosten für die Nachbesserung belaufen sich auf rund 100.000 Euro. Davon trägt die Stadt rund 25.000 Euro. Hinzu kommen 20.000 Euro für die vorgelaufene Untersuchung der Schäden seitens der Stadt, die gedrittelt werden. Zusätzlich beauftragt die Stadt einen unabhängigen Bauüberwacher für die Sanierungsmaßnahme (10.000 Euro). Insgesamt verbleiben bei der Stadt Kosten in Höhe von 49.500 Euro für die vorgelaufenen Untersuchungen, dem Anteil der Wiederherstellung sowie die Überprüfung und Kontrolle der Wiederherstellung. Sollte die Maßnahme teurer werden, trägt die bauausführende Firma gemäß der Einigung die Mehrkosten.