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Offenbach am Main, 10.02.2017 – Eines vorweg: Das Mainuferfest soll weiterhin das offene Fest bleiben, das es seit 30 Jahren ist. Allerdings finden sich Stadt Offenbacher und Veranstalter Offenbacher Stadtinformationsgesellschaft mbH (OSG) im 31. Jahr, die das Fest der Vereine nun besteht, in einer veränderten Welt wieder. Insbesondere die terroristischen Anschläge im französischen Cannes und auf dem Berliner Weihnachtsmarkt haben zu einer erneuten Überprüfung des bestehenden Sicherheitskonzeptes geführt. Dieses wurde als Konsequenz auf die Love Parade in Duisburg beauftragt und seither kontinuierlich optimiert. „Hundertprozentige Sicherheit wird es nie geben“, weiß auch Regina Preis, Geschäftsführerin der OSG: „Wir tun alles, um das Gefährdungspotenzial bei unseren Festen und Veranstaltungen so gering wie möglich zu halten.“

Sicherheit in der globalisierten Welt als zusätzliche Herausforderung

Öffentliche Feste stellen Veranstalter und Sicherheitsbehörden vor enorme Herausforderungen, schließlich liegt die Durchführung in deren Verantwortung. Die meisten Maßnahmen sind für Besucher kaum wahrnehmbar, zudem größtenteils schon selbstverständlich. Die Ausschilderung von Fluchtwegen beispielsweise oder die Präsenz von Sicherheitspersonal. Mit den Anschlägen haben die Herausforderungen nochmals eine neue Qualität bekommen. „Für uns ist das teilweise die Quadratur des Kreises“, erklärt Preis, „wenn wir gemeinsam mit Vertretern von Feuerwehr und Polizei Sicherheitsüberlegungen und den offenen Geist von Festen miteinander in Einklang bringen wollen. Erklärtes Ziel ist und bleibt es, den Menschen die Freude an den Festen nicht nehmen zu wollen. Das gilt besonders für das Fest der Vereine, das jährlich rund 50.000 Besucher aus Stadt und Region ans Mainufer lockt.“

Gute Erfahrungen beim Lichterfest gemacht

Seit 2014 werden Lichterfest und Mainuferfest auf Grundlage eines Sicherheitskonzeptes realisiert. „ Besucher und Vereine haben in den vergangenen Jahren die Maßnahmen rund um mehr Sicherheit akzeptiert und mit großer Unterstützung mitgetragen“, berichtet Michèle Latzke, beim Amt für Öffentlichkeitsarbeit zuständig für Marketing und Veranstaltungsmanagement. Sogar als im vergangenen Jahr als Reaktion auf Terrorattacken Taschenkontrollen eingeführt wurden und jeder Picknick-Korb genau unter die Lupe genommen wurde.

Ein eingeschränkter Zugang zur Festmeile des Mainuferfestes ist jedoch für beide weder denkbar noch gewollt. Daher haben Preis und Latzke gemeinsam mit dem Sicherheitsstab mit Vertretern des Ordnungsamts, der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks und der Landespolizei das bestehende Konzept weiter optimiert.

Sicherheitsgebühr richtet sich nach Vereinspräsentation

„Wir wissen, dass wir mit dem Problem nicht alleine sind. Auch andere Kommunen denken darüber nach, einen Teil der Kosten weiterzugeben beziehungsweise machen das bereits“, so Preis. Andererseits bieten wir Vereine kostenlos eine Plattform, sich und ihre Arbeit in einem attraktiven Umfeld zu präsentieren.“ Zudem nutzen viele die Gelegenheit, die Vereinskasse mit Verkaufsständen aufzubessern. Dass hinter all dem auch viel Arbeit und Engagement steckt, sei allen bewusst, erklärt Preis. Daher habe man sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. „Aber einen Beitrag von 50 Euro halten wir für vertretbar.“ Dieser Betrag gilt für Vereine mit Verkaufsständen, alle anderen zahlen 30 Euro. Die Sicherheitsgebühr ist mit Bestätigung der Anmeldung fällig.

Rund 120 Vereine gestalten das Mainuferfest jedes Jahr, viele sind von Anfang an dabei. Preis und Latzke gehen davon aus, dass sich daran trotz der Sicherheitsgebühr nichts ändert.