Sprungmarken
Suche
Suche

Offenbach am Main, 16. November 2017 – Ankommen ist einfach - wenn die Voraussetzungen stimmen. Sagt der kanadische Journalist Doug Sanders, der mit seiner Publikation „Arrival City“ der Ausstellung „Making Heimat“ im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt Pate stand. Wie Heimat gemacht werden und Ankommen gelingen kann, beleuchtete die Ausstellung an ausgewählten deutschen Städten, neben Stuttgart, Berlin-Lichtenberg eben auch Offenbach. Exemplarisch war dort auch der Block Hermann-Steinhäuser-Straße/ Austraße/ Mathildenstraße/Karlstraße zu sehen, 3,5 Hektar, die zeigen, was bauliche Voraussetzungen zur Integration beitragen können.

Diese Entwicklung begann bereits im 18. Jahrhundert, als sich Dank des Verbots der Frankfurter Zünfte, Fabriken einzurichten oder Maschinen aufzustellen, Offenbach zu einem prosperierenden Industriestandort entwickelte. Davon zeugt noch heute eine vergleichsweise große Blockbebauung, die obwohl für Industrie und nicht zum Wohnen gebaut, schon immer eine Mischnutzung zuließ.

Das heutige Mathildenviertel ist als ehemaliges Arbeiterviertel im Osten der Stadt beispielhaft für diese Entwicklung, deshalb hatten die Frankfurter Ausstellungsmacher den Block in seiner heutigen Struktur modellhaft installiert. Wer möchte, kann den Blick schweifen lassen, Hinterhöfe und Straßenzüge rund um die Hermann-Steinhäuser-Straße genauer inspizieren und unterschiedliche Nutzungsformen entdecken. Dort wirkt noch heute Arthur Seitz, er kümmert sich seit 16 Jahren als Hausmeister um die Liegenschaft Hermann-Steinhäuser-Straße 15. Seitz kam 1957 aus Oberfranken nach Offenbach und gehört neben Cafébesitzer Ösman Göverim, Enkelsohn türkischer Einwanderer, dem 1984 in Offenbach geborenen Marco Russo, Sohn eines Italieners und einer Deutschen, und der Familie Huesmann zu den Offenbachern, die in der Ausstellung porträtiert waren.

Das Modell ist ab Freitag, 17. November, als Dauerleihgabe im Stadtteilbüro am Mathildenplatz zu sehen. Vor oder nach der Besichtigung kann noch ein bisschen im Katalog zur Ausstellung geschmökert werden.

Bildinformation:

Dragana Reichert, Mitarbeiterin im Stadtteilbüro Mathildenplatz, mit dem Miniaturquartier. Foto: Quartiersmanagement Offenbach

Das Quartiersmanagement Offenbach ist ein Kooperationsprojekt der Stadt Offenbach und der GBO, Gemeinnützigen Baugesellschaft Offenbach mbH, einem Unternehmen aus dem Geschäftsfeld Immobilien der Stadtwerke-Gruppe, im Rahmen des Projekts „Besser leben in Offenbach“. Es wird aus Mitteln des Landes Hessen und der Wohnungswirtschaft finanziell unterstützt.  Ziel des Quartiersmanagements ist die Verbesserung der Lebensqualität  in den Stadtteilen gemeinsam mit freien Trägern und privaten Initiativen aus den Bereichen Wirtschaft, Städtebau, Wohn- und Sozialstruktur sowie Sicherheit & Ordnung.

Die fünf Stadtteilbüros im Mathildenviertel, im Nordend, in Lauterborn, im Senefelder-Quartier und in Bieber-Waldhof sind Treffpunkte und  Anlaufstellen für Bewohner und Bürger bei Fragen und Problemen rund um ihr Umfeld.

Mit der Durchführung des Quartiersmanagements ist aktuell das Unternehmen smc-rhein-sieg beauftragt.