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Offenbach am Main, 24. Oktober 2017 – Der Umbau der Volkshochschule Offenbach in der Berliner Straße 77 geht in seine letzte Phase. „Wir sind sehr erleichtert, dass das nächste Semester Anfang 2018 in den neu hergestellten Räumen stattfinden wird“, sagte Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß anlässlich einer Pressekonferenz zum Baufortschritt. Schon jetzt wird sichtbar, wie sich die Unterrichtsbedingungen verbessern werden. Bereits fertiggestellt sind die im vierten Obergeschoss befindlichen Räume für Fitness und Entspannungskurse: „Dort finden Kursteilnehmer eine sehr angenehme Atmosphäre und Aufenthaltsqualität vor“, ergänzt Vhs-Leiterin Gabriele Botte.

In den vergangenen Jahren wies das Gebäude, das die Stadt für die Vhs in großen Teilen angemietet hat, nach mehreren Eigentümerwechseln einen erheblichen Sanierungsstau auf. Unter anderem waren die Fenster undicht und für Wärme sorgten teure Nachtspeicheröfen. Das Raumprogramm, das nach dem Einzug der Volkshochschule im Jahr 2000 durch Anmietungen einzelner Gebäudeteile und Geschosse immer wieder erweitert worden war,  entsprach zudem nicht mehr den Anforderungen an Brandschutz und modernen Unterricht. Die Volkshochschule benötigte mehr und außerdem zum Teil größere Räume, außerdem Aufenthaltsflächen in den Fluren. Der Mietvertrag wäre ohnehin im Jahr 2020 ausgelaufen.

So kam der erneute Eigentümerwechsel zur Firma MMZ gelegen, um Verhandlungen mit den neuen Eigentümern aufzunehmen. Das Ergebnis: Die Stadt Offenbach mietete den gesamten gewerblichen Teil des Gebäudes langfristig. Künftig nutzt die Volkshochschule sechs Geschosse (zwei Erdgeschosse und vier Obergeschosse), das 5. Stockwerk steht für das Jugendbildungswerk und das Start-Projekt/Produktionsschule zur Verfügung, die sich ebenfalls vergrößern könnten. Die Flächen werden bedarfsgerecht hergestellt.

Vorausgegangen war nach Überprüfung mehrerer Alternativen die Entscheidung, dass an dem bisherigen Standort festgehalten werden solle. „Eine bessere Lage als mitten in Offenbach – bestens angebunden an den öffentlichen Nahverkehr, in unmittelbarer Nähe zu Rathaus und Stadthaus – bot sich nicht an“, bekräftige Weiß. Dafür war man auch bereit, zunächst einen Umbau im laufenden Betrieb auf sich nehmen, was sich dann aber als für alle Beteiligten nicht zumutbar erwies. Der größte Teil der Unterrichtsräume und der Büros wurde in Zwischennutzungen für die Zeit des Umbaus ausgelagert.

Zur Auslagerung des größten Teils des Seminarbetriebs wurden neben Unterrichtsräumen an Schulen drei verschiedene Flächen im Haus der Wirtschaft angemietet, von denen der Vermieter der Berliner Straße 77 die Kosten für eine Fläche übernommen hat. Seitens der Stadt sind für diese Auslagerungen Mietkosten in Höhe von rund 156.000 Euro entstanden. Darüber hinaus nutzt die Stadt als Übergangslösung für die Verwaltung der Volkshochschule, das Anmeldebüro und die Bildungsberatung Büroflächen im Rathaus, die im Zuge der aktuell noch laufenden Rathaussanierung früher fertig geworden sind. Die Umzugskosten, die für die verschiedenen Auslagerungen entstanden sind, wurden vollständig von der Stadt getragen.

Zentrale Bedingungen für die langfristige Anmietung war eine vollständige energetische Sanierung, um die Nebenkosten für die Stadt langfristig zu senken, sowie die Schaffung eines zentralen Treppenhauses, das bisher nicht vorhanden war. Dadurch ist der Betrieb künftig nicht mehr allein auf die für den Besucherverkehr nicht ausreichend vorhandenen Aufzüge angewiesen.

Insgesamt werden der Volkshochschule nach dem Umbau 22 allgemeine Unterrichtsräume verschiedenster Größen, ein Vortragssaal, zwei EDV-Räume, zwei Räume für ein Digitales Lernzentrum, eine Kreativwerkstatt und zwei Räume für Fitness und Entspannung zur Verfügung stehen. Wie zuvor gibt es weiterhin eine Cafeteria für die Pausen, betrieben vom Start-Projekt und eine angrenzende attraktive Küche für Kochkurse. Auch die Ansiedelung von Projekten, die erfahrungsgemäß immer wieder wechseln, ist möglich. „Dabei ist der Zuwachs um sechs Unterrichtsräume nicht allein entscheidend“, so Vhs-Leiterin Botte, „der Nutzen besteht vor allem in der vernünftigen und logistisch sinnvollen Ansiedelung aller Bereiche innerhalb des Hauses.“ Publikumsintensive Kurse wie Deutsch und alle  Beratungsangebote befinden sich nun im Erdgeschoss, die weiteren Unterrichtsräume und Fachräume verteilen sich nach inhaltlicher Nähe in den weiteren Geschossen, nicht mehr wie bisher nach dem Zeitpunkt der Anmietung der Flächen.

Nach allen Mühen und Belastungen durch die Umbaumaßnahmen und Umzüge in den vergangenen beiden Jahren freuen sich alle Betroffenen einschließlich der Dozentinnen und Dozenten auf die neuen Räume, die es dann mit Leben zu füllen gilt.

„Dass die Stadt Offenbach diesen Kraftakt des Umbaus meistert, zeigt ausdrücklich, welchen Wert sie ihrer Volkshochschule beimisst“, so Dezernent Weiß. „Denn Lernen ist heute längst nicht mehr auf die Schulphase beschränkt. Dazu gehört eben, dass wir neben den Schulen auch die Volkshochschule angemessen unterbringen und unterstützen, damit unsere Bevölkerung auch im Erwachsenenalter mit Freude und Erfolg lernen kann. Das ist Teil der Bildungsgerechtigkeit, der sich diese Stadt verschrieben hat.“

Bildinformation:

  • Die Leiterin der VHS Offenbach, Frau Dr. Botte, bei einer Baustellenführung.
  • von links nach rechts: Dr. Gabriele Botte, Leiterin Volkshochschule Offenbach, Raimund Maschita, MMZ GmbH Architekten und Ingenieure und Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß. Fotos: Stadt Offenbach