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Offenbach am Main, 07.02.2017 - Die Trinkwasserversorgung in Offenbach liegt nun wieder komplett in einer Hand: Zum Januar 2017 hat der Zweckverband Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach (ZWO) auch den technischen Betrieb des Wassernetzes von der EVO AG übernommen. Damit ist der zum 1.1.2016 begonnene Wechsel bei der Wasserversorgung reibungslos abgeschlossen.

„Die Übernahme hat prima geklappt“, sagt ZWO-Sprecher Michael Jung. Acht neue Mitarbeiter des Zweckverbands kümmern sich nun direkt vor Ort in Offenbach um Wartung, Pflege und Instandhaltung rund ums Trinkwasser. „Das Personal ist gut qualifiziert und wurde schon vor dem Wechsel umfassend eingearbeitet“, berichtet Jung. Auch das Kundencenter in der Ziegelstraße 8 erhalte in Kürze zwei neue Mitarbeiter.

Bürgermeister Peter Schneider freut sich über die erfolgreiche Übernahme: „Wasser ist ein Grundlebensmittel – und mit der nun vollendeten Umstellung auf den ZWO können wir dessen Qualität und Preis auf Dauer stabil halten“, sagt der zuständige Dezernent. Mit ihrer rein kommunalen Lösung, die nicht auf Gewinne abziele, behalte die Stadt Offenbach den Einfluss auf die Trinkwasserversorgung im Interesse der Bürgerinnen und Bürger.

Stadt verwirklichte eine rein kommunale Lösung

Zum Hintergrund: Der ZWO hatte zum Start ins vergangene Jahr die Aufgaben der Trinkwasserversorgung sowie deren Abrechnung für die Stadt Offenbach übernommen. Grundlage hierfür waren Beschlüsse von Magistrat und Stadtverordnetenversammlung im Frühjahr 2015. Diese Reorganisation war notwendig, weil die Pacht- und Betriebsführungsverträge für die Trinkwasserversorgung zwischen der SOH Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe und der EVO AG, an der die SOH mit 48,45 % beteiligt ist, Ende 2015 nach 20 Jahren ausliefen. Nach dem EU-Vergaberecht ließen sich diese Verträge nicht verlängern. Eine europaweite Ausschreibung der Dienstleistung wäre erforderlich gewesen. 

Um sicherzustellen, dass die Wassergewinnung und -verteilung sowie Eigentum und Betrieb des Netzes in städtischer Hand sind, strebte die Stadt Offenbach eine rein kommunale Lösung an. Also übertrug sie die Aufgaben an den Zweckverband Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach: In einer eigenen Sparte des ZWO, die zu 100% von der Stadt Offenbach kontrolliert wird, liegen Netz und Versorgung in einer Hand. Die Wasserkonzession in Offenbach liegt bis 2024 bei der SOH.

Zum reibungslosen und ökonomisch planbaren Wechsel trug auch bei, dass der technische Betrieb bis Ende 2016 bei der EVO blieb und erst dann übergeben wurde. Die Kunden haben davon kaum etwas gemerkt, sagt Jung: „Schließlich fließt das Wasser noch durch die selben Rohre.“ Die Wasserzähler habe der ZWO im Laufe des vergangenen Jahres ausgetauscht.

„Wasser ist keine Ware, sondern ein Menschenrecht“

Selbstverständlich ist das Wasser auch während der nun vollzogenen Veränderungen stets weiter geflossen. „In der Wasserversorgung zu arbeiten heißt, die Versorgung mit unserem wichtigsten Lebensmittel sicherzustellen – 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr“, betont ZWO-Geschäftsführer Bernd Petermann.

Der 1965 gegründete Zweckverband arbeitet ohne Absicht auf Gewinnerzielung, was auch der Stadt Offenbach langfristig wirtschaftliche Stabilität garantiert. „Für die Bürgerinnen und Bürger wiederum ist die hohe Qualität des Trinkwassers bei fairen und transparenten Gebühren gesichert“, sagt Bürgermeister Schneider. Gerade angesichts des wachsenden Privatisierungsdrucks sei dies in Europa keine Selbstverständlichkeit. „Wasser ist aber keine Handelsware, sondern ein Menschenrecht“, betonte Schneider – das habe auch das EU-Parlament mit einem Entschluss im Herbst 2015 bestätigt.


Für Rückfragen
: Regina Preis, Leiterin Unternehmenskommunikation Stadtwerke Offenbach Holding GmbH, 069-840004-101