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Offenbach am Main, 9. Mai 2018 – Es wird teurer, aber jetzt soll es so schnell wie möglich gehen: Seit knapp drei Jahren schon ist der Spielplatz in der Johannes-Morhart-Straße gesperrt, weil man beim Baubeginn im Februar 2015 überraschend auf alte Kellergewölbe auf dem Gelände gestoßen war, die mit Bauschutt aufgefüllt waren. Das alleine wäre nicht weiter schlimm, hätte man dort nicht auch statt beispielsweise einer alten Badewanne einen Blindgänger aus den letzten Kriegstagen finden können. In der Konsequenz wurde das Areal als Gefahrenstelle gesperrt und wurden alle weiteren Arbeiten gestoppt. „Ursprünglich geplant war der Austausch des Bodens in einem Bereich von 0,35 Meter, jetzt redeten wir von einer Tiefe von mehr als 2,20 Meter und umfangreichen Sondierungen. Maßnahmen, für die die weitere Abstimmung mit dem Regierungspräsidium nötig war“, erläutert Annette Glowania vom Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement.

Kampfmittel, Altlasten und Bodenbelastung

Dass sich der Spielplatz in einem Bombenabwurfgebiet befindet, war bekannt. Daher war von Anfang an eine oberflächliche Sondierung vorgesehen, die nun durch einen lageweisen Bodenabtrag ersetzt werden musste – die Ortungsgeräte hätten auch bei Metall im Bauschutt und nicht nur bei Kampfmitteln angeschlagen. Diese aufwändige Bearbeitung des Areals war ursprünglich nicht vorgesehen, zumal bei der lageweise Begutachtung auch das Wurzelwerk der 47 Bestandsbäume genau untersucht werden muss. „Wir werden Baum für Baum prüfen müssen und in jedem Einzelfall auch über das Erfordernis einer Rodung zu entscheiden haben.“ Neben den Kosten zur Herstellung der Kampfmittelfreiheit kommen Kosten für die Entsorgung des Bodens sowie für die Wiederverfüllung hinzu.

Der ursprüngliche Entwurf wird realisiert

Ursprünglich 325.000 Euro waren für die Sanierung des Spielplatzes veranschlagt, die Kalkulation lässt sich schon aufgrund der allgemeinen Preissteigerungen nicht mehr realisieren. Der Neubau des Spielplatzes wird jetzt voraussichtlich 558.000 Euro kosten, hinzu kommen Kosten für die Altlastensanierung sowie die Kampfmittelfreimessung in Höhe von 1.642.000 Euro. Dass der Spielplatz jetzt angegangen werden kann, ist möglich, weil 472.000 Euro aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP I) des Landes und 100.000 Euro Zuschuss der Fraport AG akquiriert werden konnten. Glowania hofft, dass noch weitere Fördergelder hinzukommen und den Anteil der Stadt in Höhe von 1,67 Mio. Euro reduzieren: „Die Kollegen sind dran, die entsprechenden Anträge sind gestellt.“

So oder so sollen bis spätestens Sommer diesen Jahres die Aufträge vergeben werden, damit zwischen Oktober und Frühjahr die Kampfmittelsondierung und Altlastensanierung vorgenommen werden kann. Für den eigentlichen Bau rechnet Glowania mit einer Bauzeit von 7 Monaten – je nach Witterung könnte der Spielplatz dann spätestens im Sommer 2019 eingeweiht werden.

Spiel, Spaß und viel Bewegung für alle Altersgruppen

Dann erwarten die Kinder und Jugendlichen Wasserspiele, Dreifachschaukel, Kletterwand und viel Platz zum Rennen und Toben. Es wird einen Balancierpfad und natürlich auch einen Sandkasten für die Kleinen geben. „Bei der Auswahl der Spielgeräte haben wir auch darauf geachtet, dass Motorik und Bewegung nicht zu kurz kommen“, erläutert Glowania das bereits 2014 erarbeitete Konzept. „Die Kinder im Nordend brauchen dringend Freiflächen,“ weiß auch Stadtplanungsdezernent Paul-Gerhard Weiß, „es ist gut, dass es jetzt endlich los gehen kann und der Spielplatz bald mit Leben gefüllt ist.“