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Offenbach am Main, 16. Dezember 2020 – Der Herr der Zahlen, Dr. Matthias Schulze-Böing, hat die Stadt nicht nur analysiert, sondern durch seine Arbeit nachhaltig geprägt. Als Leiter des kommunalen Jobcenters Mainarbeit und des bisherigen Amtes für Statistik, Integration und Arbeitsförderung hat er sich für die Beseitigung von strukturellen Hürden für Arbeitslose eingesetzt. Akribisch hat er aus den Zahlen herausgelesen, an welchen Stellen die Politik ansetzen könnte, um die Situation für Offenbach und für die Menschen in der Stadt zu verbessern.

Jetzt geht auch die Verlängerung über seinen 67. Geburtstag hinaus zu Ende: Ab Januar heißt die Aufgabe für ihn: Umstellung auf das Leben im Ruhestand. “Jeder der Herrn Schulze-Böing kennt, weiß, dass er sicher weiter aktiv bleiben wird“, sagt Stadträtin Sabine Groß, die am Freitagabend zu einem großen virtuellen Abschied einlud.  

Nicht mit Sekt, sondern mit einem wissenschaftlichen Vortrag von Prof. Dr. Matthias Knuth zur Zukunft der Grundsicherung und einer digitalen Diskussion wurde der als wissenschaftliche Referent gestartete Dr. Schulze-Böing von zahlreichen Wegbegleitern verabschiedet und unter anderem als „Koryphäe kommunaler Beschäftigungspolitik“ geehrt. „Sie haben Ihre Rolle als kluger und umsichtiger Berater und als jemand, der früh vor Fehlentwicklungen warnt, immer ernst genommen. Ihr großes Fachwissen und Ihr guter politischer Kompass waren mir immer eine große Unterstützung bei Entscheidungen. Der Diskurs mit Ihnen wird mir fehlen“, schloss Stadträtin Sabine Groß ihre anschließende Rede. Zuvor hatte bereits Dr. Felix Schwenke den Amtsleiter für das weite Feld von Statistik über Integration und Arbeit gewürdigt. Ihm folgten der frühere Oberbürgermeister Horst Schneider und der Stadtverordnetenvorsteher Stephan Färber. Der Überraschungsgast des Abends war der ebenfalls frühere Oberbürgermeister der Stadt Gerhard Grandke. Die Veranstaltung begleitete musikalisch die Bratschistin Megumi Kasakawa vom Ensemble Modern.

Gestartet Ende 1987, mit dem Auftrag, die hohen Arbeitslosenzahlen in Offenbach zu analysieren und Maßnahmen zu organisieren, stellte er damals schon die Forderung, nach der Verantwortung des Bundes für die Arbeitslosen. In diesem Jahr durfte er nun erleben, dass tatsächlich der Anteil des Bundes an den Sozialleistungen erkennbar angehoben wurde und Offenbach nun mehr Spielraum in den kommenden Jahren hat als vorher. Auch sonst hat sich die Situation in Offenbach, wie etwa die jährlichen Sozialberichte zeigen, deutlich verbessert.  

Trotz der vielfältigen Aufgaben als Geschäftsführer der MainArbeit arbeitete Dr. Schulze-Böing auch weiter an eigenen wissenschaftlichen Schriften. „Bis heute haben Sie sich weit über Offenbach hinaus und weit über Deutschland und Europa hinaus in sozial- und arbeitspolitischen Fragen einen großen Namen gemacht“, stellte Sabine Groß fest.

In vielfältigen Projekten baute er sich auch ein großes Netzwerk in Migrantenorganisationen auf und war beteiligt an der Schaffung von Plattformen zum Austausch wie dem „Kompetenzteam Integration“. Zuletzt hat er mit dem elektronischen Kundenportal der MainArbeit einen Quantensprung in Sachen Digitalisierung und Kundenfreundlichkeit vorangetrieben. Mit neuen Beteiligungsformaten mit Einbezug der Kunden beschritt er neue Wege. Das Übergangsmanagement Schule-Beruf hat unter seiner Leitung die Bewerbungssituation auf den Kopf gestellt. Nun stellen die Bewerber Profile ein und das Unternehmen nimmt Kontakt auf.

Auch in der Corona-Krise unterstützt Dr. Schulze-Böing aktuell den Verwaltungsstab in der Analyse der Pandemie-Lage mit Auswertungen der Daten. Und das wird er in kleinerem Rahmen auch noch in den kommenden Monaten für das Gesundheitsamt und den Stab fortsetzen, einige Projekte weiterbetreuen und der Stadt weiterhin beratend zur Verfügung stehen.