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Offenbach am Main, 5. Oktober 2020 – 2020 war das dritte sehr heiße Jahr in Folge für Offenbach am Main. Die starke Wärmebelastung im Zentrum des Rhein-Main Gebiets liegt über dem Bundesdurchschnitt. „Der Magistrat hat deshalb den Hitzeaktionsplan für die Stadt Offenbach am 23. September 2020 in Kraft gesetzt. Er schafft Abstimmungsstrukturen und setzt eine Warn- und Aktionsliste in Gang“, sagt Umweltdezernent Paul-Gerhard Weiß.

Der Hitzeaktionsplan – kurz HAP – soll Krankheiten durch UV-Strahlen und Hitzeschäden für Menschen vorbeugen. „An Hitze soll bei uns möglichst niemand sterben – deswegen sorgen unsere Maßnahmen für den Schutz der empfindlichsten Bevölkerungsgruppen.“

Wenn der DWD seine Hitzewarnungen herausgibt, dann ist eine starke Wärmebelastung für mindestens zwei Tage in Folge zu erwarten und eine ausreichende nächtliche Auskühlung der Wohnräume kann nicht mehr gewährleistet werden.

Das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz koordiniert die Zusammenarbeit mit weiteren Behörden und Einrichtungen unterschiedlicher Zuständigkeiten und in der internen Stabsgruppe. Sie ist der Ort an dem entschieden wird, welche Maßnahmen umgesetzt werden. Das Amt versorgt auch alle Akteurinnen und Akteure mit aktuellen Informationen. Der Hitzeaktionsplan ist eine Maßnahme aus dem Integrierten Klimaanpassungskonzept der Stadt Offenbach.

“Jeder Mensch kann das eigene Verhalten anpassen. Dazu gehört z.B. in beschattete Räume zu gehen und viel zu trinken. Wir helfen dabei, die Möglichkeiten in das Bewusstsein der Menschen zu bringen. Insbesondere für ältere Menschen, aber auch an Schulen und Kitas ist das wichtig“, betont Heike Hollerbach, Amtsleiterin für Umwelt, Energie und Klimaschutz.

Präventive Maßnahmen beziehen die Veränderungen des Lebens- und Arbeitsumfeldes ein. Im Hitzeaktionsplan sind Vertreterinnen und Vertreter der Ämter benannt, die bei einer Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes diese Warnung an spezielle Zielgruppen weitergeben oder konkrete Maßnahmen zum Bevölkerungsschutz starten. Alle Akteurinnen und Akteure haben den Hitzenewsletter des Deutschen Wetterdienstes abonniert.

Unterschieden werden drei Maßnahmenarten: Vorbereitende, Ad-Hoc-Maßnahmen und langfristige: diese sind meist bauliche Veränderungen.

Vorbereitende Maßnahmen stimmen auf die Hitzeperiode ein: die Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes werden immer direkt auf die Startseite der Stadt Offenbach gestellt. Darauf wird in den Sozialen Netzwerken ebenfalls hingewiesen. Vor jeder Hitzeperiode geht eine Mail mit Handlungsempfehlungen an die Gastronomiebetriebe.

Zu den Ad-Hoc Maßnahmen gehört, die Seniorentreffs zu schließen bei großer Hitze und auf den Anzeigen des Öffentlichen Nahverkehrs an die Bevölkerung zu appellieren, sich im Schatten aufzuhalten und genug zu trinken. Langfristige Maßnahmen sind zum Beispiel bauliche Maßnahmen zur Verschattung, die dauerhaften Downloadoptionen der Broschüre „Hitze – Hinweise für ältere Menschen zum Schutz der Gesundheit“ oder die Gewinnung von neuen Akteurinnen und Akteuren.

Durch den Hitzeaktionsplan verpflichten sich die Akteurinnen und Akteure ab Hitzewarnstufe I des Deutschen Wetterdienstes diese Nachricht innerhalb der Stadt Offenbach durch eine festgelegte Kommunikationskaskade zu verbreiten und Maßnahmen zu ergreifen. 

„Wir haben dieses Jahr schon deutlich gemerkt, wie wichtig hier die Zusammenarbeit war. Offenbach kann also gut gerüstet in die Hitzesaison 2021 starten“, so Paul-Gerhard Weiß.

Bildinformation

Hitzewarnung an der Bushaltestelle Marktplatz.
Foto: Stadt Offenbach / Lukas Glitsch

Links

Hitzebroschüre (auch in einfacher Sprache):
https://www.offenbach.de/leben-in-of/gesundheit/hitze-broschuere-15.05.2020.php