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Offenbach am Main, 3. Januar 2020 – Das Bundesverkehrsministerium unterstützt den Aufbau eines regionalen Verkehrsmanagements in der Region Rhein-Main. Am 19. Dezember überreichte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer einen Förderbescheid über 8,7 Millionen Euro an die Gesellschaft für Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain (ivm). Die Offenbacher Stadträtin und Mobilitätsdezernentin Sabine Groß nahm als stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der ivm den Förderbescheid in Berlin entgegen. „Mit dieser Förderung haben wir nun die einmalige Chance für die Region abgestimmte Strategien und Maßnahmen zur Verkehrssteuerung flächendeckend umzusetzen“, so Sabine Groß. „Unsere Bemühungen um eine bessere Luft in Offenbach und anderen Städten des Rhein-Main-Gebiets kann mit dem Vorhaben der ivm wirkungsvoll unterstützt werden. Lenkungs- und Steuerungsmaßnahmen enden damit nicht mehr wie bisher an unserer Stadtgrenze.“

Ziel des ivm-Vorhabens ist es, in der vom wachsendem Verkehr zunehmend belasteten Rhein-Main-Region die zuständigen Aufgaben- und Verkehrsträger stärker zu vernetzen, um Steuerungsstrategien abzustimmen und gemeinsam technisch umsetzen zu können. „Es ist sehr wichtig, dass die von Luftschadstoffen und Verkehrsbehinderungen geplagten Städte wie Offenbach, Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden oder Mainz gemeinsame Strategien entwickeln und umsetzen, die dazu beitragen, die NOx-Belastung zu senken“, so Groß. „Die Stadt setzt hierbei wie andere Kommunen vor allem auf ein dynamisches, umweltsensitives Verkehrsmanagement“, ergänzt Verkehrsdezernent Paul-Gerhard Weiß.

Verbesserte belastungsabhängige Anpassungen der Ampelsteuerungen, Lkw-Durchfahrtsverbote, Busbeschleunigung und die sogenannte Zuflussdosierung des Individualverkehrs gehören zu den Maßnahmen, auf die Offenbach zur Umsetzung des Luftreinhalteplanes setzt. Damit will die Stadt die Luftqualität nachhaltig verbessern und drohende Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge verhindern. „Viele dieser Maßnahmen funktionieren aber nur dann wirkungsvoll, wenn sie in Abstimmung mit den Nachbarkommunen geplant und umgesetzt werden“, so Weiß weiter.

„Aktuell beschränken sich diese Maßnahmen auf den jeweiligen Zuständigkeitsbereich der einzelnen Städte. Die Potenziale eines umfassenden Verkehrsmanagements werden derzeit nicht ausgeschöpft“, fasst die ivm-Geschäftsführerin Heike Mühlhans die Ausgangslage zusammen. „Verkehrsteilnehmer, die aus der angrenzenden Region in die Innenstadtbereiche pendeln oder diese durchfahren, können mit den vorhandenen räumlich begrenzten Lenkungsstrategien daher erst an der Stadtgrenze erreicht werden.“ Zudem sei eine abgestimmte Verkehrssteuerung über Zuständigkeitsgrenzen aus technischer Sicht derzeit nicht möglich. Dies soll sich mit dem geplanten Aufbau des regionalen Verkehrsmanagements ändern.

„Wie genau die passenden Strategien und Maßnahmen aussehen und welche technischen Voraussetzungen hierfür geschaffen werden müssen, werden wir nun zu Beginn des Vorhabens mit den Aufgabenträgern in der Region erarbeiten und abstimmen“, erläutert Rüdiger Bernhard, der zuständige Projektleiter für das Vorhaben. „Diese werden im Rahmen einer Strategievereinbarung einvernehmlich und verbindlich von den Aufgabeträgern festgelegt. Die Strategievereinbarung definiert damit genau, in welchen Situationen der Verkehr wie gelenkt wird und welche Maßnahmen hierzu ergriffen werden. Aufgabenträger behalten dabei in jedem Fall ihre Entscheidungshoheit. Dies ist zentrale Voraussetzung für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit“. In der zweiten Phase des Vorhabens wird dann der Aufbau der erforderlichen Infrastruktur vor Ort erfolgen.

Der Aufbau des regionalen zuständigkeitsübergreifenden Verkehrsmanagement wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen des Sofort-Programms Saubere Luft und der Förderrichtlinie „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ mit einer Laufzeit von 5 Jahren mit rund 8,7 Millionen Euro gefördert. Die Erarbeitung und Umsetzung wird durch die Gesellschaft für integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement koordiniert und gemeinsam mit den Städten und Landkreisen vorangetrieben. Hessen Mobil unterstützt das Vorhaben als Partner.