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Offenbach am Main, 22. Juni 2020 – Bahnhöfe sind die Visitenkarte einer Stadt für viele Reisende. Dort bekommen sie den ersten und auch letzten Eindruck. Umso erfreulicher ist es, dass die Station Marktplatz in Offenbach durch die Aufnahme in das Programm Zukunftsbahnhof der Deutschen Bahn aufgenommen wurde und damit 800.000 Euro von der Bahn in diese Station investiert werden. Als einer von bundesweit 16 Bahnhöfen wird die Station nun zum Zukunftsbahnhof umgestaltet, insgesamt 17 Mio. Euro nimmt die Deutsche Bahn in die Hand. Offenbach Marktplatz ist der einzige unterirdische Zukunftsbahnhof.   

Farbe wirkt: Thekra Jaziri setzt lebendige Akzente

Positiv fällt zuerst die farbige Gestaltung im Zugangsbereich ins Auge. Hier hat die Offenbacher Künstlerin Thekra Jaziri, die mit ihren großflächigen Arbeiten bereits fröhliche Akzente im Hafen Offenbach oder im Mathildenviertel gesetzt hat, mit warmen Farben aus den Vollen geschöpft. „Offenbach ist bunt, und das kommt krass gut an“, berichtet sie aus der zehntägigen Arbeitsphase an den Wänden. Aber auch die neue Dachverglasung mit bunten Lichtreflexen über dem Eingang gefällt jetzt schon vielen Pendlern.

Zukunftsfähig, funktional und mit Aufenthaltsqualität

In Kombination mit den bereits im vergangenen Jahr installierten Deckenspiegeln und der neuen Beleuchtung hat die B-Ebene bereits eine Aufwertung erfahren. Die Station wird bereits jetzt zu 100 Prozent mit Ökostrom betrieben. Zudem wurden die Tunnelwände bis auf eine Höhe von drei Metern weiß gestrichen und die Grundreinigungsintervalle erhöht, was zu einem helleren und angenehmeren Gesamteindruck beiträgt. Im Herbst öffnet ein Service Store der DB und eine weitere Fläche ist an einen Backwarenbetrieb vergeben. Für die bessere Organisation der Verkehrsströme an der Station, rund 40.000 Reisende und Pendler sind dort täglich unterwegs, werden großformatige Anzeiger über die Abfahrtzeiten und Anschlussmöglichkeiten informieren. „Ich freue mich, dass mein guter und regelmäßiger Kontakt zur Bahn Früchte trägt und sich mein Einsatz zur Aufnahme der Station Marktplatz in das Programm Zukunftsbahnhof der DB erfolgreich war. Der Offenbacher Marktplatz wurde für das Programm der DB ausgewählt, weil er heute schon bundesweit etwas Besonderes ist. Mit vier S-Bahnlinien, 14 lokalen und regionalen Bussen, vier Nachtlinien und dazu noch den Sharingangeboten mit Elektroautos – und Fahrrädern ist der Marktplatz und durch die Nähe zur Radverkehrsanbindungen ist er ein Mobilitätshub, also ein Ort an dem verschiedene Verkehrsangebote gebündelt werden“, betont Mobilitätsdezernentin Sabine Groß, „ Wenn die Menschen leicht umsteigen können und sich gern aufhalten, finden zukunftsfähige Mobilitätskonzepte mehr Anklang und das gesamte Stadtumfeld lässt sich aufwerten.“

Station Marktplatz als Zukunftslabor

Weil Bahnhöfe heute mehr sind als reine Ankomm und Abfahrstationen, war ein Teil der Erfolgsstrategie für die Bewerbung die hiesige Hochschule für Gestaltung von Anbeginn einzubeziehen. „Das“, ergänzt Verkehrsdezernent Paul-Gerhard Weiß, „war ein großer Pluspunkt, dass in Offenbach eine wissenschaftliche Begleitung des Projekts durch die Hochschule für Gestaltung erfolgen konnte.“ Prof. Kai Vöckler hat sich Pendlerbewegungen auf den Bahnsteigen und das Fahrgastverhalten genauer angeschaut und den 210 Meter langen Bahnsteig in unterschiedliche Zonen unterteilt, die zukünftig mit entsprechender Möblierung ausgestattet sein werden: So gibt es einen Transit-, einen Informations- und einen Wartebereich, die dann mit Anlehnmöbeln, Sitz- aber auch sogenannten Work & Wait-Möbeln mit USB-Anschlüssen ausgestattet sind. Dass es an der Station bereits Ende des Jahres flächendeckend W-Lan geben soll, entspricht inzwischen dem Status Quo.

„Wir testen, was funktioniert und übertragbar auf andere Stationen ist“, so Hartmut Schwarz, Bahnhofsmanager DB Station & Service, der die Umgestaltung gemeinsam mit Projektleiterin Sandra Schreiner koordiniert. Deshalb ist auch der Pop-Up-Store in der B-Ebene am Eingang zum Rathaus vorerst ein Testballon: Die gesamte Fläche wird für die nächsten sechs Wochen von den Machern des Offenbacher Mode – und Kunstlabels „Offenbach Neue“ bespielt. Die Schrift des Designers Maziar Rastegar kombiniert Fraktur- mit orientalischer Schrift und ziert zahlreiche Produkte von Socken bis zu Sweatshirts. Außerdem gibt es eine gestaltete Wand, die für Selfies genutzt werden und den Geist der Stadt in die digitale Welt tragen soll: Lebendig, abwechslungsreich, aber auch hell und freundlich. So wie die neue Station als Visitenkarte der Stadt.

Bildinformation:

Mobilitätsdezernentin Sabine Groß und Verkehrsdezernent Paul-Gerhard Weiß im Pop-Up-Store „Offenbach Neue“. Fotos: Stadt Offenbach / georg-foto, offenbach