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Offenbach am Main, 15. April 2019 – Spielothek, Shisha-Bars, das legendäre „Club-Bar-Ding“ Rotari und als Upper City Center zuletzt auch ein Refugium für Künstler und Kreative: Das City Center am Marktplatz hat seit seiner Fertigstellung 1981 schon ein paar Wandlungen und Nutzungen erfahren, geblieben sind Relikte der damals geltenden Idee, Verkehr ebenerdig und Fußgängerbeziehungen in der zweiten Ebene zu organisieren. Deren Reste und vor allem der in den Marktplatz ragende Betonstummel machten in den letzten Jahren ästhetisch niemanden mehr glücklich. Jetzt hat der vom Investorenduo Michael Dietrich und René Rudolph beauftragte Architekt Nikolaus Bader, Architekten Novotny Bader GmbH, seine Ideen einem temporären Gestaltungsbeirat aus überregional tätigen Architekten und anschließend interessierten Bürgern vorgestellt. Die Einrichtung eines dauerhaften Gestaltungsbeirats in Offenbach wurde bereits durch die Stadtverordneten-versammlung beschlossen und ist gerade im Aufbau. Dieser temporäre Gestaltungbeirat ist ein Modell der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen (AKH). Über den Entwurf diskutierte in Offenbach ein zufällig ausgewähltes Gremium Architekten und Ingenieure, dies waren Prof. Thomas Bieling aus Kassel, Petra Hahn aus Darmstadt, Susanne Wartzeck aus Dipperz und Holger Zimmer aus Wiesbaden

„Wir wollen uns anstrengen, damit à la longue etwas geändert werden kann“, betonte Stadtplanungsdezernent Paul-Gerhard Weiß und meinte damit sowohl die Einrichtung eines ständigen Beirats, als auch die stärkere Betonung stadtgestalterischen Qualitäten. Zumal an einer exponierten Stelle wie dem Eingang in die City, „schließlich“, so Weiß weiter, „ist die S-Bahn-Station Marktplatz für uns faktisch derzeit der Hauptbahnhof der Stadt.“

Da liegt der Gedanke eines Hotels nahe und mit der Achat-Gruppe haben die beiden Investoren bereits einen konkreten Interessenten für die oberen Geschosse des umgebauten Gebäudes. 160 Zimmer sollen in dem entkernten Stahlbetonfertigstellbau entstehen, zudem die Nutzungen im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss neu strukturiert werden. So soll die derzeit noch im Erdgeschoss und im 1. Stock ansässige Spielothek komplett in das obere Stockwerk umziehen. Bleiben werden auch eine Fast-Food-Franchise-Systemgastronomie und eine Bäckerei. Ergänzt werden könnte das Angebot mit weiteren gastronomischen Angeboten im Erdgeschoss, zumal die über zwei Etagen geplanten Arkaden einen circa zwei Meter überdachten Raum schaffen.

„Das Gebäude hat Schwierigkeiten, aber auch Qualitäten.“ Gemeinsam mit ihren Kollegen aus dem Gestaltungsbeirat hat Susanne Wartzweck die räumliche Situation sowie die Gebäudestruktur in Augenschein genommen. Der geplante Umbau werde schon aus Fragen der Nachhaltigkeit befürwortet, „der Bau ist super und hat eine gute Substanz.“ Auch gegen die geplante Aufstockung des Gebäudes mit zwei Etagen im östlichen Teil des Gebäudes gibt es keine Einwände, diese ist, so Wartzeck,“ grundsätzlich vorstellbar und in Anbetracht der Bedarf des Hotels auch vertretbar“. Begrüßt wird auch die vorgesehene Dachbegrünung, leichte Kritik gab es hingegen bei der von Bader vorgesehenen dreiteiligen Fassade aus weißem Beton, Naturstein und dunklem Beton. Der Gestaltungsbeirat empfiehlt hier eine ruhigere Formensprache und wertigere Gestaltung ähnlich der Fassade des Gebäudes der Sparkasse in unmittelbarer Nachbarschaft. Bader will dies nun gemeinsam mit den Investoren prüfen und dem temporären Gestaltungsbeirat erneut vorlegen.

Bildinformation:

Der temporäre Gestaltungsbeirat beim Ortsgrundgang, hier Blick vom gegenüberliegenden Toys`R`us-Gebäude. Foto: Stadt Offenbach

Der temporäre Gestaltungsbeirat beim Ortsgrundgang
© Stadt Offenbach