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Offenbach am Main, 12. Juli 2021 – Künstlerische Interventionen und Performance im Stadtraum, ein jüdisches Open-Air-Musikfestival im Offenbacher Büsingpark, ein digitaler Stadtplan zu jüdischen Orten und Biografien in Offenbach sowie eine Podiumsdiskussion am Puls der Zeit – das am 22. und 23. Juli stattfindende Festival „Chai OF – Jüdisches Kulturfestival Offenbach“ des Offenbacher Kulturmanagements und zahlreicher Kooperationspartner dürfte einer der vitalsten Beiträge des umfangreichen Programms in Offenbach zum Festjahr „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ werden. Internationale Künstlerinnen und Künstler prägen das Programm, unter anderem die charismatische israelische Sängerin Liraz mit Band, der Singer-Songwriter Daniel Kahn, der Rapper Ben Salomo oder die Musikerin Mary Ocher.

„Chai OF“ ist Bestandteil des Programms der Stadt Offenbach zu dem deutschlandweit begangenen Festjahr. Das Wort „Chai“ kommt aus dem Hebräischen, bedeutet so viel wie „Leben“ und wurde für das Festival ganz bewusst gewählt. „Das Ziel ist, ein friedliches Miteinander, Toleranz und eine offene Gesellschaft zu zeigen und zu festigen. Aber was zeichnet die jüdische Kultur aus? Welche Musik, welche Speisen und Bräuche gibt es? Was gibt es über die ganz eigene jüdische Geschichte Offenbachs zu erzählen und was bedeutet überhaupt Jüdischsein?“, so Oberbürgermeister und Kulturdezernent Dr. Felix Schwenke. „All dies sind Themen“, so Schwenke weiter, „die wir im Rahmen des Festivals in der Innenstadt und im digitalen Stadtplan unter www.chai-of.de aufgreifen wollen. Möglich wird das Programm durch die Förderung des Bundesministeriums des Innern, des Kulturfonds Frankfurt RheinMain sowie der Kulturstiftung der Sparkasse Offenbach. Und wir haben viele tolle Kooperationspartner an unserer Seite, mit denen wir Chai OF zu einem tollen Erlebnis in diesem Sommer werden lassen.“

Open-Air-Festival im Büsingpark

Als zentraler Bestandteil des Offenbacher Programms wird am 22. und 23.  Juli 2021 das Kunst-, Musik und Performancefestival „Chai OF – Jüdisches Kulturfestival Offenbach“ in der Innenstadt gefeiert. „Wir haben dazu nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler nach Offenbach eingeladen, die die Orte des digitalen Stadtplans sowie das Festivalzentrum im Büsingpark lebendig machen“, verspricht Schwenke. Im Büsingpark gibt es an beiden Tagen Speiseangebote, wie beispielsweise des FLOW DELI aus dem Jüdischen Museum Frankfurt, Musik, Performances und Tanz, dazu künstlerische Interventionen, die im Stadtraum sichtbar sein werden. Die musikalische Bandbreite ist dabei ebenso facettenreich wie die jüdische Kultur selbst: Von Singer-Songwriter Daniel Kahn zu Rap von Ben Salomo, Pop, Elektrosounds von Liraz aus Tel Aviv und Mary Ocher bis hin zum klassischen Klezmer der Band VAGABUND im Hof der jüdischen Gemeinde.

Besuch in der Synagoge

Die Jüdische Gemeinde ist Dreh- und Angelpunkt des heutigen jüdischen Lebens in der Stadt. In vielen kulturellen und interreligiösen Aktivitäten ist die Gemeinde in der Stadt aktiv und sichtbar. Doch die wenigsten Offenbacherinnen und Offenbacher kennen die Aktivitäten des Gemeindelebens, die Struktur der Gemeinde oder haben schon einmal selbst die Synagoge besucht. Am 23. Juli um 15.30 Uhr wird der renommierte Architekt Prof. Alfred Jacoby (Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde) einen geführten Rundgang durch die Synagoge anbieten und einen Einblick in das Gebäude sowie das Gemeindeleben geben. Prof. Jacoby zählt zu den angesehensten Architekten im gegenwärtigen Synagogenbau. Im Anschluss folgt um 16.30 Uhr das Klezmer-Konzert der Band VAGABUND. Für beide Veranstaltungen ist eine Anmeldung mit Namen und Telefonnummer per E-Mail an kulturoffenbachde notwendig. Führung und Konzert sind kostenfrei.

Künstlerische Interventionen in der Innenstadt

Das künstlerische Programm in der Innenstadt wird an beiden Festivaltagen von 15 bis 20 Uhr öffentlich zugänglich sein. Es reicht von Kalligrafien, Installationen und Skulpturen, Texttafeln, Performance, Bodenmalerei und Videoprojektionen bis hin zu einem digitalen Kalender und der Fotoausstellung „Zusammenhalt in Vielfalt – Jüdischer Alltag in Deutschland“ der Initiative kulturelle Integration. Mit dabei sind die Künstlerinnen und Künstler Liat Grayver, Olga Grigorjewa, Leon Kahane, Daniel Laufer, Adi Liraz, Ella Ponizovsky Bergelson, Elianna Renner, Anna Schapiro, Ali Shrago-Spechler, Lukas Sünder, Theresa Buschmann und Anja Hantelmann. Orte der künstlerischen Interventionen sind unter anderem das Offenbacher Rathaus, das Klingspor Museum und die Stadtbibliothek, das Capitol Theater Offenbach, der Hof des Büsingpalais‘, die Fußgängerzone vor der Wetter- und Klimawerkstatt sowie das Festivalgelände im Büsingpark. Eine Übersicht der künstlerischen Interventionen findet sich zum Start des Festivals ebenfalls auf der Webseite von Chai OF.

Podiumsdiskussion zu jüdischen Perspektiven in Kunst, Musik und Kultur

Am Freitag, dem 23. Juli werden in einer Podiumsdiskussion in Kooperation mit der Bildungsstätte Anne Frank ab 17.30 Uhr auf der Festivalbühne im Büsingpark jüdische Kulturschaffende aus den Bereichen Musik, Kunst und Literatur miteinander diskutieren: Welche Erfahrungen machen sie? Lässt sich jüdische Kunst überhaupt labeln? Wie stark müssen sie sich mit Antisemitismus auseinandersetzen? Auch hier ist es wieder eine ganz zentrale Fragestellung, wie es gelingen kann, die Vielfalt jüdischer Kultur zu repräsentieren und Vorurteilen und Stereotypen vorzubeugen.

Digitaler Stadtplan zu jüdischen Orten und Biografien

„Die jüdische Geschichte Offenbachs prägt die Gegenwart der Stadt an vielen Orten. Das wollen wir gemeinsam mit anderen Initiativen langfristig verstärkt wahrnehmbar und erfahrbar machen“, so Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke. Das geschieht pünktlich zum Festivalstart mit einem digitalen Stadtplan auf www.chai-of.de, der Orte sowie Biografien jüdischen Lebens aus Vergangenheit und Gegenwart Offenbachs mit Text-, Bild- und Audiomaterial vorstellt. Bei einem Stadtspaziergang mit dem Smartphone kann so die Innenstadt mit ihren jüdischen Orten erkundet werden: Vom Capitol Theater als einstiger Synagoge bis zur freigelegten Synagogenwand samt Stele der Erinnerung oder dem ehemaligen jüdischen Friedhof. Auch über das Jahr 2021 hinaus soll der Stadtplan fortlaufend mit weiteren Biografien, Orten und Informationen erweitert werden. Dies geschieht in Kooperation mit der Plattform Jewish Places (www.jewish-places.de), die am Jüdischen Museum in Berlin angesiedelt ist und deutschlandweit einen Überblick über jüdische Orte und Persönlichkeiten digital aufführt: „Unsere Kooperation mit der Stadt Offenbach erlebt einen wunderbaren ersten Höhepunkt mit dem ‚Chai OF‘ Festival. Doch das Phantastische für uns von Jewish Places ist: Unsere Kooperation mit der Stadt Offenbach geht auch danach noch weiter und wir sind gespannt, was noch kommt. Denn die jüdische Geschichte Deutschlands lässt sich noch einmal viel facettenreicher erzählen, wenn man den Blick auf jüdische Stadt-Geschichte(n) lenkt. Offenbach ist ein wunderbares Beispiel dafür!", so Jewish Places Projektkoordinatorin Debora Antmann.

Audiowalks mit dem Ensemble von Meschugge

Weiterer Kooperationspartner ist das Offenbacher Projekt Meschugge des DRK Kreisverbandes Offenbach, in dem sich junge Offenbacherinnen und Offenbacher gegen Antisemitismus und Rassismus engagieren. Für das Festival haben die Jugendlichen im Alter zwischen 20 und 24 Jahren einen Audiowalk zu aktuellen und historischen Stätten jüdischen Lebens in Offenbach erarbeitet, der ebenfalls unter www.chai-of.de abrufbar sein wird. An beiden Festivaltagen (Donnerstag um 15 und 18 Uhr und Freitag um 15 Uhr) ist dieser Audiowalk für Kleingruppen mit Angabe von Name und Telefonnummer über meschuggedrk-ofde buchbar. 

Förderer und Partner

Gefördert wird ‚Chai OF‘ unter anderem vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain: „1.700 Jahre jüdischer Geschichte in Deutschland zeigen sich in zahlreichen kulturellen Zeugnissen. Dieser vielseitige Schatz zeigt die besondere Stellung der jüdischen Kultur innerhalb der gesellschaftlichen Vielfalt im Rhein-Main-Gebiet auf“, so Karin Wolff, Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. „Die Stadt Offenbach greift mit dem Projekt ‚Chai OF – Jüdisches Kulturfestival Offenbach‘ diese elementare Bedeutung auf. Neben einer eigens kreierten Webseite mit digitalem Stadtplan zur Erkundung zentraler Orte jüdischer Kultur in Offenbach steht ein zweitägiges Kunst- und Musikfestival im Mittelpunkt des Projekts. Künstlerinnen und Künstler unterschiedlichster Herkunft wirken zusammen und präsentieren ein umfassendes Bühnenprogramm. Die Umsetzung dieses Projekts ist ein wichtiges Zeichen für mehr Toleranz und Respekt und fördert ein friedvolles Miteinander. Wir wünschen allen Beteiligten viel Erfolg!“

Gewichtigster Förderer ist das Bundesministerium des Inneren in Verbindung mit dem Verein ‚321 – 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland‘. Förderer ist außerdem die Kulturstiftung der Sparkasse Offenbach. Weitere Unterstützer und Kooperationspartner sind ‚Jewish Places‘ am Jüdischen Museum Berlin, die jüdische Gemeinde Offenbach, die Bildungsstätte Anne Frank, Meschugge Offenbach des DRK sowie die Hessische Landeszentrale für politische Bildung und die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.

Anmeldung und Eintritt

Das künstlerische Programm in der Innenstadt ist kostenfrei und ohne Anmeldung zugänglich. Für den Einlass auf dem Festivalgelände wird lediglich eine geringe Servicegebühr fällig, buchbar sind die Tickets in den nächsten Tagen über Frankfurt Ticket RheinMain sowie im OF Infocenter. Informationen zu den Einlassbedingungen werden bei der Ticketbuchung aufgeführt. Einlass nur mit passendem Nachweis über Impf-, Genesungs- oder Teststatus.

Der Einlass auf das Festivalgelände startet jeweils um 16.30 Uhr.

Weitere Infos zum Stadtplan und zum Festival folgen unter www.chai-of.de sowie über den Instagram Account kunstansichten_of.

Pressebilder stehen zum Download hier bereit: https://ocl.offenbach.de/index.php/s/7APGccD3QsnsTXx  

 

Das Programm auf einen Blick

Donnerstag, 22. Juli 2021

15-20 Uhr Kunst in der Innenstadt

15 und 18 Uhr Geführter Audiowalk mit Meschugge

18 Uhr Mary Ocher, Konzert, Büsingpark

19 Uhr LIRAZ, Konzert, Büsingpark

21 Uhr Mary Ocher, DJ-Set, Büsingpark

Freitag, 23. Juli 2021

15-20 Uhr Kunst in der Innenstadt

15 Uhr Geführter Audiowalk mit Meschugge

15.30 Uhr Führung durch die Jüdische Gemeinde mit Prof. Alfred Jacoby (Vorsitzender der jüdischen Gemeinde)

16:30 Uhr Klezmer Konzert von VAGABUND in der Jüdischen Gemeinde

17:30 Uhr Paneldiskussion „Jüdische Perspektiven in Musik, Kunst und Kultur“, Büsingpark

19 Uhr Ben Salomo, Konzert, Büsingpark

20 Uhr Daniel Kahn, Konzert, Büsingpark

20 Uhr Performance Adi Liraz, Performance, Start an der Stele der Erinnerung, freigelegte Synagogenwand, Große Marktstraße 12

ca. 21:30 Uhr Ende Festival