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Offenbach am Main, 16. Juli 2020 –  Unter dem Titel „Durch- Hoch- Flach- Tief“ hat Kuratorin Katja M. Schneider im Haus der Stadtgeschichte über das gesamte Jahr ein spannendes Programm zum Unesco-Weltkulturerbe »Druckkunst« zusammengestellt. Gemeint sind die vier traditionellen Drucktechniken Durchdruck (Siebdruck), Hochdruck (Linoldruck), Flachdruck (Lithographie) und Tiefdruck (Radierung). Den Anfang machte im Januar der Siebdruck mit der Frankfurter Künstlerin Kerstin Lichtblau und mit Flachdruck und Arbeiten des Lithographen Eckhard Gehrmann wird die Reihe nun nach der Corona-Pause wiederaufgenommen. Die Ausstellung „Flach – Von einem einzigen Stein“ wird am Sonntag, 26. Juli 2020, eröffnet; aufgrund der derzeit geltenden Regelungen werden in der Zeit 11 bis 17 Uhr Zeitfenster vergeben, das Anmeldeformular ist online https://0cn.de/anmeldung-hds. Zur Eröffnung wird eine Videobotschaft von Professor Klaus Klemp, Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main, gezeigt.

Vorgestellt werden Eckhard Gehrmanns Lithographien aus den Jahren 1989 bis 2000 sowie aktuelle Arbeiten ab 2020, die alle auf dem gleichen Lithostein gedruckt wurden. Während der gesamten Zeit wurde dieser sehr große Lithostein niemals komplett abgeschliffen, nie ganz von seiner Zeichnung befreit. Gehrmanns frühe Lithographien in Querformat erinnern dabei oft an Insekten, Larven, später, dann im Hochformat sind es Adler oder Vogelwesen. Ab Mitte der 1990er Jahre tauchen abstrakte Waldmotive oder verschiedene Teile organischer Formen auf. Die Blätter werden in dieser Zeit abstrakter und flächiger, andererseits beginnt sich durch den jahrelangen Druckprozess die Oberfläche des Drucksteines zu öffnen, sie wird körniger und zerrissener.

Die Drucke ab 2020 sind mehr an Gehrmanns aktuelle Malerei angelehnt. In der Ausstellung geht es somit auch um die Findung eines Urbildes in der Mitte des einzigen, wieder und wieder benutzten Lithographiesteines. Zahlreiche Ritzungen, Schleif- und Ätzspuren zeugen davon.

Gehrmann sagt: „Als ich 2020 wieder zu drucken begann, war ich erstaunt, dass der Stein auch nach dieser langen Zeit genauso druckte wie vor 20 Jahren. Nach einigen Probedrucken habe ich den größten Teil der Fläche abgeschliffen, bis auf den rechten Rand, um eine neue Zeichnung aufzutragen.“

Vernissage am Sonntag, 26. Juli, von 11 bis 17 Uhr, Anmeldeformular: https://0cn.de/anmeldung-hds Voranmeldungen sind bis zum 20. Juli möglich.

Die Ausstellung ist bis zum 13. September 2020 zu sehen.