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Offenbach am Main, 12. Juni 2020 – Dort wo früher das Industriegelände der Firma Roland war, ist im Senefelderquartier der Rolandpark zwischen Christian-Pleß- und Gustav-Adolf-Straße entstanden. Rund um die eigentliche Parkfläche mit Kinderspielflächen wurden zahlreiche Wohngebäude und ein kleines Einkaufszentrum gebaut. Seit deren Fertigstellung vor über vier Jahren entwickelten sich Konflikte zwischen Anwohnern und Nutzern des Parks sowie des angrenzenden Parkhauses. Thema sind unter anderem Müll trotz täglicher Reinigung, aber auch Konsum von Betäubungsmitteln und Urinieren im öffentlichen Raum. Als Ergebnis eines Bürgergesprächs vor Ort von Stadträtin Sabine Groß, organisiert vom Quartiersmanager Michael Englert zusammen mit der Stabsstelle Sauberes Offenbach und dem ESO Stadtservice, werden die bereits laufenden Maßnahmen vor Ort nun intensiviert und ausgeweitet.

Gemeinsam haben Bürgermeister Peter Freier, Stadträtin Sabine Groß und Stadtrat Paul-Gerhard-Weiß folgende Maßnahmen vereinbart, um das komplexe Problem in einer umfassenden Anstrengung anzugehen: So soll es häufigere Kontrollen des Ordnungsamtes geben. „Wir nehmen die Beschwerden und Hinweise der Bürger sehr ernst und reagieren dementsprechend“, erklärte Bürgermeister Peter Freier.  Verbunden damit soll erneut das Gespräch mit der Polizei gesucht werden, damit diese ebenfalls den Park häufiger bestreift und benannte Örtlichkeiten gezielt bearbeitet. Die Roland-Passage steht bereits auf der Dauerkontrollliste der Stadtpolizei. Seit Beginn des Jahres kontrollierte die Stadtpolizei dort in 80 Fällen. In 13 Fällen gab es keine Beanstandungen, in 29 Fällen führte das Verhalten von Jugendlichen zum Einschreiten der Stadtpolizei, gefolgt von 16 Verkehrsdelikten, acht Ruhestörungen, sieben Verstößen gegen die Corona-Vorschriften und fünf anderen Fällen der Gefahrenabwehr. Zusätzlich wird jetzt der Freiwillige Polizeidienst, der in der Anfangsphase der Corona-Krise eingestellt worden war, dort zur Unterstützung eingesetzt. Die Planung des Einsatzes der freiwilligen Helferinnen und Helfer erfolgt in enger Abstimmung mit dem zuständigen Polizeirevier.

Weiterhin sind höhere Reinigungsintervalle geplant. Der ESO Stadtservice reinigt bereits täglich morgens und wird die Reinigungsintervalle noch weiter erhöhen. Darüber hinaus wird die Qualitätssicherung der ESO den Bereich nun täglich in Augenschein nehmen, um auf Verschmutzungen schneller reagieren zu können. Außerhalb der Reinigungsintervalle des ESO auftretende Verunreinigungen, insbesondere im Bereich der Papierkörbe, sollen durch den Einsatz von Mitarbeitern der beim Ordnungsamt angesiedelten „Sauberen Innenstadt“ abgemildert werden.“

Ebenso wird die Jugendarbeitnoch weiter ausgeweitet. „Mir war es wichtig im direkten Gespräch mit den Anwohnern die aktuelle Situation geschildert zu bekommen. Die Probleme im Rolandpark waren mir schon vor dem Termin vor Ort bekannt. In Kenntnis der Situation habe ich bereits im letzten Jahr zunächst eine halbe Stelle aufsuchende Sozialarbeit eingerichtet, finanziert über das Drittmittelprojekt „Jugend Stärken im Quartier“ undbereits im letzten Jahr auf eine dreiviertel Stelle aufgestockt. Zudem gab es im letzten Sommer weitere Angebote des Jugendamts. Das Gespräch mit den Anwohnern hat mir deutlich gemacht, dass weitere Maßnahmen ergriffen werden müssen“, so Sozialdezernentin Sabine Groß.

Bereits seit September letzten Jahres war ein Mitarbeiter des Jugendamtes vor Ort. Dieser hat aus persönlichen Gründen gekündigt. Die Stelle wurde neu ausgeschrieben. Bedingt durch die Corona-Pandemie konnten Bewerbungsgespräche nicht erfolgen. Anfang Juni wurde die Stelle erneut ausgeschrieben mit einem Stellenumfang von 84 Prozent und soll bis zum Sommer besetzt sein. Bis jetzt bietet ein Mitarbeiter des KJK Sandgasse jeden Dienstag von 16 bis 19 Uhr ein Parcours-Training an. „Das werden wir ausweiten. Der Mitarbeiter wird bereits ab 14 Uhr vor Ort sein und weitere niedrigschwellige Angebote machen, die an den Interessen der Jugendlichen ausgerichtet und mit ihnen gemeinsam entwickelt werden. Zudem wird mittwochs von 14 bis 17 Uhr ein weiterer Mitarbeiter vor Ort sein und Spiele aus dem Spielecontainer verleihen. Damit sichern wir eine Präsenz, die über eine volle Stelle eines Sozialarbeiters hinausgeht. Für die Angebote des Jugendamtes werden wir auch weiterhin einen Raum im Senefelderquartier suchen“, so die Kinder- und Jugenddezernentin Sabine Groß. In der Nähe bietet das Jugendkunstmobil seine Angebote an: an den Standorten Eichendorffschule und am Friedrichsweiher. Mit Handzetteln sollen diese Angebote jetzt auch am Rolandpark beworben werden. „Der Platz wurde für die Anwohnerinnen und Anwohner als Erholungs- und Freifläche gebaut und wir müssen dafür sorgen, dass er als solche gerne genutzt wird. Sicherlich hat in den letzten Wochen Corona die Konflikte noch verstärkt“, so Sabine Groß. „Denn dass die Kinder und Jugendlichen nicht geregelt in die Schule, Kita, Freizeittreffs und zum Sport gehen konnten und zum Teil können, trägt gewiss nicht zur Entspannung der Situation bei. Aber auch ohne Corona bestünde zweifelsohne Handlungsbedarf. Umso wichtiger ist es, die Probleme umfassend und präventiv anzugehen.“

Bis auf Weiteres wird außerdem ein Wegetor geschlossen, das ein direktes Zulaufen auf die Wohnhäuser durch den Park ermöglicht. Stadtbaurat Paul-Gerhard Weiß erläutert: „Wir wollen sehen, ob wir die Situation vor Ort damit entspannen können und werden dann evaluieren, wie mit dem Tor zukünftig verfahren wird.“

Die Stadt setzt darüber hinaus ihre Gespräche mit der Hausverwaltung der Rolandpassage und des Parkhauses verstärkt fort. Hierbei steht vor allem die gemeinsame Suche nach tragfähigen und vor allem schnellen Lösungen für Anwohner, Einkaufskunden und Parkbesucher im Vordergrund. Denkbar sind unter anderem eine Änderung der Parkhausnutzungsrechte, eine Aufwertung der Rolandpassage und eine Lösung der Taubenproblematik.