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Offenbach am Main, 25. Juni 2019 – Der Siedlungsdruck in der Region wächst, der Wohnungsmarkt boomt. Während der Regionalverband Frankfurt-Rhein-Main derzeit eine Neuaufstellung des Regionalen Flächennutzungsplans vorbereitet, ist man in Offenbach dem einen Schritt voraus. Bereits im September 2016 wurde der Magistrat der Stadt Offenbach auf der Grundlage des Masterplans 2030 mit dem Beschluss „Neues Wohnen“ beauftragt, Baurecht für das Gebiet „Bieber Waldhof West“ zu schaffen, um den prognostizierten mittelfristigen Gesamtbedarf in Offenbach von 10.000 Wohnungen zu decken. „Wir müssen Wohnraum schaffen, sonst steigen die Kauf-und Mietpreise weiter“, erklärt Stadtplanungsdezernent Paul-Gerhard Weiß. Rund 600 Wohneinheiten sollen in dem ausgewiesenen zehn Hektar großen Areal zwischen Bieber und Waldhof entstehen. Eine attraktive Fläche, naturnah, mit guter Infrastruktur und Verkehrsanbindung. Wie das neue Gebiet hochwertig und nachhaltig bei gleichzeitig behutsamen Umgang mit der Natur entwickelt werden kann, soll ein vom Hessischen Umweltministerium städtebaulicher Wettbewerb zeigen.
„Denn“, so Weiß weiter, „es ist klar, dass wir nicht die letzte Parzelle zubauen können und Freiflächen für Lebensqualität brauchen.“ Daher soll auf den ökologischen Bestand besonders Rücksicht genommen werden, hierfür sind mit dem angrenzenden Gebiet 15 ha sogenannte Weißfläche Teil des Wettbewerbs, die in die Planungen einfließen können. „Dabei sind“, so Simon Valerius, Leiter des Amts für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement, „dem Ideenreichtum kaum Grenzen gesetzt, aber realistisch und vor allem realisierbar sollten die Einreichungen dennoch sein.“ Von Insellösungen, die kleine Gehöften gleichen, bis einer dichten Bebauung, die entsprechende Freiflächen lässt, ist dabei alles denkbar. Damit es finanzierbar wird, sollen bei der Erschließung und sozialen Infrastruktur auch die Grundstückseigentümer mitverpflichtet werden. „Jedes Konzept sollte daher auch eine effiziente Verkehrsplanung und wirtschaftlich Kalkulation mitberücksichtigen“, empfiehlt Valerius den teilnehmenden Büros.

Bis Ende 2019 sollen die Ergebnisse des Wettbewerbs vorliegen, nach der Entscheidung für einen Entwurf soll im nächsten Schritt Baurecht durch einen Bebauungsplan geschaffen werden. Das Ergebnis fließt zudem in die Neuaufstellung des Regionalen Flächennutzungsplans ein.