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Offenbach am Main, 13. März 2020 – Der Verwaltungsstab unter der Leitung von Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke hat am Freitagnachmittag, 13. März, weitreichende Maßnahmen im Kampf gegen das Corona-Virus beschlossen. OB Schwenke hatte gestern schon angekündigt, zukünftig alle Entscheidungen entlang der Linie „auf alle nicht notwendigen sozialen Kontakte bis auf weiteres verzichten“ zu treffen. Mit eindringlichen Worten hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel am späten Donnerstagabend dann die derzeitige Lage beschrieben: Die Welt habe es mit einer gesundheitlichen Herausforderung zu tun, auf die Wissenschaft und Medizin noch keine Antwort hätten. Sie rief ebenfalls zu einem Verzicht aller nicht notwendigen sozialen Kontakte auf. „Angela Merkel hat wörtlich gesagt: Das ist ein Aufruf an alle. Dieser Aufruf ist richtig. Als Oberbürgermeister, der für die Gesundheit der Offenbacher Bürgerinnen und Bürger verantwortlich ist, ergreife ich die jetzt notwendigen Maßnahmen, die geeignet sind, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen“, so Schwenke. „Dann können unsere Gesundheitsbehörden, die Ärzte und Kliniken und das Pflegepersonal in den Krankenhäusern diese Herausforderung auch meistern.“

Ab dem kommenden Montag, 16. März, bleiben die Schulen und Kitas in Offenbach geschlossen. Zur Vermeidung chaotischer unterschiedlicher Regelungen übernimmt die Stadt hierzu die Landesregelungen. So gibt es an allen Schulen und Kitas ab Montag nur noch eine Notbetreuung für Kinder von Eltern, die in Einrichtungen der kritischen Infrastruktur arbeiten.

Weiterhin werden bis einschließlich 20. April alle Veranstaltungen im Stadtgebiet unabhängig von ihrer Art und dem Veranstaltungsort ab einer Besucher- bzw. Teilnehmerzahl von 100 Personen untersagt. Verwaltungstechnisch geregelt wird dies wie folgt: Mittels einer Allgemeinverfügung werden alle Veranstaltungen pauschal ab 200 Personen untersagt: „Das gilt für alle Veranstaltungen, egal ob drinnen oder draußen und egal ob öffentlich oder privat“, teile Oberbürgermeister Schwenke mit. Per Einzelverfügung werden zudem alle Veranstaltungen zwischen 100 und 200 Personen durch das Ordnungsamt und das Gesundheitsamt untersagt.

In beide Regelungen (Allgemeinverfügung und Einzelverfügungen) fallen unter anderem auch die städtischen Friedhöfe (z. B. Trauerfeiern und Beisetzungen) sowie gewerbliche und private Freizeit- und Veranstaltungsstätten wie Diskotheken, Konzertsäle und Kinos, so zum Beispiel Tanzveranstaltungen oder Kinoaufführungen mit jeweils mehr als 100 Personen. „Wir rufen ferner alle Organisatoren kleinerer Veranstaltungen auf, sich diesem Schritt ebenfalls anzuschließen. Auch im privaten oder familiären Bereich.“

Weiterhin werden seitens der Stadt folgende Einrichtungen bis 20. April geschlossen: Klingspor Museum, Haus der Stadtgeschichte, alle städtischen Jugendtreffs, alle Seniorentreffs, die Stadtbibliothek und die Volkshochschule. Lediglich Integrationskurse an der Vhs sowie Kurse für Prüfungsvorbereitungen und Prüfungen selbst werden fortgeführt, alle anderen Vhs-Seminare werden ausgesetzt. Auch die Stadtbibliothek wird für den öffentlichen Verkehr geschlossen. Nur Abiturienten erhalten noch Zutritt zur Vorbereitung ihrer Prüfungen. Weiterhin geschlossen werden das Waldschwimmbad und die städtischen Sportanlagen, einschließlich der Schulhallen, die von Sportvereinen genutzt werden.

Oberbürgermeister Schwenke bat alle Bürgerinnen und Bürger um Verständnis für diese Maßnahmen: „Ja, die Maßnahmen sind ungewöhnlich. Und ja, unser Leben kann in der nächsten Zeit nicht mehr so weiterlaufen wie sonst. Aber diese Maßnahmen sind notwendig, damit wir Menschenleben retten.“ Schwenke betonte weiterhin: „Wir befinden uns in einer Lage, die paradox erscheinen mag. Aber sie ist im Prinzip ganz einfach: Je drastischer unsere Entscheidungen heute ausfallen, desto geringer werden die Auswirkungen auf Dauer sein. Denn genau dann kann die Ausbreitung des Virus eingedämmt werden. Und darum geht es. Wir nutzen jetzt die Chance, diese wichtigen Entscheidungen zu treffen.“