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Offenbach am Main, 26. März 2021 – Zwischen den Infektionszahlen, die dem Stadtgesundheitsamt Offenbach auf Basis von übermittelten positiven PCR-Tests gemeldet werden und denen des Robert Koch-Instituts (RKI) sowie des Hessisches Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen (HLPUG) ergeben sich aktuell wieder Differenzen in der Berechnung der Inzidenz.

„Die gute Botschaft ist: die Fachleute können die Unterschiede sehr gut erklären. Aber wenn sich die Infektionslage zuspitzt und der kritischen Marke der 200 Infektionen auf 100.000 Menschen innerhalb einer Woche nähert, stiften unterschiedlich veröffentlichte Zahlen Unsicherheiten und Verwirrung. Wir haben deshalb entschieden, nur noch die Daten des RKI zu verwenden“, teilen Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke und Gesundheitsdezernentin Sabine Groß die Entscheidung des Verwaltungsstabes vom Donnerstag mit. 

„Grundsätzlich werden alle gemeldeten Infizierten auch richtig gezählt. Unterschiede ergeben sich bei der Berechnung der Inzidenz: Abfragen zu unterschiedlichen Zeiten nach positiven Fällen in der Datenbank führen zu verschiedenen Ergebnissen. Das geschieht auch, wenn Fälle bei uns zu einem und beim RKI zu einem anderen Tag zugeordnet werden. Dazu kommen noch die aus der Ermittlungsarbeit des Gesundheitsamtes resultierenden Korrekturen, wenn Offenbach nicht der Meldeort ist – oder wenn in einem anderen Ort jemand getestet wird, der dann Offenbach zuzurechnen ist. Auch der Bezug auf unterschiedliche Einwohnerzahlen oder auch nachträglich im System auftauchende Fälle aus Vormonaten durch neu ans System angeschlossene Labore führen zu Unterschieden“, ergänzt Gesundheitsdezernentin Sabine Groß.

Zudem kommt es seit dem Start der Schnelltests verstärkt zu einer technischen Verschiebung, weil für gemeldete positive Schnelltests bereits eine Fallakte angelegt wird – das ist dann das Startdatum zum Beispiel für Quarantäne und Kontaktermittlung – die Meldung an das RKI erfolgt jedoch erst mit dem positiven PCR-Test. In Offenbach wird zum Beispiel ein Fall am Montag zur Akte. Beim RKI kommt am Mittwoch das PCR-Ergebnis an und der Fall landet dort in der Zählung – aber mit Datum von Montag.

Eine Synchronisierung der Inzidenz-Werte (nicht der gezählten Fälle) bei RKI, HLPUG und in Offenbach kann zum aktuellen Zeitpunkt aus technischen Gründen nicht erreicht werden. Da das hessische Eskalationsstufenkonzept auf der Inzidenz aufbaut, hat der Verwaltungsstab der Stadt Offenbach am Main beschlossen, für die Entscheidung über Maßnahmen immer die Werte des RKI zu Grunde zu legen.

„Wir berücksichtigen für die künftige Anwendung des hessischen Eskalationskonzepts die tagesaktuell gemeldeten Infektionszahlen des Robert Koch-Instituts. Wir treffen in den kommenden Tagen wichtige Entscheidungen und planen weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. Daher richten wir uns nach der zentralen Einrichtung Deutschlands auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung“, erklärt Groß weiter. Dies wird analog auch in anderen Kommunen des Rhein-Main-Gebietes gehandhabt und damit die Vergleichbarkeit gewährleistet. Über Zahlen und Auswertungen informiert das Stadtgesundheitsamt weiterhin auf www.offenbach.de auf Basis der gemeldeten Infektionsfälle.