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Offenbach am Main, 22. Mai 2020 - Gespenstisch muten die silbrig glänzenden kahl gefressene Sträucher an, die derzeit manchen Weg-, Straßen- und Waldrändern oder in Parkanlagen zu sehen sind. Wer näher herantritt, sieht die Raupen, die in Kolonien die Blätter abfressen und Stämme, Äste und Zweige komplett mit einem Gespinst überziehen. Den seidigen Schleier spinnen die Gespinstmottenraupen, um sich vor Fressfeinden wie Vögeln oder Witterungseinflüssen wie Regen zu schützen. Unter dem Schleier fressen die Raupen bis Mitte Juni die befallenen Sträucher kahl. Dann wandern sie zum Stammfuß, wo sie sich im Schutz des Gespinstes verpuppen.
Weil sie oft mit den Raupen des Eichenprozessionsspinners verwechselt werden, fragen viele besorgte Bürgerinnen und Bürger beim Umweltamt nach. Im Vergleich zum befürchteten Eichenprozessionsspinner, dessen feine Härchen Hautreizungen auslösen können, sind die Raupen der Gespinstmotte und ihre Gebilde für Menschen und die befallenen Sträucher harmlos.

Unterscheiden kann man die Raupenarten am Aussehen: Die unbehaarte Gespinstmotte ist gelb und hat schwarze Punkte, der Eichenprozessionsspinner hingegen ist gräulich-schwarz und komplett mit Brennhaaren bedeckt. Er bildet fußballgroße weiße Nester, statt wie die Gespinstmotten-Raupe, die ganze Pflanze zu befallen. Sie hüllt zudem verschiedenste Gehölze in ihr Fadenkleid, während der Eichenprozessionsspinner ausschließlich Eichen befällt. Wer ein Gespinstmottenvorkommen entdeckt, kann also gelassen bleiben und die Raupen ohne Bedenken beim Wachsen beobachten, was vor allem für Kinder einen interessanten Einblick in die Natur geben kann. Die befallenen Sträucher nehmen es übrigens ebenfalls gelassen und treiben danach wieder aus.

 

Bildinformation:

Gespinnstmotten, Umweltamt der Stadt Offenbach

Gespinstmotten
Gespinstmotten © Umweltamt der Stadt Offenbach
Gespinstmotten
Gespinstmotten © Umweltamt der Stadt Offenbach